Mitglieder der Wasserwacht Kochel üben das Retten von Personen auf dem Eis. 
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Mitglieder der Wasserwacht Kochel üben das Retten von Personen auf dem Eis. 

Neubau an der Badstraße geplant

Zwei Rettungsdienste unter einem Dach: Bergwacht und Wasserwacht in Kochel bekommen ein neues Heim

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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In Kochel sollen Berg- und Wasserwacht bald ein gemeinsames Zuhause haben: Die Gemeinde plant den Neubau einer Rettungsstation an der Badstraße. Für den Umzug brauchen die Rettungsorganisationen aber noch Spenden.

Kochel am See – Die Pläne für die Rettungsstation gibt es schon länger. Im Dezember 2018 hatte der Kochler Gemeinderat den Neubau beschlossen und im April 2019 den Bauantrag eingereicht. Allerdings wurde die Genehmigung bislang noch nicht erteilt, da sich der notwendige naturschutzfachliche Ausgleich schwierig gestaltet, berichtet Bürgermeister Thomas Holz auf Anfrage. „Der Gemeinderat hat inzwischen beschlossen, entsprechende ,Ökopunkte‘ zum Ausgleich des Eingriffs zu erwerben. Die Details werden aktuell zwischen den Planern und der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt abgestimmt.“ Er hoffe, dass die Baugenehmigung noch im Frühjahr erteilt werden kann.

Der Neubau ist auf die Anforderungen der Ehrenamtlichen zugeschnitten, die Planungen erfolgten in enger Absprache mit den beiden Rettungsorganisationen. Laut Holz wurden bereits Planungsleistungen für die einzelnen Gewerke vergeben. „Es ist wichtig, dass die ehrenamtlichen Einsatzkräfte stets gute Bedingungen für ihre Arbeit haben“, sagt der Rathauschef. Der Neubau wird rund 800 000 Euro kosten. Beide Organisationen müssen einen Eigenanteil leisten und sind auf Spenden angewiesen (siehe Kasten).

Auch im Winter und bei Nacht ist die Kochler Bergwacht im Gebirge im Einsatz.

Sowohl bei der Berg- als auch bei der Wasserwacht ist man dankbar für das Projekt. „Seit über 30 Jahren befindet sich unsere Wache im Gemeinde-Gebäude an der Seestraße. Der Platz für die Fahrzeuge und das Rettungsmaterial reicht inzwischen bei weitem nicht mehr aus“, sagt Bergwacht-Bereitschaftsleiter Toni Geiger. So müsse zum Beispiel der Anhänger für das Geländefahrzeug in einer eineinhalb Kilometer entfernten Garage untergebracht werden. „Das bedeutet Zeitverlust bei den Einsätzen.“ Außerdem könne man die Schränke mit dem Rettungsmaterial nicht mehr öffnen, wenn sich ein Fahrzeug in der Garage befinde. In einer weiteren Garage, die die Bergwacht nutzt, gebe es zudem keine Heizung. „Diese Tatsache sowie feuchtes Mauerwerk führen zu Schäden an Material und Medikamenten.“ Bei der Kochler Bergwacht gibt es derzeit 50 aktive Einsatzkräfte, außerdem zehn Anwärter.

Ähnlich wie die Bergwacht, muss auch die Wasserwacht seit Jahren Material und Gerätschaften verteilen, derzeit an drei Standorten. „Wir hatten noch nie ein Heim, sondern nur die Bootshütte“, sagt Vorstand Toni Simmeth. Für Schulungen und Kurse nutzt man die Räume der Feuerwehr. Die Wasserwacht hat knapp 80 Mitglieder, 50 davon bilden eine sehr aktive Jugendgruppe. Zudem setzt sich die „Schnelleinsatzgruppe (SEG) West“, die kreisweit an Gewässern im Einsatz ist, aus den Mitgliedern der Kochler Wasserwacht zusammen. 20 Mal wurde die SEG im vergangenen Jahr alarmiert.

Die neue Rettungswache bietet beiden Organisationen ausreichend Platz, sowohl für Material und Geräte als auch für Schulungen. Es ist gut erreichbar für die Einsatzkräfte, zudem ist der Hubschrauberlandeplatz in unmittelbarer Nähe. Für die Bergwacht gibt es eine Sichtverbindung zu Herzogstand und Jochberg, dem Schwerpunktgebiet ihrer Einsätze. Außerdem gibt es einen Einsatzleitraum. Die Wasserwacht braucht jedoch noch eine neue Hütte für das Boot. Das neue Gefährt steht derzeit noch in einer Garage, die jetzige Hütte ist marode und zu klein.

Beide Organisationen hoffen, dass es bald grünes Licht für den Neubau gibt. „Damit wird auch unserem Nachwuchs die Möglichkeit gegeben, sich weiterhin ehrenamtlich und professionell zu engagieren“, sagt Toni Geiger von der Bergwacht.

Spenden: Sowohl die Berg- als auch die Wasserwacht in Kochel müssen für den Neubau einen Eigenanteil aufbringen und sind auf Spenden angewiesen: Bergwacht Kochel, VR-Bank Werdenfels, IBAN DE49 7039 0000 0103 7140 04, BIC: GENODEF1GAP. Bis 200 Euro zählt der Kontoauszug als Beleg beim Finanzamt, teilt die Bergwacht mit. Bei höheren Beträgen erhalten Spender am Jahresende automatisch eine Spendenquittung. Kontakt mit der Bergwacht kann man per Mail an kochel@bergwacht-bayern.de aufnehmen. Das Spendenkonto der Wasserwacht Kochel läuft über das Bayerische Rote Kreuz (BRK): Sparkasse Tölz-Wolfratshausen, IBAN DE13 7005 4306 0000 0012 22, BIC: BYLADEM1WOR. Wichtig ist der Verwendungszweck: „Spende Wasserwacht Kochel“. müh

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