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Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood fällt komplett flach - „Trotz sehr guten Hygienekonzepts“

Traurige Corona-Nachricht: Winter-Tollwood fällt komplett flach - „Trotz sehr guten Hygienekonzepts“
Vielen Besuchern fällt das etwa 100 Jahre alte Werbeschild für den Tölzer Kurier auf. Es schmückt heute den Eingangsbereich der Redaktion.
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Vielen Besuchern fällt das etwa 100 Jahre alte Werbeschild für den Tölzer Kurier auf. Es schmückt heute den Eingangsbereich der Redaktion.

Historisches

Alte Postkarte zeigt die Tölzer-Kurier-Vertretung in Lenggries – Schild heute in der Redaktion

Schon oft haben Redaktionsbesucher gefragt, woher das große Tölzer Kurier-Werbeschild stammt, das in unserer Redaktion hängt. Dass es aus Lenggries kommt, wusste man schon lange.

Lenggries - Der frühere Mitarbeiter Wilhelm Kümmerle brachte das besagte Schild in den 1980er-Jahren in die Tölzer Redaktion. Er habe es, so erzählte der frühere Polizist, vor dem Wegwerfen retten können. Wo es genau hing, erfuhren die Redakteure erst Jahrzehnte später. 2018 erinnerte die Redaktion in einer Sonderseite an den Seiler-Wastl von Lenggries. Der Ehrenbürger der Brauneckgemeinde ist leider etwas in Vergessenheit geraten. Seine Enkelin Aloisia Herp brachte wunderbare historische Bilder ihres Großvaters in die Redaktion.

Ein Stück Zeitungsgeschichte

Sie erzählte den Kollegen auch, dass Sebastian Oswald zudem als Zeitungszusteller für den Tölzer Kurier tätig war. Er habe an seinem Haus auch das in der Redaktion hängende Werbeschild für Inseratenannahme und Abonnementbestellung des Tölzer Kurier hängen gehabt, erzählte Herp. Zwei Jahre später lieferte die Gautingerin vor Kurzem auch noch den Beweis nach. Auf einer alten Postkarte ist das Haus des Seiler-Wastl in der Herwarthstraße 22 (heute Zahnarztpraxis Probst) abgebildet. Am Balkon hängt tatsächlich die Tölzer-Kurier-Tafel, die heute Blickfang für jeden Besucher in der Redaktion ist.

Der Seiler-Wastl als Zeitungszusteller.

Wer aber war der Seiler-Wastl eigentlich? Sebastian Oswald wurde 1883 geboren. Der gelernte Seiler wurde wegen seiner vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten als „15. Nothelfer von Lenggries“ bezeichnet. Der ehemalige Theologie-Student war Kantor und Organist für die Lenggrieser Pfarrei. Oswald hatte im Ersten Weltkrieg als Sanitäter gedient. Lange bevor es in der flächenmäßig riesigen Brauneckgemeinde eine Sanitätskolonne gab, versah der Seiler-Wastl das Amt eines Rot-Kreuz-Helfers, der eine große Hausapotheke sein eigen nannte. Oswald fungierte als Leichenbeschauer und „Desinfektor“ – und eben auch als Zeitungszusteller und Anzeigenakquisiteur des Tölzer Kurier.

Oswald wurde zum Ehrenbürger von Lenggries ernannt

Auch um die Ortsgeschichte von Lenggries hat sich der vielfach begabte Oswald verdient gemacht. Er war einer der ersten Lenggrieser, die eine Kamera besaßen und entwickelte seine Glasplatten auch selbst. Seine Fotografien sind noch heute in vielen Lenggrieser Familienalben zu finden. 1960 wurde der neunfache Vater zum Ehrenbürger von Lenggries ernannt.

Die Lenggrieser Herwarthstraße 22 in den 1930er-Jahren: Am linken Balkon des Hauses hängt das Tölzer-Kurier-Schild, das sich heute in der Redaktion befindet.

52 Jahre nach seinem Tod würde sich seine Enkelin freuen, wenn mit einer Straßenbenennung oder in der Neuauflage der Lenggrieser Heimatchronik an den verdienten Mann erinnert wird.

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