Die 47 Abiturientinnen am St.-Ursula-Gymnasium auf Schloss Hohenburg.
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Denken mit einem lachenden und einem weinenden Auge an ihre Schulzeit zurück: Die 47 Abiturientinnen am St.-Ursula-Gymnasium auf Schloss Hohenburg.

Abiturfeier am St.-Ursula-Gymnasium in Lenggries

Selbst wer am Gipfel steht, muss wieder hinunter

  • VonElena Royer
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Für 47 Abiturientinnen des St.-Ursula-Gymnasiums auf Schloss Hohenburg hieß es am Freitag Abschied nehmen.

Lenggries – „Ich muss Euch leider darauf hinweisen, dass das hier das Ende ist“ – dramatische Worte wählte Schulleiter Christoph Beck zu Beginn der Feier. Zum Glück meinte er damit aber nur, dass die Schulzeit nun zu Ende ist. In seiner Rede verwies er auf die Bibelstelle, in der Jesus gar nicht erst die Frage stellt, ob denn der Gelähmte oder seine Eltern gesündigt hätten, weil der Mann gelähmt sei, sondern den Kranken einfach heilte. „Egal, was vorher war, Jesus hebt es auf und das Leben geht weiter“, so Beck. Diese Wahl hätten die Mädchen auch: „Ihr könnt entweder zu den Menschen gehören, die ständig nach Fehlern suchen und darin herumbohren, oder zu denen, die Lösungen suchen.“ Seine Bitte: „Seid Menschen, die auch das Positive in anderen sehen können. Lasst nicht zu, dass Fehler, die nun einmal auftreten, alles andere überlagern.“

Mädchen sollen ihre Begeisterung in die Welt einbringen

Ein Anliegen ist dem Schulleiter außerdem, dass die Mädchen ihre Begeisterung in die Welt einbringen und nannte als Beispiel das Pfingstereignis, bei dem Menschen mit vielen unterschiedlichen Sprachen zusammenkamen. „Trotzdem verstehen alle, was die vom Heiligen Geist ergriffenen Apostel ihnen sagen wollen. Denn es gibt mehr als nur Worte, um klarzumachen, was man sagen möchte.“

Bürgermeister Stefan Klaffenbacher verglich in seiner Rede das Leben mit der Landschaft im Tölzer Land. „Es geht bergauf und bergab. Wenn man aber oben ist, muss man auch wieder runter, denn höher als bis zum Gipfel geht es nicht.“ Wichtig seien deshalb Familie und Freunde, die einen unterstützen und Kraft geben, damit man wieder auf den nächsten Gipfel kommt.

Abiturientinnen wissen: Hohenburg hat stets offene Tür für uns

Stellvertretend für die Hauptakteure, die Abiturientinnen, gaben Sina Gruber und Stephanie Böttcher in ihrer Ansprache sogar zu, während Corona ihre Lehrer vermisst zu haben. Dass es diese nicht immer leicht mit ihnen gehabt hätten, erklärten die beiden Jahrgangssprecherinnen damit, dass sie ja nur das Beste für die Lehrer wollten. Genauer gesagt, „dass ihr jung und auf Trab bleibt.“

An ihre Schule denken sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. „Wir wissen, dass Hohenburg stets eine offene Tür für uns haben wird, und man sieht sich schließlich immer zweimal im Leben. Aber heute wollen wir erst mal unseren Abschluss feiern.“

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