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Die Gründer des Museums: Friedhelm Oriwol (85) und seine Frau Inge (80). Sie leben seit über 40 Jahren am Walchensee.

Walchenseemuseum wird am 21. Juli zehn Jahre alt

Kunstschätze am Seeufer

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Zehn Jahre wird das Walchenseemuseum heuer alt. Dort gibt es so manchen Schatz zu entdecken: Nicht nur Heimatkundliches, sondern auch Bilder von Persönlichkeiten, die einst am See lebten, etwa von Lovis Corinth. Zum Geburtstag wartet das Museum mit besonderen Werken auf.

Walchensee– Pünktlich zum 150. Geburtstag von Lovis Corinth wurde das Museumam 21. Juli 2008 eröffnet. Der Tag war bewusst so gewählt – schließlich lebte der weltberühmte Maler von 1919 bis zu seinem Tod im Jahre 1925 in Urfeld. Hier entstanden mehr als 60 Ölgemälde, die die Landschaft am Walchensee zeigen.

Konnte Museumsgründer und Sammler Friedhelm Oriwol vor zehn Jahren rund 130 graphische Arbeiten von Corinth zeigen, sind es mittlerweile mehr als 350. Zum zehnjährigen Bestehen erwarb Oriwol eine Reihe interessanter Selbstporträts, anhand derer sich die physische, psychische und künstlerische Entwicklung Corinths nachvollziehen lässt.

Besondere Exponate: Ski von Franz und Maria Marc sowie Webarbeiten von Maria Marc in der Vitrine.

Das Museum liegt vom Kesselberg kommend gleich am Ortseingang von Urfeld. Vom Wintergarten im ersten Stock aus bietet sich ein traumhafter Blick über den See. Friedhelm Oriwol und seine Frau Inge erwarben das Haus 2006. „Früher war es mal ein Jägerhaus, das zum Kloster Benediktbeuern gehörte“, berichtet der 85-Jährige beim Rundgang. Im 19. Jahrhundert wurde es ein Hotel und hieß erst „Hotel Jäger“, später „Hotel Post“. Zwei Jahre nach der Museumsgründung im Jahre 2008 schenkte es das Ehepaar Oriwol seiner eigenen Stiftung.

In den 20 Ausstellungsräumen auf drei Etagen gibt es viel zu entdecken. Alles wurde übrigens mit privaten Mitteln finanziert. Da ist zum einen Oriwols geschichtliche Faszination für das Walchenseegebiet, das seit über 40 Jahren seine zweite Heimat ist. Der pensionierte Bauingenieur sammelte viele Dinge, auch aus der Umgebung. Zu sehen sind beispielsweise Fotos vom Bau des Walchenseekraftwerks und die Chronik des Benediktbeurer Paters Karl Meichelbeck aus dem Jahr 1753 sowie der Webstuhl und Webarbeiten von Maria Marc. Auch über Ritter Georg von Vollmar, erster Vorsitzender der bayerischen SPD, kann man sich informieren. Er lebte in Urfeld.

Gleich mehrere Räume sind Lovis Corinth und seiner Frau Charlotte Berend gewidmet. Eine weitere Attraktion ist die Sammlung mit Originaldokumenten und Informationen über Franz Liszt, Richard Wagner und Berthold Kellermann, ein Schüler Liszts. Zu sehen sind unter anderem Notensammlungen und Originalbriefe, Fotografien, Gemälde und Dokumente.

Rund 1500 Besucher kommen jedes Jahr ins Museum. Das Haus hat nur in den Sommermonaten, also von Juni bis September, vier Tage in der Woche geöffnet. „Die meisten Gäste erfahren durch Mund-Propaganda von unserem Museum“, sagt Oriwol. Er würde sich wünschen, dass vor allem die heimatkundliche Sammlung größere Beachtung erfährt.

Das zehnjährige Bestehen wird am Samstag mit einer besonderen Vernissage gefeiert: Zu sehen sind Bilder von Wolfgang Heckl. Der Professor ist Generaldirektor des Deutschen Museums, widmet sich seit vielen Jahren unter anderem am Walchensee der Malerei und ist mit den Oriwols befreundet. Viele seiner Werke sind geprägt von naturwissenschaftlicher Forschung, so sieht man zum Beispiel millionenfach vergrößerte Strukturen in abstrakter Form auf Leinwand.

Weitere Infos

Das Walchenseemuseum hat von 1. Juni bis 30. September donnerstags bis sonntags von 10.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Eintritt: 6 Euro für Erwachsene, 3 Euro für Kinder. Führungen gibt es auch nach Vereinbarung außerhalb der Öffnungszeiten. Weitere Infos im Internet auf der Seite www.walchenseemuseum.de

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