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Kaspar Hecher (†) auf seiner Tennisanlage in Lenggries. 

Lenggrieser gestorben

Abschied von „Mister Tennis“: Trauer um Kaspar Hecher

Er war der „Mister Tennis“ in Lenggries und seine Skischule Brauneck Jahrzehnte lang die erste Anlaufstelle, wenn es um den Skisport ging: Jetzt ist Kaspar Hecher im Alter von 79 Jahren gestorben.

Lenggries – Er war der „Mister Tennis“ in Lenggries und seine Skischule Brauneck Jahrzehnte lang die erste Anlaufstelle, wenn es um den Skisport ging: Kaspar Hecher, im Isarwinkel überall bekannt, ist jetzt im Alter von 79 Jahren gestorben. Wie kaum ein anderer hat er sich um Sport und Fremdenverkehr in seiner Heimatgemeinde verdient gemacht. Und so nahm auch eine große Trauergemeinde Abschied von Kaspar Hecher.

Der gebürtige Lenggrieser war zeitweise auch Wirt. Sein Lokal „Chesa Kaspar“ an der Isarbrücke war „in“ und weitum bekannt. Das Leben im Sommer spielte sich auf seiner Tennisanlage an der Isar ab. Dort betreute er Spieler, gab Trainerstunden und richtete Meisterschaften des damals überaus aktiven Lenggrieser Tennisclubs aus. Die Miet-Anlage, die zeitweise im Winter durch eine Traglufthalle ergänzt wurde, war Jahrzehnte lang Anlaufpunkt des weißen Sports im Isarwinkel. „Frei hatte er nur, wenn es regnete“, erinnern sich damalige Weggefährten.

Aus den Rocky Mountains eine Idee mitgebracht

Freie Tage waren auch im Winter rar. Denn dann leitete er seine Skischule Brauneck, in der bis zu 40 Skilehrer beschäftigt waren. Tausende lernten dort am Fuße des Braunecks den Stemmbogen oder das Wedeln. Dabei zählte Hecher auch hier zu den Pionieren. Bei einem Urlaub in den Rocky Mountains hatte er ein elektrisch betriebenes Laufband entdeckt, das Kindern und Anfängern den Aufstieg erleichterte. Und bald gab es etwas Ähnliches auch in Lenggries.

Kaspar Hecher: Das soziale Engagement kam nie zu kurz

Dabei kam sein soziales Engagement nie zu kurz. Hecher bot Skikurse für Kinder aus finanziell schwachen Familien an. Dafür ging er auch zur Bergbahn, um Freikarten zu erbetteln, wie sich der langjährige Geschäftsführer Fritz Schloer erinnert.

Ob Ski oder Tennis – Hecher war immer auf der Höhe der Zeit. So unterrichtete er mit Hilfe einer damals noch seltenen Ballmaschine und nach Erkenntnissen, die er sich beim US-Tennis-Guru Nick Bollettieri in dessen Trainings-Camp abgeschaut hatte.

Spät entdeckt der Lenggrieser die Liebe zum Golfsport und wurde Mitglied beim Tölzer Golfclub Isarwinkel. Zusammen mit Freunden tourte er in den vergangenen Jahren zu den schönsten Plätzen zwischen Agadir und Mauritius. Doch immer blieb er im Innersten dem Isarwinkel verbunden, wo er bis zuletzt Kontakt zu den alten Weggefährten aus Skischulzeiten hielt, wie sich sein langjähriger Mitarbeiter Sigi Seitz erinnert.

Der Junggeselle, der gleichwohl dem weiblichen Geschlecht nicht abgeneigt war, der sich stets um alles gekümmert hat, war nur bei der Sorge um seine eigene angegriffene Gesundheit eher nachlässig. Das wurde ihm Anfang August zum Verhängnis. Andererseits: „Der Kaspar im Krankenhaus, das konnte man sich gar nicht vorstellen“, sagt eine befreundete Golferin. „Er lebte frei und wollte auch frei sterben.“ Um ihn trauern neben seiner Schwester viele ehemalige und aktive Sportler, die Hechers ungekünstelte bodenständige Art schätzten. Karl Bock

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