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Lugaiyen Alkouli (21) macht eine Ausbildung zur Chemielaborantin im Biotechnologie-Unternehmen Roche in Penzberg. 

Weltfrauentag: Zwei junge Frauen aus Afghanistan und Syrien sind in Bayern erfolgreich

„Wer etwas erreichen will, muss lernen“

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Zwei junge Frauen aus Afghanistan und Syrien haben sich im Tölzer Land nach oben gearbeitet. Am heutigen Weltfrauentag steht für sie deshalb eines im Mittelpunkt: Bildung.

Kochel am See/Schlehdorf– Weltweit haben 130 Millionen Mädchen keinen Zugang zu Bildung. Auch Zohal Mohammadi (19) und Lugaiyen Alkouli (21) stammen aus Ländern, in denen Frauen nicht ohne Schwierigkeiten eine höhere Ausbildung bekommen können. Umso glücklicher sind sie jetzt, dass sie in Deutschland dazu die Möglichkeit haben.

Zohal Mohammadi stammt aus Afghanistan und lebt seit Januar 2014 in Kochel. Als sie hier ankam, sprach sie kein Wort Deutsch. Die junge Frau lernte so fleißig, dass sie im Juli 2015 mit einem Notendurchschnitt von 1,3 Schulbeste an der Benediktbeurer Mittelschule wurde. Derzeit geht sie auf die Tölzer Südschule, wo sie heuer die Mittlere Reife ablegen möchte. Dann möchte die junge Frau weiter auf die FOS. Ihr großes Ziel: Das Abitur, um eines Tages Jura zu studieren.

Zohal Mohammadi (19) will heuer die Mittlere Reife schaffen. 

Weil Zohal Mohammadi so begabt ist, wurde sie 2016 als einzige im Landkreis in das Flüchtlings-Förderprogramm „Talent in Bayern“ aufgenommen. „Bildung ist sehr wichtig“, sagt die 19-Jährige. „Wenn man etwas erreichen möchte, muss man dafür was tun. Und dafür gebe ich alles.“

Die junge Frau freut sich, dass es den Weltfrauentag gibt. „Ich finde solche ,Feiertage‘ gut. Es ist eine Gelegenheit, den Frauen und ihrer Situation besondere Aufmerksamkeit zu schenken.“

Die Gleichberechtigung, die sie in Deutschland erfährt, schätzt sie sehr. „Ich habe hier die Möglichkeit, alles zu erreichen.“ In Afghanistan würden Mädchen schon sehr früh verheiratet. „Das ist schlimm. Viele sind Analphabeten. Dabei ist es doch auch als Mutter sehr wichtig, gebildet zu sein, damit man das an seine Kinder weitergeben kann.“

Zohal Mohammadi spricht fließend Dari und Deutsch, an der Schule lernt sie Englisch. „Ich hoffe, ich kann die Sprachen später irgendwie einsetzen. Ich möchte auch beruflich nicht auf einer Stelle bleiben, sondern mich weiterentwickeln.“ Frauen in Führungspositionen, sagt die 19-Jährige, seien für sie ein großes Vorbild.

Fleißig am Lernen ist auch Lugaiyen Alkouli. Die 21-Jährige aus Syrien, die bis vor Kurzem in Schlehdorf lebte, hat im September eine Ausbildung zur Chemielaborantin im Biotechnologie-Unternehmen Roche in Penzberg begonnen. „Bildung und Ausbildung sind ganz wichtig für Frauen, damit sie sich ein selbstständiges Leben aufbauen können“, sagt sie. Lugaiyen Alkouli stammt aus der Nähe von Damaskus und flüchtete mit ihrer Familie via Libyen in einem Boot über das Mittelmeer nach Deutschland. Über Italien gelangten sie nach München und fanden in Schlehdorf eine neue Bleibe.

Es wurde Lugaiyen Alkoulis großer Traum, einen der vier Ausbildungsplätze für Geflüchtete bei Roche in Penzberg zu bekommen, nachdem sie über die Tölzer Berufsschule einen Praktikumsplatz dort bekommen hatte. „Chemie habe ich immer schon gerne gemocht.“ Bei Roche gefällt es ihr sehr gut. „Alle sind sehr freundlich und nett, und ich bin von Anfang an voll aufgenommen worden.“ Zusätzlich gibt es dort ein Mentorenprogramm, das die Integration fördert.

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