Dr. Helmut Giehl wohnte in Lenggries.
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Dr. Helmut Giehl wohnte in Lenggries.

Nachruf

Zahnarzt aus Leidenschaft: Trauer um Dr. Helmut Giehl

Sein Weg führte ihn nach Tölz, als er Chef der Zahnklinik in der General-Patton-Kaserne wurde, Später hatte er über 20 Jahre eine Praxis im Badeteil. Nun starb Dr. Helmut Giehl mit 98 Jahren.

Lenggries/Bad Tölz – Hochbetagt ist in Lenggries jetzt im Alter von 98 Jahren Dr. Helmut Giehl gestorben. Er war seit 1959 als Zahnarzt in Bad Tölz tätig und hatte ab 1968 seinen Wohnsitz in Lenggries. Als Sohn einer Lehrerfamilie 1923 in Landsberg am Lech geboren und in der Rheinpfalz und in Bamberg aufgewachsen, machte er in der Domstadt während des Krieges sein Notabitur.

Helmut Giehl war als Zahnarzt bei der amerikanischen Armee tätig

Danach wurde er zur Luftwaffe eingezogen und hatte nach erfolgter Pilotenausbildung seinen Stützpunkt am Fliegerhorst Langenhagen bei Hannover. Giehl wurde häufig für Versorgungsflüge nach Ostpreußen eingesetzt und geriet bei Kriegsende zu seinem Glück in die Hände der Amerikaner.

Wie seine Frau Therese berichtet, habe sich daraus nämlich mit der Zeit eine langfristige, fruchtbare Verbindung entwickelt: Nach seinem Studium der Zahnheilkunde in Erlangen wurde er bald nach seiner Promotion ab 1952 als Zahnarzt bei der amerikanischen Armee in Deutschland tätig. Über verschiedene Stationen kam er 1959 schließlich als Leiter der dortigen Zahnklinik in die Tölzer General-Patton-Kaserne, die für die Amerikaner bis zu ihrem Abzug 1991 bekanntlich ein wichtiger Stützpunkt in Süddeutschland gewesen ist.

Von 1965 bis 1988 führte Helmut Giehl eine Zahnarztpraxis in Bad Tölz

1965 ergriff Dr. Helmut Giehl dann für sich die Chance, im Tölzer Badeteil in der Ludwigstraße 7 eine Zahnarztpraxis zu übernehmen. Die eigene Praxis mit Kassenzulassung hat er bis 1988 erfolgreich geführt und in den Jahren danach auch noch bei seinem Nachfolger mit ausgeholfen. Darüber hinaus hat er sich auch verbandspolitisch engagiert, war Obmann der Zahnärzte in deren Bezirksverband und zudem als vereidigter Schöffe am Berufsgericht tätig.

Mit seiner Ehefrau Therese teilte er die Leidenschaft für den Sport

Seit 1973 war er in zweiter Ehe mit seiner Frau Therese verheiratet, die mit ihm auch seine Begeisterung für das Skifahren, Radfahren, Bergsteigen, Tennis und den Sport überhaupt teilte. Laut ihren Worten war ihr Mann in jungen Jahren ein überaus ambitionierter Langstreckenläufer. Später im Ruhestand habe er an Gemeinschaftstouren des Alpenvereins teilgenommen und noch als 85-Jähriger auf Skiern die berühmte „Sella Ronda“ in den Dolomiten bewältigt.

Umso schmerzlicher sei es für ihn gewesen, dass er mit 88 Jahren an Parkinson erkrankte und fortan ständig auf Hilfe angewiesen war. Dieses harte Schicksal hat er noch zehn Jahre lang mit Würde ertragen, stets betreut von seiner jüngeren Frau.

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Von Rainer Bannier

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