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Vorsitzender Karl Probst führte durch die Versammlung.

Verein „Rettet die Isar jetzt“

Ableitungen und Bootsfahrer sind den Isarschützern ein Dorn im Auge

„Bäche ohne Wasser sind ein Krampf“: Diese Devise gab Karl Probst, Vorsitzender des Vereins „Rettet die Isar jetzt“ in der Jahresversammlung aus.

Lenggries – „Bäche ohne Wasser sind ein Krampf“, erteilte Dr. Karl Probst, der Erste Vorsitzende der Notgemeinschaft „Rettet die Isar jetzt“, neuen Strömungen von Seiten des Naturschutzes eine klare Absage. Demnach sei es für die Entwicklung des Wildflusses sogar ungünstig, wenn die in der Vergangenheit erfolgten Ableitungen von Gewässern aus der oberen Isar rückgängig gemacht würden. Doch genau das ist das Ziel des Vereins – oder die Ableitungen zumindest auf ein ökologisch vertretbares Maß zu reduzieren.

Da der Verein insgesamt dafür sorgen will, dass das obere Isartal in seiner Schönheit und Natürlichkeit den nachfolgenden Generationen erhalten bleibt, kommt den anstehenden Verhandlungen um die Konzessionen zur Nutzung des Walchensees zur Energiegewinnung eine besondere Bedeutung zu. So werden die im Jahr 2030 auslaufenden Konzessionen des Energieunternehmens Uniper von der Staatsregierung bis 2020 gekündigt, damit diese neu verhandelt werden können.

Logisch, dass die zahlreichen Ableitungen der Bäche in den Walchensee entlang der oberen Isar, vornehmlich des Rißbaches, dem Verein ein Dorn im Auge sind. Deshalb fordern Vertreter, dass bei den anstehenden Verhandlungen mehr Wasser in der Isar verbleibt. „Es war ein großer Fehler, dass die Bayernwerke das Walchensee-Kraftwerk an ein privates Unternehmen verkauft haben“, stellte Probst in der Jahreshauptversammlung fest. Denn mit dem Staatsbetrieb wäre leichter zu verhandeln gewesen. So forderte er vor allem, dass die Öffentlichkeit vom jeweiligen Stand der Verhandlungen laufend informiert wird.

In seinem Rechenschafts-Bericht kamen freilich auch die anderen aktuellen Baustellen zur Sprache. Wegen der ständig steigenden Zahl der Naherholer auf der Isar, „wird es immer schwieriger, den Wildfluss zu erhalten“, betonte Probst. Der Vorsitzende forderte, dass der Flusslauf im Naturschutzgebiet zwischen Wallgau und Sylvenstein-Speichersee von jeglichem Bootsverkehr freigehalten werden müsse. Zudem hofft er, dass für den gesamten Isarlauf eine Verordnung komme, die die Nutzung regle. Dabei zielte Probst „in erster Linie auf gewerbliche Isarfahrten“ ab. Vor allem wäre hier ein Haftungsausschluss wichtig: „Die Isar ist nach wie vor ein Wildfluss. Das müssten die Leute bedenken, die dort unterwegs sind.“

Wie Roland Kriegsch, Amtsleiter des Wasserwirtschaftsamts Weilheim mitteilte, „gestaltet sich die Rückgewinnung des Dürrachwassers aus Österreich als sehr schwierig“. Dabei soll das laut dem nationalen, deutschen Bewirtschaftungsplan deutlich verbessert werden.

Schwierig gestalten sich auch die Verhandlungen um das in die Jahre gekommene Flecker Wehr. „Dort funktioniert die Fischtreppe nicht, weil zu wenig Wasser im Isarlauf verbleibt“, so Probst. Auch liege die Problematik an uralten Wasserrechten des privaten Betreibers, der das abgeleitete Wasser zur Energiegewinnung nutzt. „Und das ist prinzipiell wegen der Förderung zur Erzeugung regenerativer Energien ja auch nicht schlecht“, gibt sich Probst kompromissbereit: „Da muss halt ein machbarer Weg zwischen ökonomischem und ökologisch Vertretbarem gefunden werden.“

esc

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