Die Pfarrkirchen St. Jakob in Lenggries.
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Feiert im kommenden Jahr 300-jähriges Bestehen: Die Pfarrkirchen St. Jakob in Lenggries.

Feiern mit allen Sinnen

300 Jahre Pfarrkirche St. Jakob in Lenggries: Es ist einiges geboten

  • Christiane Mühlbauer
    VonChristiane Mühlbauer
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Die Lenggrieser Pfarrkirche St. Jakob feiert im September 2022 ihr 300-jähriges Bestehen. In den kommenden Monaten werden viele Aktivitäten angeboten.

Lenggries – Am 15. September 2022 jährt sich die feierliche Einweihung des Gotteshauses zum 300. Mal. Der große Neubau sorgte seinerzeit für viel Aufsehen in der Region: Mit einer Länge von 45 Metern, einer Breite von 15,5 Metern und einer Höhe von 15,7 Metern hat die Kirche eine beachtliche Dimension und wird im Volksmund gerne als der „Dom im Isarwinkel“ bezeichnet. Auch die Innenausstattung ist sehr sehenswert.

„Der erste Kirchenbau in Lenggries dürfte um das Jahr 1200 entstanden sein“, berichtet Kirchenpfleger Peter Dichtl. Im 15. Jahrhundert wurde das Gotteshaus im gotischen Stil erweitert. Vom Altar von 1515 sind laut Dichtl noch die Sitzfigur des Apostels Jakobus – sie wird heute noch bei der Fronleichnamsprozession mitgetragen – sowie zwei Altarflügel, die sich in der Maria-Hilf-Kapelle befinden, erhalten.

„Anfang des 18. Jahrhunderts erwies sich die Kirche zunehmend als baufällig“, so Dichtl. Graf Ferdinand Josef von Herwarth von Schloss Hohenburg setzte sich für einen Neubau ein. „Als Hofmarksherr bestritt er den Hauptteil der Kosten und finanzierte auch den Neubau der Isarbrücke, damit auch die links der Isar ansässigen Bauern Material liefern konnten“, berichtet Dichtl.

Bis 1728 wurde an der Innenausstattung gearbeitet

Um die neue, deutlich größere Kirche bauen und einen neuen Friedhof anlegen zu können, musste der „Kirchmairhof“ abgerissen werden, der etwa an der Stelle des heutigen Kirchturms stand. Im Mai 1721 wurde mit den Arbeiten begonnen, und bereits im September 1722 war man fertig – aber noch nicht der Kirchturm. Dieser wurde erst 1724 vollendet. Und noch bis 1728 wurde an der Innenausstattung der Kirche gearbeitet.

Der Fürstbischof von Freising, Johannes Franz von Eckher, weihte das Gotteshaus am 15. September 1722 ein. Und kein Geringerer als Kardinal Reinhard Marx wird am Sonntag, 11. September 2022, mit den Lenggriesern den Gottesdienst zum 300-jährigen Bestehen feiern. Im Anschluss gibt es ein Pfarrfest.

Im Jubiläumsjahr ist viel geboten

Die Verantwortlichen des Jubiläumsjahres – neben dem Pfarrer haben sich Mitglieder aus Kirchenverwaltung und Pfarrgemeinderat zu einem Festausschuss zusammengeschlossen – arbeiten seit Mai an diversen Aktivitäten, berichtet Kirchenpfleger Dichtl. Nun liegt es vor. Es besteht aus vielen musikalischen Elementen mit Konzerten von Blaskapelle und Kirchenchor sowie einem Advent- und Mariensingen. Zudem gibt es Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, wallfahrtliche Wanderungen zu den Kapellen und am 8. Mai einen spirituellen Vortrag von Pater Anselm Grün. Eröffnet wird das Jubiläumsjahr am kommenden Sonntag, 19. September, mit einem Festgottesdienst mit Weihbischof Wolfgang Bischof. Nachmittags gibt es ein Konzert für Trompete und Orgel mit Josef Kronwitter und Alexander Pointner (17 Uhr).

Für Pfarrer Josef Kraller steht das Gotteshaus als Ort des Gebetes im Vordergrund. „Das ewige Licht brennt Tag und Nacht als Zeichen, dass Christus immer gegenwärtig ist. Im Jubiläum wollen wir uns wieder neu auf Christus ausrichten“, sagt der Pfarrer. „Etwas Besonderes soll deshalb das Gebet durch die Nacht sein, das im Jubiläumsjahr immer vom ersten Donnerstag im Monat auf den Freitag begangen wird.“

Jubiläumsbier und Jubiläumswurst

Der Festausschuss hat ein Jubiläumsjahr für alle Sinne vorbereitet. Denn schließlich soll die Feier auch durch Leib und Magen gehen – es gibt besonderes Brot, Bier und Wurst, berichtet Dichtl: „Die Lenggrieser Bäcker versehen ein Brot ihrer Wahl mit einer Oblate, die das Logo ziert. Die Metzger verkaufen eine Jubiläumswurst mit dem Logo als Aufkleber.“ Außerdem wurde in Reutberg ein Jubiläumsbier gebraut, das ab sofort in den Lenggrieser Getränkemärkten erhältlich ist. Die Flaschen tragen das besondere Pfarrkirchen-Etikett. „Wir verdienen dabei nichts, im Gegenteil: Wir investieren in PR, denn wir wollen das Jubiläum mit allen Lenggriesern feiern und es in alle Haushalte bringen“, sagt Verwaltungsleiterin Andrea Fahrner.

Im Sommer wird es dann noch eine Festschrift zur Kirchengeschichte geben. Darin werden auch die kirchlichen Gruppen und Vereine präsentiert. Das gab es auch vor 100 Jahren. Etwas Besonderes ist nun, dass man dank Digitalisierung das Geläute der alten Glocken, die 1942 für den Krieg eingezogen wurden, auf einem Tonträger hörbar machen wird.

Zeitgleich zum Jubiläumsjahr gehen die Renovierungsarbeiten an der Pfarrkirche in die aktive Phase. Im kommenden Winter sollen die Zimmererarbeiten im Dachstuhl erfolgen, und im Laufe des nächsten Jahres wird das Kirchendach neu eingedeckt. „Leider konnte der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten werden“, bedauert Dichtl. „Statt Fertigstellung von Außen- und Innenrenovierung in 2022 starten die Arbeiten am Dach erst 2022, während die Innenrenovierung wohl noch länger auf sich warten lässt.“ Blickt man auf die Geschichte des Gotteshauses, dann schließt sich ein Kreis: Denn auch 1722 war ja noch nicht alles gleich perfekt.

Anmeldung zum Festgottesdienst

Für den Gottesdienst am Sonntag, 19.9., mit Weihbischof Wolfgang Bischof um 9.30 Uhr muss man sich aufgrund der Corona-Auflagen anmelden. Möglich ist das vormittags im Pfarrbüro unter Telefon 0 80 42/87 89.

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