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Renoviert und erweitert: Das „Haus der Begegnung“ liegt hinter der Schule. Der Bungalow wurde renoviert, davor wurde ein Aufenthaltsbereich geschaffen. Links im Bild der Anbau, in dem sich als Herzstück der große Backofen nach historischem Vorbild befindet. Das Dach des Anbaus ist begrünt, so dass man sich auch hier aufhalten kann: Auf der einen Seite blickt man auf Herzogstand und Heimgarten, auf der anderen Seite bis zum See.

„Haus der Begegnung“ ist fertig

Walchensees neues Herzstück

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In Walchensee wird am Samstag das neue „Haus der Begegnung“ eingeweiht. Es soll den 488 Einwohnern als Dorfmittelpunkt dienen. Erste Treffen haben bereits stattgefunden – und alle Generationen fühlen sich wohl.

Walchensee– Das „Haus der Begegnung“ ist eines der zahlreichen Projekte, die die gemeinnützige Initiative „Dorfleben Walchensee“ angestoßen hat. Das Haus ist gut bekannt – es handelt sich um einen bestehenden Bungalow, der direkt hinter der Schule liegt. Nach dem Tod des Bewohners konnte ihn „Dorfleben Walchensee“ von den Erben erwerben, berichten Martin und Petra Brost, zwei der drei Geschäftsführer.

Zusammen mit den beiden Architekten Urban Meiller und Hans Siegert wurden das Gebäude und die Umgebung ganz neu gestaltet. Vor dem Haus liegt nun ein rund gepflasterter Platz, der an schönen, sonnigen Tagen zum Verweilen einlädt. „Wir haben uns extra für einen Stein entschieden, der die Sonnenwärme lange speichert“, sagt Petra Brost lächelnd.

Das Pflaster zieht sich bis in den neuen, rundlich geformten Anbau hinein, der linker Hand liegt. So gesehen, reicht die „Piazza“ also dort hinein – bei schönem Wetter sollen die Glastüren des Anbaus offen stehen. In dem Neubau stehen eine große, lange Küchenzeile und ein Backofen. „Den hat uns der Ofenbauer von der Glentleiten gebaut“, sagt Petra Brost. Bistrotische und Stühle werden noch folgen. Hier ist viel Platz für Begegnungen. „Brot und Pizza haben wir schon gebacken“, sagt Brost. „Den Handwerkern hat’s gut geschmeckt.“ Kommenden Mittwoch, 13. September, wird hier erstmals das Seniorencafé stattfinden (15 Uhr).

„Dorfleben Walchensee“ hat in den vergangenen neun Jahren in der kleinen Gemeinde zahlreiche Projekte angestoßen, etwa gemeinsame Mittagessen, Kulturabende, Musikveranstaltungen und ähnliches. Für alles ist jetzt im neuen „Haus der Begegnung“ Platz. Die Leitung und Koordination wird in die Hände von Julia Oswald gelegt. Die junge Frau will eine Mutter-Kind-Gruppe ins Leben rufen („Nachfragen gibt es bereits“), Yoga-Kurse anbieten, zu Tanz- und Filmabenden einladen, das Haus für Spielenachmittage und Singgruppen öffnen. Einiges davon ist bereits fest etabliert, nun haben die Engagierten aus allen Generationen auch ein Dach über dem Kopf.

Ein Spiele- und Billardzimmer sind bereits eingerichtet, und Julia Oswald hat schon mehrmals Treffen für Schüler und Jugendliche organisiert. „Uns ist ganz wichtig, dass auch ehemalige Schüler willkommen sind“, sagt Petra Brost. Junge Erwachsene aus Krün und Wallgau schauen schon jetzt regelmäßig vorbei. Brost hat sich einen kleinen Traum erfüllt und für die ganz Kleinen im Keller eine Märchenstube eingerichtet – wie schön diese geworden ist, davon kann man sich bei der Einweihung selbst überzeugen.

Einige Kinder und Jugendliche haben im Fasching für „ihr“ Haus gesammelt und an der Einrichtung des Spielezimmers mitgewirkt, freuen sich die Brosts. Wie viel „Dorfleben Walchensee“ insgesamt dafür ausgegeben hat, möchten sie aber nicht sagen. Martin Brost zitiert den Philosophen Martin Buber: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“

Einweihung

Ein Tag der offenen Tür findet am Samstag, 9. September, statt. Um 11 Uhr sprechen Martin Brost und Bürgermeister Thomas Holz Grußworte, Pater Walter Schmidt segnet das Haus. Geöffnet ist bis 15 Uhr. Zur Unterhaltung spielt die Unterbiberger Hofmusik. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

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