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Zeigte beim Rückblick auf ihre Karriere Emotionen: Hilde Gerg (42) in der Fernsehsendung „Ewige Helden“ auf Vox.

Vox-Show „Ewige Helden“

Auch unter Tränen: Hilde Gerg blickt im TV auf Karriere zurück

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Ski-Ass Hilde Gerg stand im Mittelpunkt der TV-Show „Ewige Helden“. Die Lenggrieserin blickte auf sportliche Höhepunkte und private Schicksalsschläge zurück. Dabei kamen ihr schon Mal die Tränen.

Lenggries– Sie berichtete offen über Höhen und Tiefen ihrer Karriere, von privatem Glück und Schicksalsschlägen: Die ehemalige Top-Athletin des Skiclubs Lenggries, Hilde Gerg, stand am Dienstagabend im Mittelpunkt der Fernsehreihe „Ewige Helden“ auf Vox.

Gedreht wurde die Serie in einer Villa in Andalusien, in der Hilde Gerg (42) dreieinhalb Wochen mit anderen ehemaligen Spitzen-Athleten zusammenlebte und sich in diversen sportlichen Wettbewerben maß. In der jüngsten Folge nun versammelte sie die Runde im Wohnzimmer und berichtete anhand von Fotos und Videos von ihrem Leben.

„Aufgewachsen bin ich auf 1500 Metern, meine Eltern bewirtschafteten eine Hütte“, sagte Gerg. Die Lenggrieserin erzählte, dass sie vermutlich mit zweieinviertel Jahren zum ersten Mal auf Skiern gestanden habe und später auch den Weg zur Schule auf den Brettln zurückgelegt habe. Siebenkämpferin Jennifer Oeser war verblüfft: „Für uns ist das eine andere Welt, ein bisschen wie aus einem Film.“

Hilde Gerg ließ Revue passieren, wie sie im Jahr ihres Schulabschlusses, den sie an einem Sportinternat in Garmisch-Partenkirchen machte, zum ersten Mal im Europacup startete und „prompt Dritte wurde“. Die versammelte Athletenrunde sah sich Bilder vom Hilde Gergs erstem Weltcup-Start mit 17 Jahren in Cortina d’Ampezzo an und wunderte sich abermals: „Hast du da eine Bommelmütze auf?“ Tatsächlich habe damals noch keine Helmpflicht gegolten, antwortete die Lenggrieserin.

Ihr erstes Olympia-Rennen verschlief Gerg fast

Für Heiterkeit sorgte der Rückblick auf Hilde Gergs erstes Rennen bei Olympischen Spielen, 1994 in Lillehammer. „Am Abend vor dem Riesenslalom lag ich abends im Bett und habe relativ lange gelesen. Irgendwann bin ich dann eingeschlafen – und auch nicht mehr aufgewacht. Plötzlich klopft’s an meiner Tür, und davor steht ein Disziplintrainer in voller Montur und fragt: ,Willst du heute nicht? In zehn Minuten fährt der Bus ab!‘“ Sie sei „noch gar nicht richtig wach“ gewesen, „da ging es auch schon in den ersten Durchgang“. Reporter Gerd Rubenbauer kommentierte humorvoll: „Ein Riesenkompliment an unser 18-jähriges Küken – und das, nachdem der Tag so typisch für die wilde Hilde begonnen hat.“ Damit hatte die Lenggrieserin ihren Spitznamen weg.

In der darauf folgenden Zeit habe sie ihren späteren Ehemann Wolfgang Graßl lieben gelernt. „Es war keine leichte Situation, wenn du weißt, der gefällt dir, den magst du gern, aber es ist dein eigener Trainer.“ Eineinhalb Jahre habe das Paar die Beziehung geheim gehalten.

WM-Bronze war ihr wichtiger als Olympia-Gold

Alsbald wandte sich das Gespräch Hilde Gergs größtem Erfolg zu: dem Gewinn der Goldmedaille im Slalom bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano. Als „Medaille, die mir am meisten bedeutet“, bezeichnete Hilde Gerg aber ihr Bronze bei der WM 2001 in St. Anton: das furiose Comeback nach ihrer ersten schweren Verletzung.

Bei Olympia 2002 in Salt Lake City dufte Hilde Gerg bei der Eröffnungsfeier als Fahnenträgerin ins Stadion einmarschieren – ging danach jedoch sportlich leer aus. Mit Tränen in den Augen betrachtete Hilde Gerg die Bilder von der Pressekonferenz, in der sie – auch damals weinend – 2005 ihr Karrierende nach der nächsten schweren Verletzung verkündete.

Auch vom größten privaten Schicksalsschlag berichtete Hilde Gerg: dem Tod ihres Mannes 2010 an einem Aortariss. Ihre Kinder waren damals zweieinhalb Jahre und 15 Monate alt. „Es war sehr schwierig, diesen Schock zu verarbeiten und das Leben neu zu formen“, sagte die Ex-Spitzensportlerin. Heute aber habe sie mit der Trauer abgeschlossen und sei dankbar für die Zeit, die sie mit ihrem Mann habe verbringen können. 2014 heiratete Hilde Gerg erneut und wurde 2015 zum dritten Mal Mutter.

Ihre TV-Mitstreiter berührte der Karriere- und Lebensbericht der Lenggrieserin sichtlich und nötigte ihnen Respekt ab. Hilde Gerg wurde als großes Vorbild bezeichnet.  ast

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