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Darf weiterhin „Alpenkoks“ verkaufen: Petra Waldherr-Merk hat erneut einen Markenstreit gewonnen.

Markenstreit beendet

„Alpenkoks“ bleibt „Alpenkoks“

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Mit Markenstreitigkeiten kennt sich Petra Waldherr-Merk (50) aus. Schließlich hat die Hirschkuss-Herstellerin schon einen Kampf gegen „Jägermeister“ gewonnen. Und auch in der jüngsten Auseinandersetzung um ihren „Alpenkoks“ blieb die erfolgreiche Geschäftsfrau Siegerin.

Gaißach– Alpenkoks ist ein „traditionell in Handarbeit hergestellter brauner Tabak für ‚starke Buam‘ und ‚starke Madln‘“, verspricht die Werbung. Hergestellt wird der Schnupftabak in Deutschlands ältester Schnupftabakmanufaktur, der Gebrüder Bernard AG in Sinzing bei Regensburg. Im Herbst 2014 hatte Petra Waldherr-Merk den Schnupftabak beim Deutschen Patentamt als Wort-Bild-Marke eintragen lassen.

Wenig später begann der Ärger. Ein Anwalt der Scandinavian Tobacco Group Eersel B.V. aus den Niederlanden meldete sich bei der Gaißacher Unternehmerin. Er monierte, dass Name und Aufmachung des Produkts – eine Bergkette ziert die „Alpenkoks“-Dose – zu große Ähnlichkeit mit dem Produkt „Alpen Prise“ seines Mandaten habe. Zudem – so die Niederländer – sie die Anspielung auf Kokain sittenwidrig.

Der Anwalt legte beim Patentamt Widerspruch gegen die Eintragung der Marke ein. Dieser sei aber als unbegründet abgewiesen worden, schildert Waldherr-Merk. „Natürlich habe ich gehofft, dass es so ausgeht. Aber man weiß es natürlich nie“, ergänzt sie.

Auch von der angedrohten Klage habe das Unternehmen Abstand genommen. Der hatte die 50-Jährige ohnehin relativ gelassen entgegengesehen – dank der Unterstützung ihres Patentanwalts Helmut Pätzold. „Er glaubte nicht, dass die Marken verwechselt werden können. Ein solcher Irrtum wäre allenfalls vorstellbar gewesen, wenn der Schnupftabak der Gegenseite einen vergleichbaren Bekanntheitsgrad besäße wie Nivea.“

Pätzold vertrat Waldherr-Merk übrigens auch schon in der Auseinandersetzung mit der Mast AG, die „Jägermeister“ herstellt. Der Konzern hatte vor zehn Jahren Anstoß an Waldherr-Merks Kräuterlikör „Hirschkuss“ genommen, wollte den Namen und die Hirschdarstellung auf den Flaschen verbieten lassen. Doch Waldherr-Merk ließ sich nicht beirren, nahm den Kampf auf und blieb am Ende Siegerin – und zwar auf ganzer Linie. Tatsächlich brachte ihr der Streit mit „Jägermeister“ nämlich so viel Aufmerksamkeit, dass sich „Hirschkuss“ zum Renner entwickelte. Als der Streit begann, verkaufte die Unternehmerin gerade einmal 3000 Flaschen Kräuterlikör pro Jahr. Heute sind es 300 000.

Ob sich der „Alpenkoks“ nach dem gewonnenen Streit zu einem ähnlichen Renner entwickelt, bleibt abzuwarten. „Das Geschäft läuft auf jeden Fall gut“, sagt die 50-Jährige. Das Produkt komme an und mache den Kunden Spaß. „Es hat mittlerweile echte Fans.“

„Hirschrudel“ vs. „Hirschkuss“: Streit noch nicht entschieden

Noch nicht entschieden ist der Disput mit Spirituosenhersteller Dirk Verpoorten aus der gleichnamigen Bonner Eierlikördynastie. Wie berichtet erhebt „Hirschkuss“-Produzentin Petra Waldherr-Merk Plagiatsvorwürfe gegen Verpoortens Seven Spirits GmbH. Diese stellt nämlich einen Kräuterlikör namens „Hirschrudel“ her, dessen Geschmack Waldherr-Merk deutlich an ihren eigenen Kräuterlikör erinnert. Auch die Geschichte, die der Bonner Produzent rund um sein Produkt erzählt, ähnelt der des Gaißacher Kräuterlikörs frappierend. Waldherr-Merk ließ sogar beide Liköre in einem Labor analysieren. Das Ergebnis: „Das Aromaprofil ist bei beiden Produkten nahezu identisch.“ Die Seven Spirit GmbH weist die Vorwürfe allerdings zurück. „Eine Ähnlichkeit hinsichtlich ,Hirschrudel’ und ,Hirschkuss’ sehen wir überhaupt nicht.“ Dass sich die Klärung solcher Streitigkeiten ziehen kann, weiß Petra Waldherr-Merk aus leidvoller Erfahrung. „Ein Jahr ist hier schnell vorbei“, sagt sie auf Anfrage. Zuerst habe beispielsweise der Streit darüber ausgefochten werden müssen, welches Gericht überhaupt für die Sache zuständig ist. „Im Dezember haben wir jetzt aber einen Termin“, sagt sie. Bis dahin könne aber noch viel passieren. (va)

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