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Hinter diesem Mauerdurchbruch entsteht der Mehrzwecksaal, in dem ab Mai 2020 der neue Gemeinderat tagen wird

Großbaustelle

Alles im Zeitplan: Lenggrieser „Post“ verwandelt sich Stück für Stück

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Mit dem Umbau des ehemaligen Hotels und Gasthofs ist die Gemeinde Lenggries im Zeitplan. Geht alles glatt, sollte der Mehrzwecksaal im Mai 2020 nutzbar sein.

Lenggries– Keller, Erdgeschoss, erster Stock: Überall wird im ehemaligen Posthotel an der Lenggrieser Marktstraße gewerkelt. Stück für Stück verwandelt sich das Haus, das im 17. Jahrhundert ein Waisenhaus, später die Posthalterei und schließlich ein Gasthaus war.

Die Gemeinde richtet in dem imposanten Haus einen zweigruppigen Kindergarten ein, im ersten Stock entsteht ein Mehrzwecksaal, darüber sind Büros und ganz oben zwei Wohnungen vorgesehen.

Im Parterre kann man mit einiger Fantasie schon erkennen, wo ab Herbst 2020 Kinder spielen sollen. Tür- und Fensterlaibungen wurden gemauert. „Hier kann man schon die Anschlüsse für die WCs sehen“, sagt Karl Ertl vom Technischen Bauamt und deutet in einen Raum. Auf der anderen Seite entstehen der Elternwarte-Bereich, das Leiterinnenzimmer und Nebenräume. Zu sehen ist auch bereits ein Teil des neuen Aufzugsschachts. Er wird irgendwann alle Etagen erschließen und das Gebäude so auch für behinderte Menschen zugänglich machen.

Mit Wärme wird die „Post“ bald durch das neue Nahwärmenetz versorgt. Die Erschließung ist bereits fertig.

Mit am wichtigsten ist nun, die Decke im Parterre beziehungsweise den Fußboden im ersten Stock fertig zu bekommen. Eine Holzbetonverbunddecke ist vorgesehen. Von unten wurden bereits die schadhaften Stellen der Holzbalken erneuert. Oben stecken zahllose Schrauben schräg im Holz. Als nächstes werde das Ganze mit Beton aufgefüllt, sagt Ertl. Die Schrauben sorgen für eine starke Verbindung zwischen Holz und Beton. Ist dieser Schritt geschafft, wird die Decke zwischen erstem und zweiten Stock in Angriff genommen.

Der Dachstuhl über dem Bühnenhaus wird abgetragen.

Im hinteren Bereich des Gebäudes wird sich demnächst auch noch einiges tun. Nach langer Diskussion mit dem Denkmalschutz darf die Gemeinde nun doch den Dachstuhl über dem Bühnenhaus komplett abtragen. Viele der Balken sind morsch, an einigen Stellen ist das Holz komplett verschwunden. „Der Zimmerer trägt den alten Dachstuhl ab und baut ihn neu auf“, sagt Ertl. Optisch wird sich also kaum etwas ändern. Bei diesem Schritt drängt die Zeit, denn das Dach schützt das Bühnenhaus, dessen Mauerwerk auch nicht in optimalem Zustand ist, das aber laut Denkmalschutz erhalten werden muss. „Vor dem Winter muss das neue Dach drauf sein“, sagt Ertl.

Über die Wintermonate wird im Inneren weiter gearbeitet. Insgesamt, sagt Ertl, liegen die Arbeiten im Zeitplan. Die Vergabe der bislang zwölf Gewerke habe auch gut funktioniert. „Als Nächstes steht jetzt die Vergabe der Putzarbeiten auf dem Programm. „Mit den Firmen, mit denen wir bislang zusammenarbeiten, sind wir sehr zufrieden“, sagt Ertl.

Einblick: So schaut es unter dem Dachstuhl aus.

Geht alles glatt, sollte der Mehrzwecksaal im Mai 2020 nutzbar sein. Das wäre wichtig, denn der neue Lenggrieser Gemeinderat, der dann seine Arbeit aufnimmt, wird 24 und damit vier Mitglieder mehr haben als bisher. Für sie ist im jetzigen Sitzungssaal im Rathaus aber definitiv kein Platz mehr.Zum neuen Kindergartenjahr 2020/21 sollen im September auch die beide Gruppen im Erdgeschoss einziehen können. Und auch die Büros und Wohnungen sollen bis dahin nutzbar sein.

7 Millionen Euro wird die Gemeinde am Ende in das Großprojekt investieren. Stemmen muss sie diese Summe nicht alleine. Außer für die Büros, die vermietet werden sollen, gibt es für alle Bereiche Zuschüsse aus entsprechenden Förderprogrammen.

Lesen Sie auch: Großer Wechsel im Lenggrieser Rathaus: Drei wichtige Posten werden neu besetzt

va

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