Wieder Auszeichnung für „Kristallturm“

Auf Erfolgsleiter ganz nach oben geklettert

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Es läuft gut für Heinz Tretter. Sehr gut sogar. 45 seiner Hochseilgärten stehen mittlerweile in 21 Ländern. Und die Auftragsbücher des Lenggrieser Unternehmers sind voll. Für seinen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg erhielt der 44-Jährige am Donnerstag den Preis der deutschen Außenwirtschaft.

Lenggries/Bremen – Heinz Tretter hat anstrengende Tage hinter sich. Von Japan aus jettet er direkt nach Bremen, wo der Gründer und Geschäftsführer der Kristallturm GmbH am Donnerstagabend mit dem Preis der deutschen Außenwirtschaft ausgezeichnet wurde. Zum ersten Mal, erzählt der Lenggrieser Unternehmer, holte ein bayerischer Handwerksbetrieb den ersten Platz. Angesprochen auf seinen Erfolg sagt der 44-Jährige lachend: „Ich kann wirklich nicht klagen.“

Das ist weit untertrieben. Erst im vergangenen November hatte ihm Ministerin Ilse Aigner den „Exportpreis Bayern“ überreicht. Denn Tretter verkauft Hochseilgärten in die ganze Welt. In den USA, Russland, China, Israel, Kanada und sogar auf Kreuzfahrtschiffen wird bereits auf den Anlagen aus Lenggries gekraxelt. Bald kommt auch Neuseeland dazu. Der erfolgreichste Klettergarten steht in einem japanischen Freizeitpark: Bereits in der ersten Saison kamen über 100 000 Besucher.

Das besondere an den Hochseilgärten aus Lenggries: Anders als andere Klettergärten, die quasi in einen Wald eingebaut werden, bestehen die Kristallturm-Anlagen aus einzelnen Modulen. So lassen sie sich den jeweiligen Örtlichkeiten und den Wünschen des Kunden anpassen. Von oben betrachtet sehen die Hochseilgärten aus wie ein sechseckiger Eiskristall. Daher auch der Name der Firma, zu der inzwischen 35 Festangestellte gehören.

Mithilfe der Außenhandelskammer will Tretter künftig verstärkt den asiatischen Markt ins Visier nehmen. Anfang Juni fliegt er nach Hanoi in Vietnam, anschließend geht es weiter nach Manila, die Hauptstadt der Philippinen. Der Zimmerermeister will sich ein Bild von dem Markt dort machen. Im Mittelpunkt stehen neben dem Vertrieb von Hochseilgärten auch Kinderspielplätze und Kletterwände. Beides gehört ebenfalls zum Sortiment der Kristallturm GmbH. Tretter sieht großes Potenzial in Vietnam und den Philippinen: „In beiden Ländern zusammen kamen 2016 vier Millionen Babys auf die Welt.“ Außerdem stiegen die Löhne der Menschen, sodass sie mehr Geld für Freizeitaktivitäten hätten.

Der Preis der deutschen Außenwirtschaft bedeutet Tretter viel, auch wenn er nicht dotiert ist. „Aber er ist gut für das Image.“ In einer Pressemitteilung zeigt sich Jury „beeindruckt“ – vom Produkt und dessen Umsetzung sowie von den Strategien der Markterschließung. Ganz besonders hebt die Jury hervor, dass es Tretter durch „herausragendes unternehmerisches Engagement“ zu „nachhaltigem wirtschaftlichen Erfolg“ gebracht hat.

Den Erfolg bezahlt der Kristallturm-Chef mit zahllosen Arbeitsstunden. Phasenweise ist er wochenlang nicht zuhause, im vergangenen Jahr sammelten sich zirka 500 Überstunden an. Das kann nur jemand machen, der seinen Job liebt. Und das tut Tretter: „Ich habe die Arbeit einfach zu meinem Leben gemacht.“ Nur eine Sache ärgert ihn: „Ich hatte bislang keine Zeit, um den Markt in Südamerika zu bearbeiten.“ Das will er heuer ändern.

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