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Aufstieg zum Schafreuter: Zerstörte Brücke über den Krottenbach ist saniert

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Von: Patrick Staar

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Mit viel Herzblut begleitete Wegewart Anton Glasl den Neubau der Brücke über den Krottenbach.
Mit viel Herzblut begleitete Wegewart Anton Glasl den Neubau der Brücke über den Krottenbach. © DAV

Gut eineinhalb Jahre nach dem Extremwinter 2019 ist die eingestürzte Brücke über den Krottenbach nun wieder intakt.

Lenggries – Den Extremwinter 2019 dürften viele noch in unguter Erinnerung haben: Tausende Bäume knickten um, die Schule fiel für eine Woche aus, die Jachenau war ein paar Tage von der Außenwelt abgeschnitten. Als die Schneemassen schmolzen, wurde ebenfalls deutlich: Die Brücke über den Krottenbach nahe des Sylvenstein-Stausees hat der Belastung nicht standgehalten und war eingeknickt. Gut eineinhalb Jahre später ist der Ersatzbau fertig, die Tölzer Hütte am Schafreuter ist von Fall aus nun wieder problemlos erreichbar.

Im Frühling 2019 hatte niemand gerechnet, dass so viel Zeit vergeht, bis der Ersatzbau vollendet ist. Das Finanzielle war schließlich schnell geklärt, vom Bundesverband des Alpenvereins lag bald eine Zuschusszusage vor. Doch dann forderte das Landratsamt einen Bauantrag, womit die Beteiligten nicht gerechnet hatten. Zudem erwies sich die Suche nach einem geeigneten Bauunternehmen als schwierig – bei der Tölzer Sektion des DAV ging nur ein einziges Angebot ein. „Die Zeit lief davon“, erinnert sich Pressereferent Jürgen van Wahnem. Hubschrauberflüge seien in diesem Naturschutzgebiet schließlich nur von Anfang August bis Mitte November erlaubt. „Und dieses kleine Zeitfenster konnte nicht genutzt werden.“ Ohne Hubschrauber sei es aber unmöglich, die je 1,5 Tonnen schweren Stahlträger zur Baustelle zu bringen: „Man wollte schließlich mehr Metall einbauen, damit die Brücke nicht gleich wieder bricht.“

Völlig zerstört war die Brücke nach dem Extremwinter 2019.
Völlig zerstört war die Brücke nach dem Extremwinter 2019. © DAV

Reibungsloser Neubau

Schließlich waren alle bürokratischen Hürden überwunden. Der Neubau sei reibungslos im vorgesehenen Zeitfenster über die Bühne gegangen. Das Lenggrieser Büro „OK Ingenieure“ habe das Projekt „großartig“ unterstützt und einen Sonderpreis in Rechnung gestellt. Die österreichischen Helikopterpiloten hätten die Baustelle nur viermal anfliegen müssen. Van Wahnem betont: „Es wurde extra darauf geachtet, mit so wenig Flügen wie irgend möglich die Baustelle zu bewerkstelligen.“ Bei den Rückflügen wurden jeweils die ehemaligen Fundamente sowie das komplette Altmaterial abgeflogen, damit nichts mehr im Bachbett bleibt und das Naturschutzgebiet belastet. Das Material und Werkzeug seien zum Großteil an sieben Arbeitstagen mit bis zu 30 Kilogramm schweren Kraxen zur Baustelle und wieder zurück getragen worden.

Van Wahnems Wunsch: „Die Brücke soll über viele Jahre den Wanderinnen und Wanderern eine gefahrlose Überquerung des Krottenbachs ermöglichen sowie nasse Wanderschuhe ersparen.“  

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