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Sportverein Kochel: Weniger Mitglieder, aber ein Plus in der Kasse

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Von: Patrick Staar

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Der neu gewählte Vorstand des SV Kochel (v. li.): Vorsitzender Uli Krauß, Schatzmeisterin Petra Krauß, Schriftführer Franz Linner und 2. Vorsitzender Stefan Hanfstingl.
Der neu gewählte Vorstand des SV Kochel (v. li.): Vorsitzender Uli Krauß, Schatzmeisterin Petra Krauß, Schriftführer Franz Linner und 2. Vorsitzender Stefan Hanfstingl. © P. Staar

Der SV Kochel hat die Corona-Zeit weitgehend unbeschadet überstanden. Allerdings gibt es Sportarten, die über starken Mitgliederschwund klagen. Das wurde jetzt in der Jahresversammlung besprochen.

Kochel am See - Kurioserweise erwirtschaftete der Verein im veranstaltungslosen Jahr 2020 sogar ein Plus in Höhe von 3732 Euro, während im „normalen“ Jahr 2019 noch ein kleines Minus (587 Euro) in den Kassenbüchern gestanden hatte. „Es läuft richtig rund, ich bin megazufrieden“, sagte Schatzmeisterin Petra Krauß in der Jahresversammlung in den „Kochler Stubn“. Unerwartet kam vor allem eine Einnahme: Der 956-Euro-Zuschuss vom Landratsamt. Krauß hatte das Geld abschrieben, weil der Anteil der jugendlichen Vereinsmitglieder zu gering ist. „Ich habe den Antrag trotzdem gestellt“, sagte Krauß. „Im ersten Schreiben hieß es dann: Tut uns leid, die Voraussetzungen für den Zuschuss sind nicht erfüllt.“ Doch dann sei ein zweites Schreiben eingetroffen: „Und da hieß es, dass der Zuschuss wegen Corona trotzdem gewährt wird – eine tolle Sache.“

Boule und Tischtennis haben Zulauf

Etwas durchwachsen fiel die Bilanz des Vereinsvorsitzenden Uli Krauß aus. So sei die Mitgliederzahl im Jahr 2019 von 289 auf 229 gesunken. Vor allem in den Sparten Boule und Tischtennis gebe es mittlerweile aber wieder „ein bisserl Zuwachs“. Das Jahr 2019 sei geprägt gewesen von größeren Ausgaben. So investierte der Verein 4000 Euro in neue Gerätschaften wie eine Spülmaschine, einen Gasgrill, einen Kühlschrank und einen Abwassertank. Der Verein war bei vielen Veranstaltungen wie dem Adventsmarkt und Ferienpass-Aktionen dabei und organisierte ein Grillfest. Ein Höhepunkt war der Liga-Spieltag, zu dem 150 Boule-Spieler anreisten. Im vergangenen Jahr sei all dies zum Erliegen gekommen: „Wir konnten da gar nichts mehr machen.“

Dies bestätigte Abteilungsleiter Max Simbeck: „Es gibt von 2020 nicht viel zu erzählen, wir mussten uns auf den Trainingsbetrieb im Freibereich beschränken.“ Der Platz konnte mit Unterstützung von zahlreichen Helfern instand gehalten worden. Dieses Jahr sei „Gott sei Dank“ wieder alles normal gelaufen, es seien einige neue Mitglieder hinzugekommen. Die Turniere seien gut angenommen worden. Erstmals seit langer Zeit habe man auch wieder drei Mannschaften für den Spielbetrieb anmelden können. 2022 werden es möglicherweise sogar vier. Die erste Mannschaft habe sogar den Aufstieg in die Landesliga, die zweithöchste bayerische Spielklasse, geschafft. Simbecks Fazit: „Der Trend geht nach oben.“

Beim Eisstock sieht‘s nicht gut aus

Keinerlei Schwierigkeiten gibt es auch mit der Sparte Eishockey, die von Oktober bis März regelmäßig in Garmisch-Partenkirchen trainiert: „Da gibt’s kein Hickhack, das Eisgeld kommt immer pünktlich“, berichtete Uli Krauß. Weitgehend zum Erliegen gekommen sind die Aktivitäten der Sparte Eisstock: „Wir sind nur noch drei Hanseln, das kannst vergessen“, berichtete ein Mitglied. Dabei habe es schon Zeiten gegeben, „da haben’s uns überrannt“. Krauß bestätigte: „Wir müssen da eine Aktion machen, vielleicht kommt dann ein kleiner Schub.“

Coronabedingt „ganz schlecht“ gelaufen sei es auch für die Sparte Tischtennis, berichtete Franz Linner: „Obwohl es einen Spielbetrieb gab, haben wir alle Mannschaften abgemeldet.“ Die Auflagen seien zu hoch gewesen, zudem gebe es im Verein einige Risikopatienten. In diesem Jahr sei wenigstens wieder die erste Mannschaft aktiv, die Zweite werde zu gegebener Zeit verstärkt ins Training einsteigen. Auch die Jugend soll 2022 wieder den Trainingsbetrieb aufnehmen: „Wir hoffen, dass dann noch alle Lust auf Tischtennis haben.“

Mut vom Bürgermeister

Bürgermeister Thomas Holz zollte dem Verein für diese vorsichtige Herangehensweise „höchsten Respekt“: „Ich halte es für die richtige Entscheidung, sich nicht für den Spielbetrieb anzumelden, denn die Corona-Zahlen machen nicht gerade Freude.“ Die Einschläge kämen immer näher: „Wenn man sieht, wie’s den Betroffenen geht, merkt man: Das ist mehr als eine Grippe.“ Dem Verein empfahl Holz, im nächsten Jahr massiv Mitglieder-Werbung zu betreiben: „Es ist wichtig für die Entwicklung junger Leute, dass sie miteinander was erleben.“

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