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Rundgang im Firmensitz: Gäste aus Südkorea informieren sich bei Dorst über das Duale Ausbildungssystem. 

Firma Dorst

Die Welt schaut nach Kochel

Kochel am See – Erst haben sich die Amerikaner dafür interessiert. Jetzt wollte eine Delegation aus Südkorea wissen, was es mit dem Dualen Ausbildungssystem bei der Kochler Firma Dorst auf sich hat. Die Gäste aus Fernost waren von dem bayerischen Paradebeispiel begeistert.

Für Dorst Technologies hat die Ausbildung eigener Fachkräfte seit jeher einen hohen Stellenwert, so Hubert Löcherer. Der Generalbevollmächtigte des Unternehmens ist stolz auf die breite Ausbildung in den technischen und kaufmännischen Bereichen des Unternehmens sowie die Basisarbeit im eigenen Ausbildungszentrum. „Die Qualität und die Quote bei Dorst sprechen für sich“, sagt Löcherer.

Letztere liege in Deutschland bei durchschnittlich 6,6 Prozent, bei Dorst liege sie bei rund 19 Prozent. „Das sind derzeit über 70 Auszubildende“, sagt Löcherer. Es gehöre zur Stärke und Philosophie von Dorst, soweit möglich Fachleute durch eigene Ausbildung, Schulung und Weiterbildung heranzuziehen, die einen guten Teil des Technik- und Technologiewissens abdecken, das früher Technikern und Ingenieuren vorbehalten war. „Hier werden Know-how-Träger generiert, wie sie auf dem Personalmarkt nur schwer zu finden sind“, sagt Löcherer. Bei Dorst gehe es immer um komplexe Mechanik, Hydraulik und Elektronik, und es komme immer mehr Informationstechnologie hinzu. Die Digitalisierung der Prozesse gehe auch im Maschinenbau rasant voran und verändere dementsprechend auch die Anforderungen an die praxisnahe und die schulische Ausbildung. „Die Philosophie der Ausbildung bei Dorst hat sich herumgesprochen“, erklärt Löcherer. Immer wieder gebe es Anfragen zum Erfahrungsaustausch und um Besichtigung der Ausbildungsstätten. Das Duale Ausbildungssystem, das in Deutschland und bei Dorst erfolgreich praktiziert wird, interessiert neuerdings sogar die Fachleute in den USA und in Asien. Es gilt dort als vorbildlich und nachahmenswert für Berufsausbildung, hat der Firmenchef erfahren. „Die duale Ausbildung, also der gleichzeitige Lernprozess in Betrieb und Schule, ist dort bisher mehr oder weniger unbekannt“, sagt Löcherer. So sei es nicht verwunderlich, dass anlässlich des G7-Gipfels in Elmau im Juni dieses Jahres an die Firma Dorst der Wunsch herangetragen wurde, Gespräche über das Duale Ausbildungssystem zu organisieren. „Vertreter aus dem Weißen Haus und einige Mitglieder des amerikanischen Kongresses waren beeindruckt, was sie bei Dorst gesehen und gehört haben“, berichtet Löcherer. Und so konnten interessante Kontakte geknüpft werden. Nun kam eine südkoreanische Delegation nach Kochel, und zwar vom namhaften Global Policy Institute in Seoul. 18 Fachleute für Berufsausbildung wollten wissen, wie das bei Dorst und in Deutschland mit dem Dualen Ausbildungssystem funktioniert. „Die Koreaner waren voll des Lobes“, so Löcherer.

Die Gespräche im Juni mit den Amerikanern und jetzt mit den Koreanern haben laut Löcherer gezeigt, dass dort in Sachen Berufsausbildung noch manches im Argen liegt oder noch gar nicht existiert. „Für uns sind solche Kontakte immer wieder eine Bestätigung, wie wertvoll unser Verständnis von Ausbildung ist.“ Billig sei das Kochler Ausbildungsmodell zwar nicht, „aber das ist gut angelegtes Geld“.

Alois Ostler

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