+
Die acht Autorinnen und Freundinnen bezeichnen sich selbst als „das Kräuterkollektiv“: (v. li.) Rita Demmel, Hildegard Riedmair, Angela Maier, Jeanette Langguth, Ulrike Kainz, Monika Engelmann, Aki Schwarzenberger und Brigitte Plank.

Kochen

Neues Kräuterbuch: „Grün macht glücklich“

  • schließen

Ein neues Kräuterbuch soll Lust auf das Kochen mit Zutaten aus der Natur machen. Eine der Autorinnen ist Aki Schwarzenberger aus Lenggries. Das Buch hebt sich in vielerlei Hinsicht von anderen Büchern ab.

Lenggries/München – Sie nennen sich „das Kräuterkollektiv“: acht Frauen, die über großes Kräuterwissen verfügen und bei Führungen oder sogar im Fernsehen ihre Erfahrungen weitergeben. Eine von ihnen ist Aki Schwarzenberger (67) aus Lenggries, die sich nach ihrer Zeit als Filmemacherin beim Bayerischen Rundfunk ganz auf dieses Thema konzentriert. Schwarzenberger ist auch für die „Kräutererlebnisregion Tölzer Land“ aktiv und macht Führungen.

In den vergangenen Jahren wurde sie Teil eines Netzwerks in München um Monika Engelmann, die in der bekannten BR-Sendung „Wir in Bayern“ regelmäßig Kräutertipps gibt. Aus dieser Gruppe bildete sich ein Freundeskreis, in dem die Idee zu einem Buch wuchs. „Am Anfang hatten wir Bedenken, weil wir nicht das 150 000ste Kräuterbuch auf den Markt bringen wollten“, berichtet Schwarzenberger schmunzelnd am Telefon. „Wir wollten deshalb, dass das Buch unbedingt anders wird als andere.“

Autorin gab in bekannter BR-Sendung häufig Kräutertipps 

Und das ist ihnen gelungen. Vor zirka vier Jahren, als die Idee entstand, ahnten sie noch nicht, dass sie mit dem „Löwenzahn“-Verlag aus Innsbruck tatsächlich so einen Verlag finden würden. Das Buch, das seit März im Handel ist, trägt den Titel „Zwölf ungezähmte Pflanzen fürs Leben“. Die Frauen entschieden sich, nur zwölf Wildpflanzen zu porträtieren, die sie als ihre VIPs („very important plants“, also „sehr wichtige Pflanzen“) definieren: Das sind Brennnessel, Frauenmantel, Giersch, Gundermann, Schwarzer Holunder, Kornelkirsche, Löwenzahn, Rose, Schafgarbe, Schlehe, Spitzwegerich und Vogelmiere. Jeder Pflanze ist ein Kapitel gewidmet. Zuerst wird sie vorgestellt, dann gibt es Rezepte dazu. Dazwischen finden sich Porträts der Autorinnen mit vielen Fotos.

Das Buch ist im Löwenzahn Verlag erschienen.

Das Ungewöhnliche sind Aufmachung, Layout und Sprache. „Das waren alles Vorgaben vom Verlag, und es war richtig viel Arbeit“, berichtet Schwarzenberger. So wurde gewünscht, dass der Leser bei den Info-Texten direkt angesprochen wird, und jede Pflanze präsentiert sich in der Ich-Form. Die Texte sind kurz und prägnant, die Informationen gliedern sich in kurze Absätze und Kästen. Die Optik lädt zum Verweilen und Blättern ein. Die kurzen Texte kommen der Wissensvermittlung zugute.

Dem Buch gelingt der Spagat, sich mit einfachen Rezepten an Leser zu wenden, die nur wenig Zeit in der Küche verbringen wollen, und gleichzeitig auch aufwendigere Rezepte für passionierte Köche zu präsentieren. Die Autorinnen waren gefordert, für jedes ihrer Rezepte einen kreativen Titel zu finden. „Mei, was haben wir da diskutiert“, sagt Schwarzenberger. Als Leser schmunzelt man beim Durchblättern: Es gibt zum Beispiel eine „Frauentrost-Quiche“ (Frauenmantel-Feigen-Quiche), einen „Frau-Holle-Riegel“ (Energieriegel mit Holunder), einen „fruchtig-scharfen Dirndl-Jodler“ (Kornelkirschlikör mit Chili) und „Venus-Eier“ (gefüllte Eier mit Wildkräutern und Schafgarbe).

