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Arbeitsalltag an Bord: Vroni Lijsen arbeitete als eine von fünf Schreinern an Bord der MS Artania. Vom Glamour der Passagierbereiche ist in der Bordschreinerei nichts zu sehen.

Ab heute in der ARD

Lenggrieserin Vroni Lijsen  ist „Verrückt nach Meer“

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Bis zu 1,3 Millionen Zuschauer schalten ein, wenn in der ARD die Doku-Reihe „Verrückt nach Meer“ läuft. In der neuen Staffel begleitet die Kamera auch Vroni Lijsen aus Lenggries. Sechs Wochen lang machte die Schreinerin ein Praktikum auf einem Kreuzfahrtschiff.

Lenggries – In ihrer winzigen Kajüte konnte sich Veronika „Vroni“ Lijsen kaum umdrehen. Die beengten Wohn- und Schlafverhältnisse nahm die Lenggrieserin gerne in Kauf. Dafür bekam sie im Rahmen ihres Praktikums auf dem Kreuzfahrtschiff MS Artania einige der schönsten Orte der Welt zu sehen – meist begleitet von einem TV-Team. Was die 23-Jährige alles erlebt hat, zeigt die ARD ab diesem Montag unter dem Titel „Verrückt nach Meer“.

Über eine Million Zuschauer schauen nach Abgaben des Senders pro Folge schon mal zu. Auch die Eltern von Vroni Lijsen sehen sich gerne an, wie das Leben auf einem Kreuzfahrtschiff abläuft. Die Kameras begleiten Crew-Mitglieder und Passagiere. Garniert wird das Ganze mit Bildern von den schönsten Urlaubszielen der Welt. Im Internet stieß Vroni Lijsen zufällig auf eine Stellenanzeige für ein Praktikum in der schiffseigenen Schreinerei, bewarb sich – und ging Ende März 2018 in Acapulco an der mexikanischen Pazifikküste an Bord.

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Erst wenige Monate zuvor hatte sie ihrer Lehre in der Schreinerei Thomas Mayr in Oberbuchen beendet. Da packte Vroni Lijsen die Abenteuerlust. „Ich wollte mal etwas anderes sehen und neue Leute kennenlernen.“ Diese Wünsche haben sich erfüllt. Vroni Lijsen durchquerte den Panamakanal, schwamm im glasklaren Wasser der Bahamas, pflückte Kaffee auf einer Plantage in Costa Rica und besuchte eine Farm-Show in Miami, um nur einige Beispiele zu nennen. Ihre sechswöchige Reise führte die Lenggrieserin aber auch an die US-Küste nach New York und von dort aus nach Kanada, Irland und England, ehe sie in Bremerhaven von Bord ging.

Möglich machten die vielen Landausflüge die Teilnahme an den Dreharbeiten. Und ihre kulanten Kollegen. „Manche fahren seit Jahrzehnten zur See und kannten das alles schon“, sagt Vroni Lijsen. Die Crew-Mitglieder schickten die „Voni“ – das „r“ konnten vor allem die Filipinos nicht aussprechen – wann immer es ging, an Land. Natürlich musste die Lenggrieserin aber auch in der Schreinerei kräftig mitanpacken. Eine ihrer Hauptaufgaben: Alles, was vom Salzwasser angegriffen war, abschleifen und neu lackieren. Die Trinkwasserschläuche reinigen, die Bedienung der Winden und das Ziehen von Silikonfugen gehörten ebenfalls zu ihren Pflichten. „Dass dabei nicht immer alles in den Aufgabenbereich einer Schreinerin fällt, ist zweitrangig“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Auf einem Kreuzfahrtschiff hilft man sich eben untereinander, wo man kann.“

Zu den größten Herausforderungen für Vroni Lijsen gehörte es, die Fragen des TV-Teams möglichst ohne Verhaspeln zu beantworten. „Am Anfang war es schon ein komisches Gefühl, vor der Kamera zu stehen.“ Aber die junge Frau gewöhnte sich schnell daran. „Es war eine coole Erfahrung.“ Dank ihrer netten Zimmergenossin hielt sich das Heimweh ebenfalls in Grenzen. „Ich habe einfach viel mit meinem Freund und meinen Eltern telefoniert.“

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Unterm Strich könnte sich die Isarwinklerin durchaus vorstellen, noch einmal auf einem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten. Derzeit heißt es aber büffeln statt Boot: Vroni Lijsen steckt mitten in den Prüfungen für den Titel „staatlich geprüfter Holztechniker“. Dann wird sich zeigen, ob sie noch einmal auf einem Schiff anheuert. „Verrückt nach Meer“ ist die 23-Jährige, wie sie sagt. Spätestens seit ihrem Praktikum auf der MS Artania.

Sendetermine

Die Doku-Reihe „Verrückt nach Meer“ läuft montags bis freitags um 16.10 Uhr in der ARD. Vroni Lijsen aus Lenggries ist erstmals an diesem Montag, 21. Januar, im Fernsehen zu sehen.

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