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Freuen sich über die Erweiterung: Ralf Kreutzer (re., RVO Niederlassungsleiter Oberland) sowie (v. li.) Sabine Rauscher (Gäste-Info Benediktbeuern), Kochels Bürgermeister Thomas Holz und Ulrich Glodowski (Gäste-Info Bad Heilbrunn). 

Mit Gästekarte

Was den Landkreis-Bürgern verwehrt bleibt: Ab 2019 fahren Touristen beim RVO überall gratis hin

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Urlauber mit Gästekarte, können schon jetzt auf bestimmten Strecken gratis den RVO benutzen. Ab Januar 2019 gilt das Angebot für das ganze Netz.

Kochel am See – Seit 2014 können Urlaubsgäste aus den Gemeinden Kochel, Benediktbeuern und Bad Heilbrunn kostenlos mit dem RVO-Bus fahren, wenn sie im Besitz einer Gästekarte sind. Diese bekommen sie von ihrem Vermieter.Bislang galt das Angebot, das bei Einführung vor vier Jahren noch als Test gewertet wurde, auf bestimmten Strecken, etwa nach Bad Tölz, Penzberg, Murnau und Mittenwald.

Doch das Angebot kommt so gut an, dass es nun ausgeweitet wird: Ab 1. Januar kann das gesamte Streckennetz, also der Bereich zwischen Garmisch-Partenkirchen und Bayrischzell, benutzt werden. Das gilt auch für Urlauber aus fast allen anderen Gemeinden im RVO-Netz. Nur Schlehdorf ist nicht daran beteiligt.

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Nicht nur umsonst Bus fahren: Mit Gästekarte gibt es auch Rabatt auf Eintritte

Bei dem Vorstellungstermin am Mittwoch in Kochel ging es vor allem um die Situation im Loisachtal. Dass die Urlauber bislang nicht zum Wandern nach Lenggries, Tegernsee oder Garmisch-Partenkirchen mit dem Bus fahren konnten, wurde immer wieder von den Gästen kritisiert, berichteten Sabine Rauscher und Ulrich Glodowski von den Gäste-Infos aus Benediktbeuern und Bad Heilbrunn. Aber auch für Museumsbesuche, etwa zu Campendonk nach Penzberg, nutzen Urlauber gerne den Bus. Künftig kann man auch noch das Kloster Ettal und das Buchheim-Museum kostenlos mit dem Bus erreichen – und bekommt bei Eintritt mit der Gästekarte häufig noch Ermäßigung. Für Kochels Bürgermeister Holz ist das erweiterte Angebot ein wichtiger Schritt, um sich einheitlich als Tourismusregion zu präsentieren. „Wir müssen mit den Nachbarn in Tirol Schritt halten.“

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Abends gibt es Verbesserungsbedarf in der Taktung

Außerdem gehe es darum, den Verkehr zu reduzieren, so Holz. Hier befinden sich die Loisachtaler Gemeinden und der RVO auf einem guten Abstimmungsweg. So wurde zum Beispiel der Takt zum Walchensee verstärkt, so dass es für Tagesausflügler attraktiv ist, mit dem Zug nach Kochel zu fahren und direkt in den Bus zu steigen. Einzig abends nach 18 Uhr gibt es Verbesserungsbedarf, sagen beide Seiten. „Wir arbeiten daran“, sagt Ralf Kreutzer, RVO-Niederlassungsleiter für den Bereich West (Oberland).

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Rückmeldungen haben ergeben, dass rund 30 bis 40 Prozent der Urlauber ihr Auto stehen lassen, wenn die Busverbindung attraktiv ist – Tendenz steigend. 90 Prozent der Busse sind laut Kreutzer barrierefrei, also auch mit Kinderwagen und Rollstuhl benutzbar. Zudem ist auf den Fahrplänen die Schrift größer geworden. Und wer sein Smartphone auf den QR-Code hält, kann gleich sehen, ob der Bus pünktlich kommt oder nicht.

Auch Einheimische sollen profitieren

„Von den besseren Verbindungen profitieren aber auch die Einheimischen“, sagte Kreutzer. Denn während in anderen Regionen Deutschlands wegen sinkender Schülerzahlen zunehmend Busverbindungen gestrichen werden, baue man diese hierzulande aus – den Touristen sei Dank.

Die Gästekarte erhalten Urlauber direkt beim Vermieter, wenn die Meldekarte ausgefüllt wird. Kosten pro Tag: 1 Euro in Bad Heilbrunn und Benediktbeuern, in Kochel 1,50 Euro beziehungsweise 1,30 Euro (Walchensee). Zum Vergleich: Ein Tagesticket für den RVO-Bus kostet zehn Euro. Die Gäste können so oft und so lange Bus fahren, wie sie möchten. „Die Rückmeldungen sind sehr gut“, berichtet Sabine Rauscher, Leiterin der Benediktbeurer Gäste-Info. Und teuer sei es auch nicht: An Nord- und Ostsee müsse der Urlauber pro Tag durchaus 3,50 Euro für eine solche Gästekarte berappen, wusste Kreutzer.

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