+
Schloss Hohenburg beherbergt eine Realschule und ein Gymnasium. 2002 zogen sich die Ursulinen zurück. Durch das Stiftungsprojekt soll ihr Erziehungsauftrag lebendig bleiben.

Ursulinen und Erzdiözese 

20-Millionen-Euro-Stiftung für die Hohenburger Schulen

Es ist nur ein versteckter Hinweis im Haushalt des Erzbistums. Die Hohenburger Schulen erwartet ein Geldsegen. Die Ursulinen haben zusammen mit der Erzdiözese eine 20-Millionen-Euro-Stiftung ins Leben gerufen. 

Lenggries – Im Jahr 2002 verabschiedeten sich die Ursulinen von ihrem Kloster und zwei Schulen in Hohenburg und gingen zurück ins Mutterhaus nach Landshut. Vergangenes Jahr gaben sie wegen Nachwuchsmangels nach fast 350 Jahren ihr Landshuter Kloster auf. Der 14-köpfige Konvent ging geschlossen in das Caritas-Altersheim St. Michael in München. Oberin Sr. Andrea Wohlfarter war es wichtig, diesen „schmerzlichen Schritt zu tun, solange wir noch selber entscheiden können“.

Eine ähnliche Weitsicht hat der Orden bei einem Stiftungsprojekt verfolgt, das er zusammen mit der Erzdiözese München-Freising verwirklicht hat. Sr. Andrea: „Wir wollten, dass der Erziehungsauftrag der Ursulinen lebendig bleibt.“ Dafür wurde eine Ursulinen-Stiftung ins Leben gerufen, die die Erzdiözese mit einem Stiftungskapital von 20 Millionen Euro ausgestattet hat. Das ist sozusagen der Gegenwert der Kloster- und Schulgebäude in Lenggries und Landshut. Beide Seiten sind voll des Lobes für den jeweiligen Verhandlungspartner. Sr. Andrea zeigte sich im Gespräch mit dem Tölzer Kurier dankbar für die guten Gespräche mit dem Ordinariat. Dessen Sprecherin Bettina Göbner richtete das ausdrückliche Lob von Sandra Krump aus. Die Ordinariatsdirektorin ist zuständig fürs Bildungsressort und hält die vorsorgende Initiative der Schwestern für vorbildlich.

Es sei, wie Göbner sagt, tatsächlich ein Pilotprojekt in der Diözese. Dort gibt es drei große Stiftungen, die für Bildung, Soziales und Gemeinde/Liturgie zuständig sind. An die Bischof-Arbeo-Stiftung (Bildung) wird nun die Ursulinen-Stiftung angegliedert, deren Zweck die Förderung der erzieherischen Arbeit am Gymnasium und den beiden Realschulen in Lenggries und Landshut ist.

Göbner nennt als förderwürdige Beispiele schulische Ausstattung, Erweiterung des Erziehungsangebots (Wahlfächer), Schulprojekte, Betreuung von Schülerinnen und Förderung lernschwacher Schüler. Die Stiftung wurde heuer ins Leben gerufen. Wie viel künftig jährlich ausgeschüttet wird, kann Göbner noch nicht sagen. Die Geldanlage in Zeiten des Negativzinses bezeichnet Göbner auf Nachfrage „schon als Herausforderung“. Aber man müsse das „langfristig sehen“.

Und wie geht es den Schwestern im neuen Heim in München? Sr. Andrea (70), die sich erst vor einer Woche in Hohenburg zum 50-jährigen Abiturjubiläum traf („Ich bin ein Hohenburger G’wachs“), hat den Schritt nicht bereut. „Da hat uns der Herrgott hergeführt“, sagt sie über das Caritasheim St. Michael in Perlach. Für die 14 Schwestern wurde eigens der zweite Stock freigeräumt. „Es ist zwar nicht Klausur, jeder kann durchgehen, aber wir haben unseren eigenen Bereich.“ Die Gemeinschaft habe neben der Kapelle mit täglichem Gottesdienstangebot einen Gebetsraum und könne das Klosterleben weiterführen. Bezahlt wird der Heimaufenthalt von der Erzdiözese, sagt Sr. Andrea und vergleicht das mit einer Hofübergabe, wo auch der Erbe für den Austrag zuständig sei.

Zum Abschied schickt die Oberin Grüße in den Isarwinkel. „Für mich wird das immer ein Stück Heimat bleiben.“

Christoph Schnitzer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Nichts ist unmöglich in Hohenburg“
Die Hohenburger Realschule verabschiedete ihre Absolventinnen. Sie haben keine leichten Zeiten hinter sich.
„Nichts ist unmöglich in Hohenburg“
Das ist heute auf dem „Summer Village“ los - trotz Unwetterschäden
Das ist heute auf dem „Summer Village“ los - trotz Unwetterschäden
Erst gefeiert, dann randaliert
Den Schulabschluss feierten einige Jugendliche in der Nacht zum Samstag erst im Tölzer Kurhaus. Dann zogen sie randalierend durchs Badeteil.
Erst gefeiert, dann randaliert

Kommentare