Konrad Hundhammer (Mi.) hat unter anderem die beliebte Veranstaltung „Musi mach ma miteinander“ ins Leben gerufen. Künftig leitet Katharina Pössenbacher (2. v. re.) den Chor. Zum Abschied überreichten (v. li.) Johanna Streidl und Heidi Sachenbacher Geschenke vom Chor. Auch Pfarrer P. Heiner Heim würdigte Hundhammers Engagement. Foto: krinner

Konrad Hundhammer verabschiedet

Singend in den Ruhestand

Nach 25 Jahren im Amt hat Konrad Hundhammer (84) jetzt die Leitung des Bichler Kirchenchores an Katharina Pössenbacher übergeben. Zum Abschied gab’s Musik, Geschenke und viele lobende Worte für Hundhammers großes Engagement im Dorf.

Bichl - Nach 25 Jahren im Amt hat Konrad Hundhammer (84) jetzt die Leitung des Bichler Kirchenchores an Katharina Pössenbacher übergeben. Zum Abschied gab’s Musik, Geschenke und viele lobende Worte für Hundhammers großes Engagement im Dorf.

von Rosi bauer

Bichl – „Damit ist für mich wieder ein Lebensabschnitt zu Ende“, meinte Konrad Hundhammer nicht ganz ohne Bedauern, als er jetzt kurz vor dem Jahreswechsel bei einer internen Feier mit „seinem“ Kirchenchor sozusagen den Taktstock aus der Hand legte. 25 Jahre lang hatte Hundhammer den Bichler St. Georgs-Chor geleitet. „Mit 84 Jahren ist es nun genug.“

Entsprechend hatte er zu seinem Abschied auch einige Verse gedichtet, die er zur bekannten Melodie von „Amazing Grace“ vortrug. Die letzte Strophe vermittelte ganz deutlich, wie viel Liebe und Leidenschaft in diese Aufgabe miteingeflossen waren: „Eine schöne Zeit zu Ende geht, ich war sehr gern dahier. Die Zeit war schön, so schön mit euch, ich danke euch dafür.“

Dabei war die musikalische Betätigung für Hundhammer zeitlebens „nur“ ein Hobby. Von Beruf war der gebürtige Bad Aiblinger nämlich Schreinermeister. In Rosenheim hatte er zudem ein Ingenieursstudium absolviert. Doch schon als Jugendlicher erlernte Hundhammer das Zitherspielen und befasste sich mit dem Akkordeon. „Und die Harmonielehre hat mich immer schon interessiert“, erzählt er rückblickend seinen Werdegang.

1968 führte ihn sein Weg ins Loisachtal, wo er in Bichl auf Leibrente einen Betrieb kaufen und weiterentwickeln konnte. Im Benediktbeurer Kirchenchor fand er zugleich als Sänger musikalische Betätigung, bis schließlich von Bichler Seite angefragt wurde, ob er denn nicht den dortigen Kirchenchor übernehmen wolle – dieser war damals eine Weile ohne Leiter und deshalb mehr oder weniger in Auflösung. Und tatsächlich ging es nach dem Amtsantritt Hundhammers vor allem durch eifrige Anwerbung neuer Mitstreiter mit dem Bichler Chor schnell wieder bergauf: Zur ersten Probe am 7. Dezember 1990 kamen sieben Frauen, im Januar waren es dann schon 14 Sängerinnen und bei den Proben für Ostern 17, wie Hundhammer bei der Abschiedsfeier Revue passieren ließ.

Bei dieser Herausforderung war ihm besonders zugute gekommen, dass er selbst auch Gesangsunterricht genommen hatte und außerdem von einem Onkel, der Chordirigent war, viel Fachwissen lernen konnte. Dass der Bichler Chor über die Jahre hinweg auch ein großes Repertoire an weltlichen Liedern einstudierte, ermöglichte ein breiteres Spektrum an Auftritten und bescherte dem Ensemble viele musikalische Höhepunkte. So etwa die Mitwirkung bei mehreren Frühjahrskonzerten der örtlichen Blaskapelle oder bei einem Verdi-Konzert im Benediktbeurer Klosterhof.

Einen „eingeschworenen Haufen“ habe er in den zurückliegenden 25 Jahren aus dem Bichler Kirchenchor gemacht, meinte Pfarrer Pater Heiner Heim und dankte Konrad Hundhammer für seinen von Idealismus geprägten Einsatz. Diesem Dank schloss sich auch die langjährige Mitsängerin Katharina Pössenbacher an, die von nun an den Ton vorgibt und mit der vertrauten Runde „zur Ehre Gottes weitersingen“ möchte. Über Hundhammers Ägide kamen an diesem Abschiedsabend unvermeidbar noch einige humorvolle Anekdoten zum Vortrag – in gesungener Weise versteht sich.

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