Josef Haslinger schwört: Die Königskerze sagt ihm, wie das Wetter wird. Foto: Manuel Brückl
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Josef Haslinger schwört: Die Königskerze sagt ihm, wie das Wetter wird.

Benediktbeurer liest aus der Königskerze

Diese Pflanze sagt's: Es gibt weiße Ostern

Benediktbeuern - Wann wird es endlich wieder Winter? Die Antwort gibt der Blütenstand der Königskerze. Davon ist der Benediktbeurer Josef Haslinger (71) überzeugt. Seine Prognose: Was den Schnee angeht, ist für heuer das Gröbste schon vorbei.

Wetterprophet Jägerhubers schlechte Prognose für 2014

Mit seiner Prognose für eine grüne Weihnacht lag der ehemalige Hüttenwirt Josef Haslinger richtig. Im Internet kann es noch immer jeder überprüfen: In der BR-Fernsehsendung „quer“ vom 6. Dezember sagte der Benediktbeurer voraus, dass es zum Fest keinen Schnee geben würde – und das zu einer Zeit, als die Region unter einer dicken weißen Decke lag. Dabei stützt er sich auf die genaue Betrachtung der Blüte der Königskerze. Das erklärt er im Kurier-Interview.

Herr Haslinger, vom Winter ist seit längerer Zeit nicht viel zu sehen. Kommt nach Ihrer Prognose noch einmal Schnee?

Nach dem, wie die Königskerze geblüht hat, kommt Mitte Februar noch einmal Schnee und dann zum Schluss des Winters. Wir werden also weiße Ostern haben. Aber der kräftige Winter, wie wir’s gewohnt sind, wird das wohl nicht mehr.

Wie genau lässt sich das an der Königskerze ablesen?

Das sieht man am Blütenstand. Man muss schauen, wie sich die Blüten dort verteilen. Der Blütenkolben bildet sozusagen die ganze schneefähige Zeit ab. Am unteren Ende, das entspricht dem Spätherbst, ganz oben, da endet die schneefähige Zeit, in der Mitte liegt die Wintersonnenwende. Dort, wo die Königskerze kräftiger blüht, gibt es mehr Schnee.

Und das hat sich bisher bestätigt?

Ja. Die Königskerzen vom vergangenen Jahr hatten zum Beispiel im Bereich für den späten Oktober eine kräftige Blüte. Und kurz vor der Hälfte, also zu Weihnachten, hat es wieder aufgehört. Vor einigen Jahren sind alle Knospen unaufgeblüht abgefallen. In dem Jahr gab es so gut wie keinen Schnee. Wenn ich mich in meinen Prognosen vertan habe, dann lag es daran, dass ich selber nicht ganz geglaubt haben, was die Königskerzen angezeigt haben.

Aber wie kann so etwas sein?

Die Erfahrung zeigt, dass es so ist. Es ist das Gesamtbild der Natur, das man lesen kann. Ein simples Beispiel: Wenn man in den Bergen ein Rudel Gämsen nach oben ziehen sieht, weiß man, dass ein fürchterliches Wetter kommt. In meinen Wetterprognosen bestärkt mich auch mein Weihnachtskaktus. Als im Dezember der Schnee gekommen ist, haben die Knospen angefangen aufzugehen. Seitdem sind sie so stehen geblieben – er wird erst wieder aufblühen, wenn es wieder Schnee gibt.

Woher haben Sie denn Ihre Kenntnisse über die Pflanze?

Das Wissen habe ich von meinen Vorfahren mitbekommen. Schon früher haben sich am Berg die Holzarbeiter nach der Königskerze gerichtet. Wenn sie nicht geblüht hat, haben sie kein Holz geschlagen, denn um das Holz ins Tal zu bringen, brauchten sie ja Schnee.

Wo finden Sie die Königskerzen, an denen Sie das Winterwetter ablesen?

Sie blühen überall – ob an der Autobahn oder am Bahndamm. Ich schaue sie mir an, wenn ich auf den Berg gehe. An einem Ort blühen immer alle Kerzen gleich. Aber die, die bei uns blühen, sagen nur etwas über den Winter hier und nichts über das Wetter im Chiemgau oder im Allgäu.

Gibt es nicht auch viele Skeptiker, die nicht an Ihre Methode glauben?

Natürlich. Studierte Meteorologen rufen mich oft an und fragen: Wie machst du das? Das kann doch gar nicht sein. Ich bin ja selber überrascht. Aber die Königskerze ist ein unwahrscheinlicher Sicherheitsfaktor.

Das Gespräch führte Andreas Steppan

Hier geht's zur Vorhersage für 2014!

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