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Mit einem Quad machten sich vier Mitglieder der Bergwacht Kochel auf den Weg zum Herzogstandhaus.

Bergwachteinsatz

Zu erschöpft zum Abstieg: Zwei Wanderer (18) am Herzogstand in Not

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Zwei 18-Jährige saßen in der Nacht auf Donnerstag am Herzogstand fest. Sie schafften den Abstieg nicht mehr aus eigener Kraft und mussten auf Hilfe warten. Einer der beiden erlitt Erfrierungen.

Kochel am See – Zwei Wanderer (18) aus der Tölzer Umgebung gerieten in der Nacht auf Donnerstag am Herzogstand in eine gefährliche Situation. Die beiden konnten nicht mehr selbstständig absteigen und mussten in der klirrenden Kälte ausharren, bis die Bergwacht Kochel ihnen zur Hilfe kam. Nach ihrer Rettung zeigte sich: Einer der jungen Männer hat Erfrierungen ersten und zweiten Grades an den Zehen erlitten.

Ein Rettungshubschrauber holte die jungen Männer am Donnerstagmorgen am Herzogstandhaus ab.

„Die beiden sind gegen 17 Uhr an der Talstation der Herzogstandbahn aufgebrochen“, sagt Anton Geiger. Laut dem Bereitschaftsleiter der Bergwacht Kochel folgten sie dem Wanderweg H 2 zum Herzogstandhaus auf 1575 Metern. Wann die Wanderer dort ankamen und warum sie zu erschöpft waren, um den Rückweg zu bewältigen, weiß Geiger nicht. Sicher ist: Gegen Mitternacht setzten sie einen Notruf ab.

Vier Mitglieder der Bergwacht machten sich in einem Quad auf den Weg zu den jungen Männern. Die letzten 30 Minuten stiegen sie mit Tourenskiern zum Herzogstandhaus auf, gegen 2.15 Uhr erreichten sie ihr Ziel. Trotz eines Lagerfeuers, das die beiden Wanderer entzündet hatten, waren sie völlig durchgefroren. „Es war einer der kältesten Tage der vergangenen Wochen“, verdeutlicht Geiger die Problematik. Für das Tal waren nur etwa minus 13 Grad vorhergesagt, auf dem Herzogstand dürfte es also noch kälter gewesen sein. Zudem wehte laut Geiger ein schneidender Wind. „Unter diesen Umständen ist man sehr schnell unterkühlt, wenn man keinen Schutz hat.“ 

Genau der fehlte: Wie berichtet ist das Herzogstandhaus derzeit geschlossen, da auch die Seilbahn nicht fährt. Erst, wenn am 23. März die neue elektronische Steuerungsanlage eingebaut ist, nehmen Bahn und Berggasthaus ihren Betrieb wieder auf. Die Bergwacht appelliert deshalb an alle Wanderer und Skitourengeher, ihre Touren sorgfältig zu planen und an geeignete Kleidung und heiße Getränke zu denken. 

Da die Bergwacht einen Schlüssel zum Herzogstandhaus besitzt, brachten die Rettungskräfte die beiden erschöpften Wanderer sofort ins Innere. Dort heizten sie ein und kochten heißen Tee. Die Retter entschieden sich dazu, das erste Tageslicht abzuwarten, ehe sie einen Rettungshubschrauber anforderten. 

Gegen 7 Uhr wurde der 18-Jährige mit den Erfrierungen an den Zehen in die Unfallklinik nach Murnau geflogen. Laut Geiger sollte er keine bleibenden Schäden davontragen. Sein Freund wurde unverletzt ins Tal gebracht. Gegen 9 Uhr war der Einsatz erfolgreich beendet. 

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