Corona in Deutschland: Spahn verkündet Testpflicht für Reiserückkehrer ab Samstag - doch nicht für alle

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Kräuterpark und Schumi auf heißen Kufen

Bad Heilbrunn - Heiße Kufen auf eisgekühlter Talfahrt: Die Heilbrunner Maschkera zogen am Samstag nach dreijähriger Pause wieder einmal ihr schon traditionelles „Wurfrennen“ durch.

Die Bezeichnung „Wurf“ ist der alte Name des steilsten Abschnitts eines früheren Holzziehweges. Dass das nicht ganz ernst zu nehmende Wettrennen auf der vor gut 40 Jahren an selber Stelle gebauten Forststraße „Wurfrennen“ heißt, könnte man jedoch auch anders interpretieren: Zum einen mussten die nacheinander startenden Teilnehmer unterwegs drei Schneebälle durch so etwas ähnliches wie eine Fußball-Torwand werfen. Zum anderen hat es viele der wackeren Starter auf der sülzigen und deshalb nicht allzu schnellen Bahn mehr oder weniger unfreiwillig von ihrem gleitenden Untersatz geworfen.

Doch solcherlei Malheure verursachten keinen großen Jammer, denn, wie bereits erwähnt, der Ernst sollte an diesem Tag außen vor bleiben. Erst vor drei Wochen hatten die Heilbrunner Faschingsspezialisten beschlossen, heuer eine Neuauflage des Wurfrennens zu veranstalten, berichtete Chef-Organisator Markus Spindler. „Und dann wurde gebastelt und gebaut – alles streng geheim.“

Denn während die Kinder mit ihren normalen Schlitten auf die etwa einen Kilometer lange Rennstrecke gehen, präsentieren sich die Großen mit Darstellungen. An Themen mangelte es nicht: Schumis späte Rückkehr mit dem Team Ferrcedes in die Formel 1 wurde respektlos abgehandelt, ein Feuerwehr-Mobil schlitterte mit heulender Sirene knapp am Straßengraben entlang. Doch am intensivsten spukt in den Köpfen der „Eingeborenen“ wohl der neue Ruhm Heilbrunns als Kräutermetropole. So suchte eine mit Skiern unterlegte und per Fahrradlenker gesteuerte Badewanne als „Kräuterbad“ ebenso ihren Weg talwärts wie ein gut bestückter Kräuterladen mit eindeutig zweideutigen Angeboten: „Vom grinsenden Gründlstrauch über Nacktbaden im Kräuterteich mit dem Bürgermeister und dem Gemeinderat oder Wassergeburten im Kräuterteich unter Einsatz von Zugsalbe ist bei uns alles zu haben“, brüstete sich das zugehörige „Krauterer“-Team.

Neben dem Schneeballwerfen mussten an einer zweiten Haltestation Nägel eingeschlagen und Fragen über die Welt und Heilbrunn beantwortet werden – wobei die Jury gerne ein Auge zudrückte oder Nachhilfe gab. Das letzte, massive Gefährt mit dem Titel „Wirtschaft zur Krise – zum Weber in der Wies“ rutschte in den Graben und musste mit einem Traktor weiterbefördert werden. „Das passt ja“, meinte einer der Akteure.

Am Ziel wärmten sich Fahrer und die amüsierten Zuschauer an glimmenden Baumstümpfen. Fehlte nur noch die Siegerehrung: Bei den Kindern gab’s einen Wander-Pokal, bei den Erwachsenen einen hölzernen Spucknapf von anno dazumal. (rb)

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