Für jeden Spaß aufgelegt: Die Lenggrieser Blaskapelle mit ihrem Dirigenten Alois Leichmann (li.). Foto: Krinner/Fkn

175-jähriges Bestehen der Lenggrieser Blaskapelle

Jubilar bläst selbst den Festmarsch

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Lenggries - Sie geben den Ton an, wenn ein Fest ansteht. Am Wochenende lassen sie sich nun selbst feiern: Die große Musikantenschar begeht das 175-jährige Bestehen der Lenggrieser Blaskapelle. 

Ob Vereinsjahrtag oder Festball, Hochzeit oder Kurkonzert, Bergmesse oder Bierzelt – die Lenggrieser Blaskapelle ist bei allen Anlässen ein klingender Begleiter. Und das seit vielen Generationen. Die Anfänge reichen bis in das Jahr 1841 zurück. Zum 175. Geburtstag feiert die Kapelle nun ein viertägiges Fest und gestaltet so den Auftakt der Lenggrieser Festwoche. Dazu holt der „Jubilar“ befreundete Musikanten aus der Umgebung und auswärtige Spitzenkapellen zu Auftritten in den Isarwinkel (siehe Kasten).

„Wir laden alle Einheimischen und die Urlaubsgäste ein, mit uns das runde Jubiläum zu feiern“, sagt Alois Leichmann. Seit fünf Jahren steht er als Dirigent und Vorstand des mittlerweile eingetragenen Vereins an der Spitze der Lenggrieser Blaskapelle. „Wir sind ein bunter Haufen“, sagt er. Ob junge Frauen oder gestandene Mannsbilder, die seit Jahrzehnten mitspielen: alle sind sie Musikanten aus Leidenschaft. „Die Mischung macht‘s“, sagt Leichmann. „Wir spielen gerne zusammen und verstehen uns.“ So funktioniere der Betrieb bestens.

Im Herbst 2011 hat Leichman den Dirigentenstab von seinem Vorgänger Bernhard Simon übernommen. Der stand mehr als 20 Jahre an der Spitze des Orchesters. „Wir haben die Plätze getauscht“, sagte Simon damals. Er spielt seitdem wieder das Tenorhorn, das auch Leichmanns bevorzugtes Instrument ist – neben Posaune und E-Bass.

Simon wurde für seine Verdienste im vergangenen Jahr zum Ehrendirigenten ernannt. Bereits 1991 hatte er die Leitung der Kapelle übernommen, als der damalige Dirigent Herbert Nieswandt erkrankte. Simon führte die Kapelle seinerzeit durch das Jubiläumsjahr, als die Lenggrieser ihr 150-jähriges Bestehen feierten. Vor dem Jubiläum vor 25 Jahren hatten die Musikanten die Archive gewälzt und hatten als ältesten Nachweis über das Bestehen der Kapelle eine Aufzeichnung des Krieger- und Veteranenvereins gefunden. Damals hate der Schriftführer des Traditionsvereins im Jahresbericht notiert: „Musik Feldmeß – 26 Gulden 24 Kreuzer“.

Die Anfänge der Kapelle reichen sicher noch weiter zurück. Wann das eigentliche Gründungsdatum war, ist jedoch nicht nachzuweisen. Alte Belege, historische Instrumente und jede Menge Fotos sind übrigens derzeit in einer kleinen Sonderausstellung im Heimatmuseum der Gemeinde Lenggries zu sehen.

Zu den Glanzpunkten der vielen Auftritte zählt nach Überzeugung aller, die dabei waren, eine Romreise im Jahr 2006 mit einer Audienz beim damaligen Papst Benedikt XVI. im Vatikan. Zum ersten Mal überhaupt durfte eine Blaskapelle im Petersdom musizieren. „Das bleibt unvergesslich“, schwärmen die Lenggrieser noch heute.

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