Die Wege trennen sich in bestem Einvernehmen: Benedikt Hirschmann (re.), Vorsitzender der Sektion Tölz im Alpenverein, verabschiedete sich von den Wirtsleuten Sylvia und Alexander Schrepf sowie Köchin Franziska Veith (li.).
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Die Wege trennen sich in bestem Einvernehmen: Benedikt Hirschmann (re.), Vorsitzender der Sektion Tölz im Alpenverein, verabschiedete sich von den Wirtsleuten Sylvia und Alexander Schrepf sowie Köchin Franziska Veith (li.).

Tölzer Alpenvereinssektion

Abschied nach nur einer Saison: Neue Wirte für Tölzer Hütte am Schafreuter gesucht

  • Andreas Steppan
    VonAndreas Steppan
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Die Tölzer Hütte am Schafreuter steht nach ihrer Generalsanierung baulich bestens da – allerdings nun auch wieder ohne Wirt. Denn die Pächter Sylvia und Alexander Schrepf wurden nach nur einer Saison auf dem Schafreuter auch schon wieder verabschiedet.

Lenggries - Die Trennung zwischen der Sektion Tölz des Alpenvereins als Hütten-Eigentümer und dem Paar aus dem Salzburger Land erfolgt „in bestem Einvernehmen“, wie beide Seiten betonen. Am Rande der Feierlichkeiten zur Einweihung der rundumerneuerten Hütte am Samstag (wir berichteten) dankte Sektions-Vorsitzender Benedikt Hirschmann den Schrepfs für ihren Einsatz in einer nicht ganz einfachen Saison: „Ihr habt es wirklich super gemacht.“

Wirte hatten mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen

In der Tat hatte das Ehepaar mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen, wie Alexander Schrepf berichtet. Die Übernahme der Hütte in der Umbauzeit schildert er da noch als das geringste Problem. Anfangs verpflegten die Wirte auf dem Schafreuter noch die Bauarbeiter. „Aber als wir dann am 1. Juli offiziell aufsperren konnten, da standen eigentlich nur noch ein paar kleine Restarbeiten an“, sagt er. Von daher hätte der Betrieb in der „einzigartigen Lage“, von der der Wirt schwärmt, eigentlich Fahrt aufnehmen können.

Verunsicherung über Corona-Regeln hielt manche Gäste ab

Die Realität aber sah etwas anders aus. „Wetterbedingt war es nicht einfach“, sagt Schrepf. „Es gab viele Tage, da sind wir alleine oben gesessen.“ Auch die Übernachtungszahlen seien „weit unter den Erwartungen geblieben“, so der Wirt. Er glaubt, dass die Verunsicherung über die Corona-Regeln manche potenziellen Gäste abhielt. „An den Wochenenden konnten wir uns nicht beklagen, an anderen Tagen waren es teils nur zwei, drei Leute.“

Das Wetter wechselt, die Pandemie, so die allgemeine Hoffnung, dürfte im Sommer 2022 keine so große Rolle mehr spielen. Das Ehepaar Schrepf aber ist nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen, das persönliche finanzielle Risiko keine weitere Saison mehr einzugehen. Die Schrepfs wollen nun zunächst wieder ihrem Winterjob bei den Gasteiner Bergbahnen nachgehen und dann schauen, wo es für sie weitergeht.

Die Wirte nehmen viele gute Erinnerungen mit

Vom Schafreuter nehmen die Schrepfs auch viele gute Erinnerungen mit. Das unvergleichliche Panorama, die Freundschaften mit den Almbauern, das Miteinander mit den Hinterißern und den Verpächtern vom Alpenverein, die frisch sanierte Hütte mit neuer Küche und Salettl: All das sind Pluspunkte, mit denen der Alpenverein jetzt um neue Wirte wirbt.

Die Erfahrung zeige: „Jemanden zu finden, ist nicht schwer – aber jemand Gutes zu finden, schon“, sagt Hüttenwart Max Nichtl. Beim vorigen Mal seien 20 Bewerbungen eingegangen. Neben (hütten-)gastronomischer Erfahrung wünsche sich der Alpenverein von den Bewerbern auch etwas „handwerkliches Geschick und technisches Verständnis“, sagt Nichtl. Die Hütte habe eine eigene Stromversorgung und ein eigenes Wasser- und Abwassersystem. „Das muss man bedienen können.“

Bis Mitte Dezember läuft die Bewerbungsfrist

Von Mai bis Mitte Oktober müssten sich die Hüttenwirte darauf einstellen, sieben Tage die Woche rund um die Uhr auf dem Berg zu verbringen und lange Arbeitstage zu bewältigen. Vorstand Hirschmann betont zum Charakter der abgelegenen Tölzer Hütte, dass die Unterkunft auch nach dem großen Umbau „keine Luxushütte mit Hotelcharakter, sondern eine alpine Schutzhütte“ geblieben sei, wo es für die Gäste zum Beispiel wegen des Wassermangels und aus Gründen des Umweltschutzes keine Duschen gibt.

Aktuell ist die Stelle auf der Internetseite der Sektion Tölz sowie auf ihren Kanälen in den Sozialen Medien ausgeschrieben. Noch bis 12. Dezember kann man sich laut Vorstand bewerben. (ast/rbe)

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