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An Schulen den Blick für Plastik schärfen

„Aufrütteln und den Plastikblick schärfen“: Das ist das Ziel eines Projektes, das nun an den St.-Ursula-Schulen Hohenburg vorgestellt wurde.

Lenggries – Plastik lauert überall. In Form von Tüten an Supermarktkassen, Kaffeebechern beim Bäcker, Strohhalmen in Getränken und weiteren ungezählten Wegwerf-Produkten. Besonders gefährlich für die Umwelt ist Mikroplastik, das sich in Kosmetik wie Sonnencremes befindet. Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz bringt das Thema schon einige Zeit auf den Tisch und nun auch auf die Schulbank: Im Zuge des Projekts „Oberland plastikfrei“ findet an Schulen eine Reihe von Vorträgen statt. Diesen Mittwoch referiert Bettina Kelm an den St.-Ursula-Schulen Hohenburg. „Aufrütteln und den Plastikblick schärfen“ ist ihr Ziel.

Zehn Partnerschulen hat der Bund Naturschutz für sein Projekt gewonnen. Dort finden neben Vorträgen von Kelm und anderen Experten auch Lehrerfortbildungen statt. Laut Umweltreferentin Diana Meßmer ist zudem vorgesehen, zusammen mit Schülern Mikroplastik aus der Isar zu fischen. „Dazu hat uns das Bundesforschungsministerium ein spezielles Netz als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.“ Die Lehrer der beteiligten Schulen können auf Fachliteratur zum Thema zugreifen.

Kelms Herz schlug schon immer für das Ökosystem Meer. „Ich war informiert und aktiv bei ,Meer e.V.‘, aber bei einer Reise nach Panama hatte ich ein Schlüsselerlebnis.“ Die 44-jährige Journalistin aus Bichl war eigentlich für eine Reportage über Wale in Südamerika, doch an Panamas Küste – knietief in Plastikmüll stehend – wurde sie auf die verheerenden Folgen des weltweiten Plastikkonsums aufmerksam. „Als ich zurückkam, habe ich recherchiert und festgestellt, dass alles noch viel schlimmer ist als angenommen.“ Denn acht Millionen Tonnen Plastik landen laut Kelm jährlich im Meer. „Der größte schwimmende Plastikteppich ist so groß wie Mitteleuropa“, sagt Kelm.

„In meinem Vortrag geht es darum, die Schüler für die Ozeane zu begeistern und für das Thema Plastik zu sensibilisieren.“ Dabei stellt Kelm auch einen Lokalbezug her. Denn das Plastik, das in den Meeren schwimmt, gelangt auch von hier in die umliegenden Gewässer und Seen und von dort ins Meer. „Plastik verrottet nicht, es zerfällt nur in immer winzigere Partikel“, sagt Kelm. Meerestiere verwechseln die Partikel mit Nahrung und gehen daran zugrunde, und Menschen nehmen das Plastik durch sie in ihre Nahrung auf.

„Ich habe den Plastik-Müll in den Meeren selbst erlebt und zeige dazu spannende Bilder und Filme,“ beschreibt Kelm ihren Vortrag. „Das kommt sehr gut bei den Kindern an.“ Zusammen mit den Kindern erarbeite sie zudem, wie jeder durch das eigene Konsumverhalten zum Meeresretter werden könne.  Nora Linnerud

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