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Feuer und Flamme für den gemeinsam entwickelten Feuerraum: Ofenbaumeister Hubert Waldherr aus Oberfischbach und Schlossermeister Andreas Grasmüller aus Wegscheid.

"Neisfeir"

Ausgezeichnetes Meisterstück: Altes Handwerk und neues Feuer

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Lenggries - Der Name für diese Entwicklung spricht für sich: „Neisfeir“– auf Deutsch „neues Feuer“ nennt Andreas Grasmüller seinen Feuerraum, den inzwischen das bayerische Wirtschaftsministerium ausgezeichnet hat.

Angefangen hat es mit der neuen Bundesimmissionsschutzverordnung (BimSchV), nach der alle handwerklich gebauten Grundöfen und Küchenherde seit Anfang 2015 messpflichtig sind. Das heißt: Herde und Kachelöfen müssen strenge Werte einhalten, was den Ausstoß von Kohlenmonoxid und Feinstaub betrifft.

Schlossermeister Andreas Grasmüller (59) aus Wegscheid bei Lenggries war schnell klar: „Die BimSchV hätte fast den individuellen Küchenherdbau unmöglich gemacht.“ Dieses Nischenprodukt ist laut Grasmüller bei der Verabschiedung der Verordnung vermutlich nicht ausreichend berücksichtigt worden. Also machte er sich selbst an die Arbeit.

Als Schlosser hat er sich mit seinem Betrieb auf die Herstellung von Bauteilen spezialisiert, die der Ofenbauer benötigt: Heiztüren, Backrohre und Herdeinfassungen. Für seine Neuentwicklung holte er sich Ofenbaumeister Hubert Waldherr aus Oberfischbach ins Boot. In enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) in Stuttgart konstruierte der Wegscheider einen Universalfeuerraum zum Einbau in den Küchenherd. „Das war ein hartes Stück Arbeit“, sagt Grasmüller. Manchmal kam er sich wie der Buchbinder Wanninger vor, wenn er beispielsweise im Umweltministerium, bei der Kaminkehrerinnung oder beim TÜV wissen wollte, wie die BimSchV im Detail umzusetzen ist. So zum Beispiel bei der Beantwortung der Frage, wo und wie werden die Abgase gemessen.

Aber der lange Kampf durch die Instanzen war schließlich von Erfolg gekrönt – und wurde obendrein noch belohnt. In einjähriger Arbeit bauten die beiden Isarwinkler Handwerker zwei Prototypen – einen Universalfeuerraum und einen Küchenherd, um eine Typprüfung zu bekommen. Für die – laut Fachsprache – „Entwicklung eines geprüften Universalfeuerraums für holzbetriebene Herde“ gab es als Belohnung einen Innovationsgutschein vom bayerischen Wirtschaftsministerium.

Für Grasmüller eigentlich kein Wunder: „Der Feuerraum kann mit sehr guten Abgaswerten weit unter der geforderten Norm aufwarten.“ Zudem habe er einen sehr guten Wirkungsgrad. Somit sei wieder ein vernünftiger, individueller Ofenbau gewährleistet. Der Name für diesen Feuerraum war schnell gefunden. Grasmüller auf gut Bairisch: „Mia brauchan unbedingt a neis Feir.“ Deshalb heißt der Feuerraum, für den inzwischen Gebrauchsmusterschutz angemeldet ist, „Neisfeir“ und Grasmüllers Internet-Auftritt logischerweise www.neisfeir.de

Übrigens: Wer sich die Meisterstücke näher anschauen will, hat dazu Gelegenheit beim Lenggrieser Christkindlmarkt am Samstag, 3. Dezember.

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