Paukenschlag in Italien! Ministerpräsident Giuseppe Conte erklärt Regierung für beendet

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Für 100 Besucher kann der Mehrzwecksaal im ersten Stock bestuhlt werden. Dort tagt ab 2020 auch der Gemeinderat

Alles im Zeitplan

Aus Hotel wird Kindergarten: Einblick in die Lenggrieser Großbaustelle

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Eher wie ein Rohbau wirkt momentan das Innere des ehemaligen Hotels Post an der Lenggrieser Marktstraße. Stück für Stück entstehen dort ein Kindergarten, ein Mehrzwecksaal, Wohnungen und Büros. Ein Besuch auf der Baustelle.

Lenggries– Momentan ist die Sanierung und Umgestaltung des alten Posthotels eine staubige Angelegenheit. Stück für Stück wird der Putz abgeschlagen, um das darunter Liegende freizulegen. Bachkugeln kommen zum Vorschein, Ziegel oder Beton-Hohlsteine – je nachdem, in welcher Zeit der Gebäudeteil errichtet wurde. Im 17. Jahrhundert stand dort ein Waisenhaus, später die Posthalterei mit den Stallungen für Pferde. Um 1860 wurde das Gasthaus in seiner jetzigen Form gebaut. 2013 kaufte die Gemeinde das große Anwesen für einen Betrag, der unter einer Million Euro lag.

Lange diskutierte man über die künftigen Nutzungen. Der Wunsch nach einer Gastronomie zerschlug sich aufgrund mangelnder Bewerber. Deshalb zieht ins Erdgeschoss jetzt im Herbst 2020 ein zweigruppiger Kindergarten. Die 50 Plätze werden dringend gebraucht. Und auch wenn es um den Standort an der Marktstraße Diskussionen gibt, findet Karl Ertl vom technischen Bauamt: „Kann es einen besseren Platz geben als mitten im Dorf?“ Dort wo früher der Frühstücksraum, der Gastraum und die Küche waren, entstehen jetzt die Gruppen- und Nebenzimmer. Der ehemalige 300 Quadratmeter große Biergarten wird zum Freigelände mit einigen Spielgeräten. Einen Teil beschattet eine alte Kastanie, die stehen bleibt.

Im hinteren Bereich des Areals ist bereits der Dachstuhl der alten Tenne abgerissen. „Das noch verwendbare Holz haben wir eingelagert“, sagt Ertl. Das ist eine Auflage des Denkmalschutzes. Von denen gibt es einige. Beispielsweise mussten alle alten Deckenmalereien in Teilen freigelegt und genau dokumentiert werden – auch wenn man sie später unter den abgehängten Decken nicht mehr sehen wird.

Als nächstes folgt der Abbruch des gemauerten Anbaus. Dort werden später Parkplätze und Radlständer entstehen. Von dort aus betreten die Eltern und ihre Sprösslinge auch den Kindergarten. Darüber hinaus gibt es zwei weitere Eingänge. Der Hauptzugang liegt wie bisher auf der Südseite des Gebäudes. Wieder öffnen wird die Gemeinde den alten Eingang von der Marktstraße her. Um sehen zu können, wie der einst aussah, wurde eigens eine historische Postkarte im Internet gekauft.

Im Dachgeschoss werden zwei Wohnungen gebaut.

Der erste Stock ist vollkommen entkernt. Alle Zwischenwände, die vormals die Gästezimmer begrenzten, sind verschwunden. Der Boden ist bis auf den Unterbau abgetragen. Stahlseile, die zwischen den Wänden gespannt sind, sorgen für die statische Sicherung. An einigen Stellen sind die Bodenbalken morsch, das müsse saniert werden, sagt Ertl. Bis Mai 2020 – so er Plan – soll hier ein Mehrzwecksaal samt Nebenräumen entstehen. Erhalten bleibt – auch eine Auflage des Denkmalschutzes – das Bühnenhaus. Ob das für den hölzernen Dachstuhl darüber ebenfalls gilt, muss man sehen. Die Substanz ist an vielen Stellen morsch, die Gemeinde würde die Konstruktion lieber ersetzen. „Das diskutieren wir gerade mit dem Denkmalschutz aus“, sagt Ertl.

100 Besucher passen in den neuen Saal

Für 100 Besucher kann der Saal bestuhlt werden. Gästeehrungen, Lesungen, Infoveranstaltungen – all das könne man sich hier vorstellen, sagt der Bauexperte. Tagen wird in dem Saal auch der Gemeinderat, der ab 2020 voraussichtlich aus 24 Mitgliedern bestehen wird.

Im zweiten Stock richtet die Gemeinde Büroräume ein, die sie vermieten möchte. Vier Einheiten sind vorgesehen – hier ist man aber recht flexibel, je nachdem, was die künftigen Mieter wollen. Im Dachgeschoss braucht man noch Fantasie, um sich die zwei Wohnungen vorzustellen. Allerdings darf sich der Mieter auf der Ostseite auf einen spektakulären Blick vom Balkon aus auf den Geierstein freuen.

Erschlossen werden alle Stockwerke durch einen Aufzug. Auch sonst ist das Gebäude barrierefrei. Dazu gab es eigens Termine mit Ralph Seifert, Behindertenbeauftragter des Landkreises, und Markus Ertl. Der erblindete Lenggrieser ist UN-Inklusionsbotschafter. „Sie haben uns einige Tipps zur Gestaltung gegeben“, sagt Ertl.

Die Gemeinde investiert 6,5 Millionen Euro

In zwei bis drei Wochen dürften alle Abbrucharbeiten abgeschlossen sein. Viele weitere Gewerke sind bereits vergeben. Die Ausschreibungen seien in der Summe gut gelaufen, sodass man auch im Kostenplan liegt. „Heute muss man ja froh sein, wenn man Firmen findet“, sagt Ertl. Der Plan ist, das neue Dach bis zum Herbst dicht zu bekommen. Dann könnte über den Winter der Innenausbau erfolgen. „Nächstes Jahr im Sommer soll alles fertig sein“, sagt Ertl. Das gilt auch für den Anschluss an das Nahwärmenetz.

6,5 Millionen Euro wird die Gemeinde am Ende investiert haben. Allerdings gibt es – außer für die Büros – für alle Bereiche Zuschüsse aus Förderprogrammen.

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Gebaut wird derzeit auch Brauneck.Dort entsteht die neue Schrödelsteinbahn.

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