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So funktioniert der Lift für gehbehinderte Gäste: Die Bademeister Willi Oswald (li.) und Wolfgang Anderl demonstrieren die Funktion des neuen Geräts in der Lenggrieser „Isarwelle“.

Lenggrieser "Isarwelle"

Badevergnügen ohne Barrieren

Lenggries - Die "Isarwelle" wird Schritt für Schritt behindertengerechter. Ein erster Schritt dazu war der Einbau eines Lifts, der Menschen mit Handicap sanft ins Wasser befördert. Doch es gibt schon weitergehende Pläne. 

Ein großer Wunsch von Erika Werner ist bereits in Erfüllung gegangen: In der Lenggrieser „Isarwelle“ gibt es seit Kurzem einen speziellen Lift, mit dem sich Behinderte sanft ins Wasser befördern lassen können. 15.000 Euro hat sich die Gemeinde das Gerät kosten lassen, das im Bedarfsfall an den Beckenrand gestellt wird. „Das war sehr großzügig von der Gemeinde“, freut sich Erika Werner. Von der Vorsitzenden der Behinderten- und Versehrtensportgruppe Lenggries war die Anregung zu der Anschaffung gekommen. Ganz am Ziel ist die lebhafte 67-Jährige damit aber noch nicht angekommen. „Wofür ich dieses Jahr kämpfe, das ist ein Aufzug im Eingangsbereich“, erklärt sie.

Der ist aus Sicht der Lenggrieserin nämlich der nächste wichtige Schritt, um das gemeindliche Schwimmbad in Richtung Barrierefreiheit voranzubringen. Denn wenn ein Rollstuhlfahrer in die „Isarwelle“ will, muss er derzeit einen etwas komplizierten Umweg in Kauf nehmen – nämlich vom Schulhof aus über die angrenzende Mehrzweckhalle. Von der Kasse hinunter in den Badebereich führt ansonsten nur eine Treppe.

Bei Bürgermeister Werner Weindl stößt Erika Werners Anliegen auf offene Ohren. „Es gibt bereits Überlegungen, die ,Isarwelle‘ barrierefrei zu machen“, erklärt er. Die jetzige Zugangssituation sei für Rollstuhlfahrer „nicht optimal“, räumt er ein. Aber auch im Rest des Bads gelte es zu überprüfen, wo es noch unnötige Schwellen für Behinderte gebe. Immerhin: Eine Rampe von den Duschen zu den Becken existiert schon.

Die nötigen Verbesserungen sollen in einem Aufwasch mit anderen Umbauten erledigt werden. „Wir haben ein Sanierungsgutachten für die ,Isarwelle‘ in Auftrag gegeben“, so der Bürgermeister. Handlungsbedarf bestehe etwa im Außenbereich. So sei bei Probebohrungen für den geplanten Saunaanbau herausgekommen, dass es bei der Anfang der 1990er-Jahre gebauten Bodenplatte Undichtigkeiten gebe, so dass im Bodenaufbau Wasser stehe. „Und an der Schwimmbad-Technik wird sicher auch das ein oder andere zu machen sein“, schätzt Weindl. Erste Ergebnisse des Sanierungsgutachtens liegen ihm zufolge voraussichtlich im Mai vor. Zusammen mit den Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit „wollen wir dann ein Gesamtpaket schnüren und schauen, welche Fördermittel wir dafür bekommen können“. Die verschiedenen Arbeiten sollen dann ineinandergreifen.

Schon jetzt zeichne sich ab, dass die Voraussetzungen für den Einbau eines Aufzugs günstig sein könnten. „Einen leeren Schacht vom Kassenbereich nach unten gibt es nämlich schon.“ Der sei zwar recht klein, könnte nach der ersten Einschätzung einer Fachfirma aber für einen Lift genügen.

Wenn dieser Aufzug da ist, dann will Erika Werner das nächste Projekt ihrer Sportgruppe in Angriff nehmen. „Wir würden sehr gerne eine Kinder- und Jugendgruppe ins Leben rufen“, sagt sie. Die könnte sich dann – ähnlich wie die bestehenden Sportgruppen für meist ältere Menschen mit Handicap – regelmäßig in der „Isarwelle“ zum Schwimmen und Spaß-Haben treffen, am besten gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern, so schwebt es Werner vor. „Denn das Wasser ist eine Urkraft“, ist sie überzeugt. „Hier werden Menschen, die körperliche Einschränkungen haben, ganz leicht, und überhaupt fühlen sich alle im Wasser wohl.“

Andreas Steppan

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