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Stellflächen für Wohnmobile sollen nahe dem Trimini entstehen.
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Stellflächen für Wohnmobile sollen nahe dem Trimini entstehen.

Initiatoren reagieren überraschend positiv

Wohnmobil-Platz am Kochelseeufer: Gemeinderat lehnt Forderungen der Bürger ab

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Am Ufer des Kochelsees soll unweit des Trimini ein Wohnmobil-Stellplatz entstehen. Viele Bürger sind skeptisch. Doch ihre Forderungen wurden nun vom Gemeinderat mehrheitlich abgelehnt.

Kochel am See – 114 Bürger hatten den Antrag der Initiatoren Pia Seuthe, Lothar Hofmann und Anne Schicht unterzeichnet. Doch die darin enthaltenen Forderungen lehnte der Kochler Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag mehrheitlich ab. Aufgeschlossen zeigte sich lediglich die Fraktion der Kochler Mitte. In einzelnen Punkten votierten auch Klaus Barthel (SPD) und die Fraktion der Freien Wähler Walchensee sowie Bettina Sindlhauser von den Freien Bürgern Ried für den Bürgerantrag, während etwa die CSU- und die UWK-Fraktion stets geschlossen dagegen stimmten.

Durchgefallen ist etwa die Forderung, die Öffentlichkeit in einer Informationsveranstaltung über die konkreten Pläne für den Wohnmobil-Stellplatz zu informieren. Das sei über die Presse bereits ausreichend geschehen, befand Bürgermeister Thomas Holz (CSU), der betonte, die Baugenehmigung liege noch gar nicht vor. Außerdem sei wegen der Corona-Pandemie eine derartige Veranstaltung derzeit gar nicht möglich, so Holz.

Kritik an dieser Haltung kam von Frank Sommerschuh (FW): Im Wahlkampf hätten sich alle Parteien und Gruppierungen Bürgernähe auf die Fahnen geschrieben. Nun forderten die Wähler dieses Versprechen ein. „Stoßen wir sie nicht vor den Kopf“, forderte Sommerschuh. Sonja Mayer (Kochler Mitte) regte als Alternative zu einer Infoveranstaltung einen öffentlichen „Informationsspaziergang“ zur Triministraße an. „Den könnte man auch in Corona-Zeiten machen.“

Stellplatzzahl muss mit potenziellem Betreiber noch besprochen werden

Auch die Forderung des Bürgerantrags, die Zahl der Stellplätze auf 50 zu begrenzen wurde vom Gremium mehrheitlich abgeschmettert – unter anderem mit der Begründung, dass über die konkrete Stellplatzzahl mit einem potenziellen Betreiber noch gar nicht gesprochen worden sei. Intern habe sich das Gremium als „Richtschnur“ eine Zahl von 50 gegeben, sagte Holz. Dem widersprach Rosemarie Marksteiner (Kochler Mitte): Der Gemeinderat habe bei seinem Ja zum Bauantrag bereits einer Zahl von 90 Plätzen zugestimmt.

Weitere Forderungen der Antragsteller: die Bekämpfung des Wildcampens im Gemeindegebiet und der Schutz des Vogelschutzgebiets am Kochelsee (SPA-Fläche). Wie Holz betonte, würden bereits Maßnahmen gegen das wilde Campen umgesetzt – etwa durch Kontrollen der Polizei oder eine entsprechende Beschilderung. Diese Maßnahmen sollen weiter „intensiviert werden“, sagte Holz. Der Einsatz von Rangern sei am Kochelsee nicht möglich, da es sich um kein Naturschutzgebiet – wie etwa am Walchensee – handele. Die SPA-Flächen am See sieht Holz bereits jetzt durch „zahlreiche gesetzliche Vorgaben“ geschützt. Sie könnten von dem geplanten Stellplatz nicht ausgehebelt werden.

„Mehr Besucher heißt auch mehr Störung“

Trotzdem sei mit Auswirkungen auf das schützenswerte Gebiet zu rechnen, warnte Sonja Mayer, denn: „Mehr Besucher heißt auch mehr Störung.“ Mayer regte zu diesem Thema das Hinzuziehen eines Experten an und fragte kritisch: „Wollen wir tatsächlich noch mehr Besucher in diesen Bereich hineinziehen?“

Auch die letzte Forderung im Bürgerantrag, dass der Wohnmobilstellplatz keine negativen Auswirkungen auf bestehende Veranstaltungen rund um das Gelände oder auf dort aktive Vereine haben dürfe, wurde abgelehnt. Das werde nicht der Fall sein, versprach Holz. Unter anderem sicherte er zu, dass ein Festzeltbetrieb trotz Wohnmobilstellplatz möglich sein soll. Mit den Vereinen sei man im Gespräch. Rosemarie Marksteiner blieb skeptisch: „Was haben die Kochler von diesem Platz?“, fragte sie. Viele Bürger befürchteten nur noch „mehr Verkehr und noch mehr Leute“.

Die Initiatoren des Bürgerantrags äußerten sich am Mittwoch überraschend positiv: Auch wenn ihr Antrag formell in allen Punkten abgelehnt worden sei, „freuen wir uns, dass zahlreiche unserer Forderungen und Anregungen umgesetzt werden“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme an den Tölzer Kurier. Dazu zähle etwa eine deutliche Verkleinerung des Platzes bezüglich der Anzahl an Stellplätzen. Dass eine Einbindung der Bevölkerung durch eine Info-Veranstaltung vor Ort keine Mehrheit fand, „nehmen wir bedauernd zur Kenntnis“, heißt es in dem Schreiben.

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