Kochrezepte und Tipps für Naturkosmetik 

Auch für Fans der Naturkosmetik ist einiges dabei: Anleitungen für Handsalben, Fußbäder oder auch Rosenblüten-Deodorant werden ausführlich beschrieben. Zum Schluss gibt es Tipps zum Ernten, Einmachen, Dörren und Konservieren.

Die Fotos wurden sechs Tage lang in der „Kräuterei“ von Monika Engelmann in Sulzemoos aufgenommen. Alle Rezepte kochten die Autorinnen selbst und richteten sie an – ganz im Gegensatz zu anderen Büchern, wo Spezialisten nachhelfen. „Grün macht glücklich“ lautet die Philosophie des Damen-Kränzchens. Auch wenn hinter den Frauen – außer Schwarzenberger stammen sie aus dem Großraum München – harte Arbeit liegt, „aufgeben wollten wir nie“, sagt die Lenggrieserin. „Wir waren immer voller Optimismus.“

Einen Strich durch die Rechnung machte den Autorinnen jetzt nur die Corona-Krise. Schwarzenberger hatte schon eine Buch-Präsentation in Bad Tölz vorbereitet, doch daraus wird erst mal nichts. Entspannung vom ganzen Trubel findet die Lenggrieserin jetzt im Garten, wo sie in diesen Tagen schon Giersch und Bärlauch sammelt. „Jetzt schmecken sie am besten, weil sie noch ihre ganze Kraft haben.“ Ihr Tipp: „Kleinhacken und wie Schnittlauch übers Brot oder über den Salat geben.“

Infos zum Buch

Das Buch „„Zwölf ungezähmte Pflanzen fürs Leben“ ist im Löwenzahn-Verlag erschienen. Es umfasst 200 Seiten mit zirka 130 Rezepten. Die Pflanzen werden auch nach Wirkung und Anwendungsgebiet übersichtlich gegliedert. Das Buch kostet 26,90 Euro. Es ist überall im Handel erhältlich. Einige regionale Buchhandlung bieten derzeit einen Lieferservice an.

Lesen Sie auch: 

Jachenauer Medizinerin warnt vor Giftstoffen in speziellen Heilkräutern 

Kräuterhexe Ingrid Pummer aus Lenggries Aromaprofi 

Neuer Hausarzt für Lenggries 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Hund in den Kochler Bergen vermisst: Wo ist Timmi?
Bei einem Wanderausflug in den Bergen rund um Kochel ist aller Wahrscheinlichkeit nach ein sechsjähriger Mischlings-Hund an einer steilen Stelle abgestürzt. Bisher fehlt …
Hund in den Kochler Bergen vermisst: Wo ist Timmi?
Fahranfänger knallt mit geliehenem 250-PS-Boliden in Gartenzaun
Mit einem BMW 430i baute ein Fahranfänger in Bad Tölz einen Unfall. Bei dem 250-PS-Boliden handelte es sich um einen Leihwagen.
Fahranfänger knallt mit geliehenem 250-PS-Boliden in Gartenzaun
Jachenau verdoppelt die Parkgebühr
Aus Sicht von Bürgermeister Klaus Rauchenberger war der Schritt „ überfällig“: Der Gemeinderat hat am Dienstag beschlossen, die Gebühren auf den gemeindlichen …
Jachenau verdoppelt die Parkgebühr
Tölzer Wirte kämpfen um ihre Existenz: „Weiß noch nicht, wo die Reise hingehen wird“
Die Wirtschaften im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen haben wieder geöffnet. Doch trotz zahlreicher Urlauber und Ausflügler kämpfen viele Gastronomen um ihre Existenz.
Tölzer Wirte kämpfen um ihre Existenz: „Weiß noch nicht, wo die Reise hingehen wird“

Kommentare