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Stau an der Ortseinfahrt von Kochel: Die wachsende Verkehrsbelastung in der Gemeinde wird zu einem immer größeren Ärgernis für die Anwohner.

Ausflügler nehmen Schleichwege durch den Ort

Wildwestmanieren verstopfen Kochler Straßen

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Kochels Bürgermeister Thomas Holz stellte jetzt im Gemeinderat erste Auswertungen zur Verkehrsanalyse für das Walchensee-Konzept vor.

Kochel am See/Walchensee – Diese Zahlen geben den Kochlern Gewissheit. „Was wir hier immer schon gefühlt haben oder geglaubt haben zu wissen, das ist jetzt dokumentiert“, sagte Thomas Holz am Dienstagabend. In der Gemeinderatssitzung stellte der Kochler Bürgermeister erste Auswertungen zur Verkehrsanalyse vor, die derzeit für das Walchensee-Konzept erstellt wird.

Insbesondere eine Verkehrszählung am 11. August vergangenen Jahres belegt eine These, die der Rathauschef schon vor einiger Zeit aufgestellt hatte: „In einer Gesamtschau fahren 50 Prozent der Fahrzeuge nur durch und wollen gar nicht in unserer Gemeinde bleiben.“ Bei der Zählung an jenem sonnigen Ausnahme-Sonntag wurden insgesamt über 11 000 Fahrzeuge auf der Bundesstraße 11 registriert. Die Hälfte davon fuhr am Vormittag über den Kochel- und Walchensee weiter in den Raum Garmisch. Die Rückreise aus dem Oberland traten am Nachmittag sogar Dreiviertel der Autofahrer auf den Straßen durch die Gemeinde Kochel an. Nach Einschätzung von Thomas Holz folgen alle diese Tagestouristen den Empfehlungen des Online-Kartendiensts „Google Maps“. „Wenn die Autobahn und die Bundesstraße 2 bei Oberau verstopft sind, dann fahren halt alle bei uns durch“, so der Bürgermeister.

Walchensee-Konzept: 200 neue Parkplätze an den Mautstellen?

Als weiteres Beispiel führte er den vorvergangenen Samstag an. Bereits am frühen Vormittag staute sich der Verkehr zum Weltcuprennen in Garmisch auf der B 11 nach Kochel so stark, „dass einige Musikanten unserer Blaskapelle zu spät zu einer Beerdigung gekommen wären, wenn sie nicht bei der Anfahrt von den nördlichen Ortsteilen auf Schleichwege ausgewichen wären“. Dem pflichtete Gemeinderat Florian Eberl bei. „Das nimmt mittlerweile Wildwestmanieren an“, sagte er. Der Durchgangsverkehr weiche nun sogar auf Innerorts-Verbindungen wie den Döllerfeldweg oder die Graseckstraße aus.

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Bürgermeister Holz ist froh, „dass wir die ersten Zahlen so früh bekommen haben“. Die Ergebnisse werden nun von Fachleuten weiter ausgewertet, und man werde sich dann nochmals zusammensetzen müssen, „um das Thema sehr detailliert zu beleuchten, um die Ursachen ganz genau herauszufiltern und gegensteuern zu können“. Allerdings müsse allen bewusst sein, „dass immer mehr Menschen an sonnigen Tagen in unsere schöne Region wollen und der Verkehr immer zunehmen wird“. Holz verwies darauf, dass München jährlich um mindestens 30 000 Einwohner wachse. „Ich habe Verständnis, dass alle in unsere schöne Gegend wollen“, sagte er. Aber hier müsse langfristig eine überregionale Lösung gefunden werden.  

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