Wunderschön gelegen ist die Falkenhütte, die gut von Hinterriß aus zu erreichen ist.
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Wunderschön gelegen ist die Falkenhütte, die gut von Hinterriß aus zu erreichen ist.

Wiedereröffnung

Bauarbeiten beendet: Falkenhütte im Karwendel öffnet am 28. August

  • Patrick Staar
    VonPatrick Staar
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Der Umbau hat drei Jahre gedauert und 6,4 Millionen Euro gekostet, doch nun rückt der große Moment näher: Am Freitag, 28. August, bewirten die neuen Pächter Claudia Rackwitz-Hartmann und Robert Rackwitz erstmals Tagesgäste in der renovierten Falkenhütte im Karwendel.

  • Falkenhütte eröffnet nach drei Jahren Umbauphase
  • Auch Übernachtungen möglich
  • Anfragen schon vor Eröffnung enorm

Hinterriß – Nach drei Jahren Umbauphase stehen die Wirte in den Startlöchern. Auch Übernachtungen sind ab Ende August in der Falkenhütte möglich. „Wir freuen uns narrisch auf den Startschuss“, sagt die neue Pächterin, die um Nachsicht bittet, wenn im Probebetrieb noch nicht alles rund läuft.

„Freuen uns narrisch auf den Startschuss“

Der Begriff „Hütte“ klingt klein und beschaulich. Doch klein ist die Falkenhütte beileibe nicht. In normalen Zeiten bietet sie Schlafplätze für 138 Gäste. Aufgrund der Corona-Richtlinien ist derzeit die Obergrenze bei 82 Gästen erreicht. Auf der Terrasse können bis zu 250 Wanderer entspannen. In den Gasträumen ist Platz für weitere 150 Ausflügler. Der Koch rechnet damit, dass er an Wochenenden pro Tag rund 600 Mahlzeiten zubereiten muss und an Werktagen um die 250.

Einen Betrieb in dieser Größenordnung auf 1848 Metern Höhe muss man erst mal stemmen. „Da oben gab es ja nichts mehr“, sagt Rackwitz-Hartmann. „Keinen Teller, keinen Topf, keinen Zahnstocher, keine Getränke, kein Salz und keinen Pfeffer.“ So „um die 20 Mal“ sei ihr Mann bereits ins Tal gefahren, um Auto und Anhänger mit Material aller Art zu füllen. Sie selbst packt dann immer ihre Laufschuhe aus und joggt in aller Herrgottsfrühe mit ihrer größeren Tochter die 800 Höhenmeter rauf zur Hütte – wo sie noch mit allerlei technischen Problemen zu kämpfen hat: In der Küche und in der Kühlung läuft noch nicht alles so, wie es soll. Das Satelliten-Telefon funktioniert nur bei schönem Wetter, Wlan gibt es noch nicht. Das Buchungssystem des Alpenvereins ist ebenfalls noch nicht einsatzbereit. Die Konsequenz: Die Wirtsleute müssen 70 bis 100 E-Mail-Anfragen pro Tag einzeln beantworten. „Anfang August wär’ ich fast durchgedreht“, sagt Rackwitz-Hartmann.

Nur noch an Werktagen freie Schlafmöglichkeiten

Längst sind an den Wochenenden bis zum Saisonende alle Übernachtungsplätze ausgebucht, nur an Werktagen gibt es noch die Chance auf eine freie Schlafgelegenheit. Aufgrund der Fülle an sonstigen Aufgaben hat die Pächterin den Schriftverkehr mittlerweile komplett an ihre Schwester abgegeben. „Die ist unser Goldschatz – ohne sie würde es nicht mehr gehen.“

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Derzeit zieht das Personal in der Falkenhütte ein. Dazu gehören neben der vierköpfigen Pächterfamilie drei Köche und vier Servicekräfte, die die Familie aus ihrer zweiten Gaststätte, der Enzianhütte in Fieberbrunn, mitbringt. Neu hinzukommen zwei Putzfrauen und eine weitere Servicekraft.

Einige Male veranstalteten die Wirte schon ein Probeessen für Freunde: „Das hat super geklappt. Es bleibt aber spannend, ob unter Volllast alles so funktioniert wie gedacht“, sagt Rackwitz-Hartmann. Nervös sei sie deshalb nicht: „Wir haben so viel zu organisieren, dass wir überhaupt nicht zum Nachdenken kommen.“

Übernachtungen bis Mitte Oktober möglich

Übernachtungsanfragen kann sie nur bis zum 11. Oktober annehmen. Danach müsse man erfahrungsgemäß mit dem Wintereinbruch rechnen: „Wenn der erste Schnee fällt, müssen wir zusperren, weil wir keine Waren mehr anliefern können“, erläutert Rackwitz-Hartmann.. „Die Leute im Tal verstehen das oft nicht und sehen nur den goldenen Herbst.“

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Ruhig wird es für die Familie auch nach dem Saisonende auf der Falkenhütte nicht. Bevor der Weg dorthin unpassierbar wird, muss das Inventar wieder im Tal sein, denn es wird in der Wintersaison in der Enzianhütte benötigt. Diese befindet sich mitten im Skigebiet von Saalbach-Hinterglemm, wo die Saison am 1. Dezember startet. Von der Größenordnung her ist die Enzianhütte eine ganz andere Hausnummer: Sie bietet Platz für 1000 Menschen, um die sich 32 Angestellte kümmern. Ab 16 Uhr ist Ramba-Zamba beim Après-Ski angesagt – das Kontrastprogramm zur stillen Falkenhütte.

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