Kreisklinik: Mehr Patienten, mehr Konkurrenz

Bad Tölz-Wolfratshausen - Auf dem Krankenhausmarkt herrscht ein harter Konkurrenzkampf. Auch die Wolfratshauser Kreisklinik muss da mächtig strampeln, weiter investieren und die Kapazitäten erhöhen.

Es ist kein leichtes Umfeld, in dem sich die Kreisklinik behaupten muss. Die Konkurrenz in Bad Tölz, Starnberg, Großhadern und Harlaching ist stark. Dennoch ist Landrat Josef Niedermaier fest überzeugt: „Die Klinik ist derzeit super aufgestellt.“ Kein Wunder: 26 Millionen Euro hat der Kreis in den vergangenen Jahen in den Ausbau der Klinik gesteckt. Gleichzeitig seien ständig neue Anstrengungen nötig, um das Haus „wettbewerbs- und zukunftsfähig“ zu erhalten.

Konkret geplant ist die Erweiterung der Intensivstation von derzeit acht auf zehn Betten, wie Klinik-Geschäftsführer Hubertus Hollmann erläutert. Außerdem müssten die Räumlichkeiten der Endoskopie erweitert werden, also der Platz für Magen- und Darmspiegelungen. „Die Umbaumaßnahmen sollen 2012 beginnen und bis 2015 dauern“, erklärt Hollmann. Kostenpunkt: sechs Millionen Euro. „Die maximale Förderung durch die Regierung von Oberbayern liegt bei 3,5 bis vier Millionen.“ Es bleibt also eine Finanzierungslücke von zwei bis zweieinhalb Millionen.

Laut Niedermaier muss noch „politisch austaxiert“ werden, wie viel davon das Krankenhaus aus Eigenmitteln stemmen kann und wie viel der Landkreis als Träger zuschießt. Dass das Geld fließt, daran lässt Niedermaier aber kaum Zweifel. „Weil uns die Klinik wichtig ist, muss die Politik diesen Weg mitgehen.“

Wie es aktuell um das Krankenhaus bestellt ist, erläuterte Hollmann in der jüngsten Kreistagssitzung. Mit dem Verlauf des vergangenen Jahres zeigte er sich zufrieden. Er hob vor allem den Anstieg der Fallzahlen um 6,4 Prozent auf 7475 hervor. Insbesondere im Bereich Chirurgie sei es steil bergauf gegangen, und zwar um über zehn Prozent. Auf das ganze Krankenhaus bezogen, seien die Fallzahlen seit 2007 um 29 Prozent angestiegen.

Hollmann verschwieg aber auch nicht, dass die Lage schwieriger wird. Die neue Gesetzgebeung im Gesundheitswesen habe praktisch eine Nullrunde für die Krankenhäuser zur Folge. „Und von den Mehrleistungen, die wir erbringen, werden nur 70 Prozent vergütet.“ Das verschärfe den Wettbewerb noch einmal drastisch. (ast)

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