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Prozess gewonnen: Yves Moubayed joggt wieder durch Lenggries. Ob der Realschullehrer wieder an der St. Ursula-Schule unterrichten wird, ist aber unklar. 

Erzdiözese vor dem Münchner Arbeitsgericht

Nach Kündigung: Lehrer gewinnt Prozess gegen die Kirche

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Die Kündigungen, die die katholische Kirche gegenüber dem Lehrer Yves Moubayed ausgesprochen hat, sind unwirksam. Beendet ist der Fall aber noch nicht.

Lenggries/München – Der Fall hat Seltenheitswert. Seit Mai wird am Arbeitsgericht München über Yves Moubayed verhandelt. Der Pädagoge an der Hohenburger Realschule hatte eine Kollegin wegen Beleidigung und Verleumdung auf Schmerzensgeld verklagt. Daraufhin hatte die Erzdiözese die Kündigung ausgesprochen.

Gegen diese und drei weitere Kündigungen hatte Moubayed geklagt und nun Recht bekommen. „Wir haben den Prozess vollumfänglich gewonnen“, sagt sein Anwalt Thomas Etzel. Heißt im Klartext: Die Erzdiözese muss Moubayed jedenfalls bis zum rechtskräftigen Abschluss erst einmal weiter beschäftigen. Eine weitere fristlose Kündigung hat die Erzdiözese zwei Tage vor dem Urteil ausgesprochen, angeblich weil sich Yves Moubayed wegen eines anderen Lehrers an den Kultusminister gewandt habe.

„Ich war mir sicher, dass wir gewinnen. Wegen der eindeutigen Rechtslage hat die Vize-Präsidentin des Arbeitsgerichts sämtliche Kündigungen ohne Beweisaufnahme abgeschmettert.“

Etzel erklärt weiter: „Dies bedeutet, selbst wenn die von der Erzdiözese genannten Kündigungsgründe zutreffen sollten, reicht es nicht für eine Kündigung.“ Natürlich habe die Gegenseite nun die Möglichkeit, in Berufung zu gehen. Etzel rechnet aber nicht damit, dass das Urteil noch einmal rückgängig gemacht werden kann. „Die Vize-Präsidentin des Arbeitsgerichts hat mit Sicherheit sehr sorgfältig gearbeitet.“

Wie es nun für Yves Moubayed weitergeht, ist unklar. „Er muss weiterbeschäftigt werden, aber nicht unbedingt an der St. Ursula-Schule. Es ist auch eine Versetzung denkbar“, sagt Etzel.

Weiterer Prozess: Steht dem Lehrer Schmerzensgeld zu?

Ganz beendet ist der Fall indes noch nicht. In etwa drei Wochen wird darüber verhandelt, inwiefern Moubayed Schmerzensgeld wegen der Äußerungen seiner Kollegin zusteht. Wie berichtet hatte es Unstimmigkeiten gegeben: Die Kollegin hatte gesagt, nie Worte wie „Schwänzer“ oder „Blaumacher“ in den Mund genommen zu haben. Dies hatte lediglich ein Kollege des geschassten Lehrers getan, als er diesem von den Gesprächen hinter seinem Rücken erzählte. „Wie hoch das Schmerzensgeld angesetzt wird, hängt davon ab, ob sich ergibt, wer was wann gesagt hat“, sagt Etzel. „Der Hauptprozess war der gegen die Kündigungen. Wir freuen uns einfach, dass hier die Gerechtigkeit gesiegt hat.“

Kirche will Urteil prüfen

Auf Anfrage möchte sich das Erzbischöfliche Ordinariat München nicht zum Fall äußern. „Die schriftliche Urteilsbegründung liegt uns noch nicht vor“, sagt der stellvertretende Pressesprecher Christoph Kappes. „Erst nach deren Prüfung können wir uns dazu und zu unserem weiteren Vorgehen äußern.“ Auch, ob eine Rückkehr von Yves Moubayed nach Lenggries denkbar ist, kommentiert Kappes mit den selben Worten: „Auch in diesen Fragen hängt unsere Entscheidung von der Prüfung der schriftlichen Urteilsbegründung ab.“

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