Tür zur Hohenburger Gruft
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Was versteckt sich hinter der Tür unter der Schlosskapelle?

Serie im Advent

Blick hinter besondere Türen: Kein Grusel in der Hohenburger Gruft

In der Adventszeit wirft der Tölzer Kurier in jeder Ausgabe einen Blick hinter eine Tür im Landkreis, die normalerweise für die Öffentlichkeit geschlossen bleibt. Heute: Die Gruft unter der Schlosskapelle von Hohenburg.

Lenggries – Bei den Schülerinnen von Hohenburg ist die Gruft unterhalb der Schlosskapelle berüchtigt. Was sich wohl darin verbirgt? Erst, wenn man um den Altar herumgeht, wird eine grau-silberne Tür sichtbar, hinter der sich ein alter Treppensteig in den Keller schlängelt. Kein Licht dringt von außen in den Raum. Kellergeruch hat sich in die Gemäuer gegraben. Kein Wunder, schließlich wurde die Kapelle mit unterirdischer Gruft bereits 1715 erbaut, damals als Grabstätte der Familie Hörwarth.

„Letztlich wurde daraus aber nichts“, sagt Johannes Janßen, Hausmeister auf Schloss Hohenburg. „Die Mitglieder wurden in der Pfarrkirche in Lenggries bestattet.“ Bis ins 19. Jahrhundert kamen dennoch regelmäßig Besucher in die Gruft. Besonders für Opferrundgänge wurden die Gemäuer verwendet. „Die beiden schmalen Treppenaufgänge dienten dazu, dass der Rundgang ,rund‘ war“, so Janßen. „Die Leute konnten quasi die eine Treppe hinab- und die andere hinaufsteigen.“ Drei Altäre schmücken die Seiten der Gruft. Eine liegt zwischen den beiden Wendeltreppen, die beiden anderen befinden sich seitlich in kleinen Einbuchtungen. „Der Altar vorne zwischen den Aufgängen ist der ,Maria-Verkündigungsaltar‘“, erklärt Janßen. Der Altar auf der rechten Seite heißt „Dreifaltigkeitsaltar“. Links steht der „Josefsaltar.“

Die Gruft selbst ist schmucklos. Sie wurde 1715 als Familiengrabstätte angelegt, aber nie als solche genutzt. Weil dicke Heizungsrohre durch den Raum laufen, ist es trotz Kellergewölbe gar nicht so kalt.

Die Gruft ist ansonsten leer. Nur ein einzelner Tisch steht in der rechten hinteren Ecke. An der Decke verlaufen dicke Heizungsrohre. „Sie wurden vermutlich zwischen den Weltkriegen verlegt. Deshalb ist es hier unten heutzutage vermutlich viel wärmer als früher.“

Besuchen darf man die Gruft heute nur noch selten. „Wegen den fehlenden Fluchtmöglichkeiten im Falle eines Brandes“, sagt Janßen.

Mit dem Aufstieg nach oben schließen sich dann wieder die Türen. Mythos und Geschichte der Gruft werden aber wohl auch in Zukunft bestehen bleiben. Wäre ja auch schade, wenn nicht.  ana

Die Serie: In der Adventszeit wirft der Tölzer Kurier in jeder Ausgabe einen Blick hinter eine Tür im Landkreis, die normalerweise für die Öffentlichkeit geschlossen bleibt. Bereits erschienen: So sieht die Arrestzelle der Tölzer Polizei aus. Das verbirgt sich hinter dem goldenen Tor am Sylvenstein. Reptilien finden neue Heimat im Kloster Benediktbeuern und ein ungewöhnlicher Blick in eine Jahreskrippe

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