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Die „Wikinger“ Michaela, Ines und Sebastian (Foto links, v. li.) vom Lager „Glezon“ hatten mit dem Regen kein Problem.

Am Walchensee

Wikingermarkt: „Bei Regen ist es im Zelt gemütlicher“

Das bisschen Regen? Pah! Wer ein echter Wikinger sein wollte, der ließ sich auch von den mitunter massiven Niederschlägen der vergangenen Tage nicht abhalten, zum Wikingermarkt nach Walchensee zu kommen.

Walchensee – Sebastian, Ines und Michaela, die drei Wikinger aus dem Lager „Glezon“, hatte es in der Nacht zu Samstag arg erwischt. Gleich mehrere ihrer Zelte, die sie nahe des Ufers aufgebaut hatten, konnten den Regenfällen nicht mehr standhalten. Von oben, von unten und von der Seite drückte das Nass herein. „Wir haben’s halt wieder irgendwie trockengelegt. Wir sind da hart im Nehmen“, sagen die drei „Wikinger“. Sie konnten über die Schrecken der zurückliegenden Nacht sogar lachen.

Amrei Linke-Janssen aus Ottobeuren schminkte Kinder und begeisterte diese damit. 

Abbrechen und vorzeitig abreisen? Kommt nicht in Frage. „Wir bleiben bis zum Schluss. Es ist trotzdem ein schöner Markt“, sagen sie.

Auf jeden Fall ein kleinerer als im Vorjahr. „Wir schätzen, dass heuer rund 1000 Besucher gekommen sind“, sagte Bürgermeister Thomas Holz am Sonntagnachmittag. Wo 2016 Händler dicht an dicht standen und ihre Waren feilboten, war am Samstag nichts als triefnasse Wiese. Fürsorglich hatte die Gemeinde zwar eine dicke Schicht Hackschnitzel als Weg über dem Gelände ausgebracht, aber wehe dem, der daneben trat. Schlamm und tiefe Pfützen verteilten sich wie Tretminen zwischen den vereinzelt aufgestellten Händlerbuden, Essensständen und den Zelten der Lagerleute.

Fünf dieser Lager hätte es eigentlich geben sollen, sagte Holz. „Aber die Mitglieder einer dieser Gruppen sind noch vor der Eröffnung abgereist, weil ihnen der Regen die Zelte durchweicht hatte.“ Auch einige Händler hatten kurzfristig ihre Teilnahme abgesagt.

„Weicheier“ mag sich da so mancher der verbliebenen Wikingermänner und -frauen gedacht haben. Mareike und Monika zum Beispiel, die sich ihre gute Laune absolut nicht verregnen ließen. Ganz im Gegenteil: „Wenn es regnet, ist es viel gemütlicher in den Zelten. Und die Besucher kommen viel eher und setzen sich zu uns ans Feuer dazu“, hat Mareike vom Lager der „Eiswölfe vom Donaufjord“ festgestellt.

Matschig war‘s auf dem Wikingermarkt.

Auch das Geschäft in ihrem Kramerladen laufe gar nicht mal schlecht, bilanziert Händlerin Monika. „Ich bin recht zufrieden.“ Ein paar Meter weiter saß Amrei Linke-Janssen geschützt unter einer Plane und bemalte Kindergesichter mit Elfen und Einhörnern. Wie die Händlerin aus Ottobeuren waren viele Kaufleute und Lagerbewohner schon oft in Flake beim Wikingermarkt: Weil er so klein ist und so eine herrliche Kulisse hat. „Ich habe hier schon viele schöne Märkte erlebt, und deshalb bin ich auch jetzt gekommen, wenn es mal nicht so tolles Wetter hat“, sagt Linke-Janssen. „Schon wegen der Kinder“, sagt sie, die sich doch so freuen würden auf das Kinderschminken.

Und von denen waren trotz Dauerregens am Samstag einige mit ihren Eltern gekommen. Auch viele Urlauber in Regencape und Gummistiefel gesellten sich dazu. „Wir haben extra unseren Urlaub so gebucht, dass wir den Markt erleben“, sagte Familie Harpert aus Schwäbisch-Hall. Jetzt kneifen? Keinesfalls. Martin Manzl aus Scharnitz sah das genauso. Er hat seinem Enkel Leon (8) diesen Ausflug versprochen. „Und versprochen ist versprochen.“ Und überhaupt: „Es gibt kein schlechtes Wetter. Nur unpassende Kleidung.“

Genau. Das war schon bei den Wikingern so. „Heuer kamen zwar nicht so viele Besucher wie in den Vorjahren, aber diese waren alle sehr regenfest gekleidet“, sagt der Bürgermeister. Und noch etwas hat er beobachtet: „Das Wetter hat die Stimmung keinesfalls getrübt – alle wussten ja, wie es ist, und hatten trotzdem viel Spaß und Freude.“ Auch 2018 wird es einen Wikingermarkt geben, kündigt Holz an. Im kommenden Jahr feiert die Veranstaltung ihr zehnjähriges Bestehen – und das hoffentlich wieder mit Schaukämpfen und Feuershow, die heuer wortwörtlich ins Wasser fielen. (fn)

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