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Spielen viermal vor ausverkauftem (Kur-) Haus: Die Bananafishbones (v. li.) Peter Horn, Florian Rein und Sebastian Horn.

Weihnachtskonzerte

Besinnlich mit den Bananafishbones

Bad Tölz – Heiligabend naht, und die „Bananafishbones“ bescheren sich selbst als musikalisches Geschenk: Mit vier ausverkauften Konzerten im Kurhaus haben sie auch heuer beim Tölzer Publikum voll ins Schwarze getroffen.

Tradition ganz modern: Seit Jahren hat es sich eingebürgert, dass die Tölzer Kultband in den Tagen vor Weihnachten im Kurhaus auftritt. An diesen Terminen wird nicht gerüttelt, und wer dabei sein will, muss sich bereits im Juli um eine Eintrittskarte kümmern.

Doch damit keine allzu große Gewohnheit einkehrt, erfinden sich Peter und Sebastian Horn sowie Florian Rein gern mal neu – und so wurde beim Auftakt ihrer kleinen Christmas-Konzertreihe am Sonntag noch mehr Fokus auf Abwechslung und die Gäste gelegt, die sie sich dazu auf die Bühne holen. Wenn die Combo eines ihrer Lieder anstimmt, dann ist man gleich drin im Fishbones-Flow mit Ohrwurm-Melodien, treibendem Bass und immer wieder interessantem, unerwartetem Moll dazwischen. Die drei sind Profis, da läuft nix schief.

Selbst bei der BFB-Hymne "Easy Day" wollte sich im Publikum kein Mitmach-Enthusiasmus einstellen. Es war ein geruhsames Stelldichein.

Auf einer mystisch ausgeleuchteten Bühne und mit wabernden Nebelsäulen über den Köpfen groovten sich die Musiker mit „I love Country Music“ ein und legten danach mit „Black Dog“ nach. Wie jedes Jahr fragte man sich zunächst, warum man dabei eigentlich sitzen muss, wenn wenn man doch viel lieber mittanzen möchte. Gedanken in diese Richtung haben sich die Jungs von „BFB“ offenbar auch gemacht, denn danach wurde es deutlich chilliger, ja mitunter beinahe besinnlich. Ist ja schließlich Weihnachten, gell?

Zwei Gäste hatte man sich eingeladen: Den großartigen Gitarristen Luke Cyrus Götze, der sich im Hintergrund ganz auf sein Instrument konzentrierte und mit spacigen Klängen und interessanten Fingerspielen auf den Saiten für fantastische Ergänzung und Highlights sorgte. Außerdem eine „Entdeckung“ der Fishbones: die Münchner Sängerin und Songwriterin Henriette Gröblehner. Gemeinsam mit ihr spielten sie zwei, drei Stücke aus deren Feder.

Die Musik war wunderschön, und auch die Umwandlung eines Eminem-Songs in der bandeigenen Kategorie „Lieder, die jeder kennt, aber so noch nicht gehört hat“ war eine echte Schau. Dennoch, der letzte Funke wollte an diesem ersten Abend nicht so 100-prozentig überspringen: Sowohl im Publikum als auch auf der Bühne war auffallende Gelassenheit angesagt.

Die drei Musiker, die gern mal ihre musikalischen Pfade verlassen, boten, wie im vergangenen Jahr übrigens auch schon, einen tollen Querschnitt durch alle möglichen Musikstile, darunter Disco oder Elektroanklänge – aber eben weniger ihrer bekannteren Stücke. Wie vielseitig und kreativ sie sind, haben sie damit einmal mehr bewiesen.

Doch dieser Abend bot mehr Gelegenheit zum Lauschen und Genießen als zum Mitgehen und Partymachen, wie es bei den Klassikern bisher immer angesagt war. Es wollte sich selbst bei der BFB-Hymne „Easy Day“, die obligatorisch ganz zum Schluss kommt, kein Mitmach-Enthusiamus einstellen. Egal, es war eben ein geruhsameres Stelldichein, und vielleicht kommt das ja in Punkto Besinnlichkeit einem „Weihnachtskonzert“ am nächsten.

Ines Gokus

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