1. Startseite
  2. Lokales
  3. Bad Tölz

K.s Liebe zu St. Petersburg

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Bad Tölz - Horst K., schillernder Ex-Chef der insolventen K. International und unter Betrugsverdacht stehend, ist offenbar nicht das erste Mal im Visier der Staatsanwaltschaft.

Lesen Sie auch:

K. behielt Versicherungsverträge einfach ein

K.-Gruppe insolvent

Wie es aus Mitarbeiterkreisen heißt, soll er vor 1995, als er in Bad Tölz die K. Assekuranz gründete, in Wolfratshausen angestellt gewesen und dort ebenfalls Versicherungsbeiträge unterschlagen haben. Damals legte er offenbar auch einen Offenbarungseid ab. Dies erklärt, warum sich sowohl das 2003 erbaute Geschäfts- und Wohnhaus an der Anton-Hoefter-Straße (neben dem Eisstadion) als auch die K.-Gruppe im alleinigen Eigentum von Ehefrau Birgit K. befinden und sie auch als Geschäftsführerin eingetragen ist.

Vor allem Horst K. selbst bestreitet die Eignung von Birgit K. zur Führung des Unternehmens. Anfang August, einen Monat nachdem er nach einer Haussuchung aus Firma und Wohnung rausgeflogen war, erwirkte er am Landgericht München II eine Einstweilige Verfügung gegen Birgit K.. Seither war es ihr verboten, die K. International und die anderen Firmen der Gruppe ganz oder teilweise zu verkaufen.

Interessanter als das Urteil ist die Eidesstattliche Versicherung, die der 65-Jährige seiner Klage beifügen ließ. Demnach war Horst K. „allein im Besitz des für die Entwicklung und Führung des Unternehmens notwendigen versicherungsrechtlichen Know-Hows“.

Obwohl Ehefrau Birgit Versicherungskauffrau gelernt und auch als Sachbearbeiterin in der Branche tätig war, hatte sie, so K., „von der hier betroffenen Versicherungsmaterie keine spezifischen Kenntnisse“. Sie handelte, so der inzwischen in Bonn für eine Konkurrenzagentur arbeitende Makler, „stets nach meinen Weisungen“. Die einzige Tätigkeit, die Birgit K. laut Versicherung ihres Mannes nach der Geburt der beiden Kinder 1987 und 1988 noch ausübte, waren die Abrechnungen für jene Versicherung, die jetzt die Ermittlungen in Gang gesetzt hat, weil die Ks. sie um knapp zwei Millionen Euro betrogen haben sollen.

Einzelne Mitarbeiter, die offenbar nicht mehr in dem Unternehmen tätig sind, haben den Betrug wohl geahnt, sollen aber aus Furcht vor dem in seinen Umgangsformen recht rustikalen Horst K. nichts unternommen haben. Sie bestätigen, dass die Abrechnungen mit dem Versicherungskonzern ausschließlich von den Ks. durchgeführt wurden.

Als Angestellter seiner Frau bezog K. lediglich 1150 Euro Gehalt im Monat. Trotzdem lebte er auf großem Fuß. Die Unternehmensgruppe hat neben einer Auslands-Filiale in Wien auch eine in Cape Coral/Florida. Ganz in der Nähe ist die Stadt St. Petersburg. Auch das russische St. Petersburg kannte Horst K. sehr gut. Dorthin flog der Unternehmer in den letzten Jahren etliche Male – rein geschäftlich, mit seiner russischen Sekretärin. job

Auch interessant

Kommentare