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Schnelle Fahrrad-Verbindung von Bad Tölz nach Lenggries: Baubeginn an der B13

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Von: Andreas Steppan

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Zur Vorbereitung des Radwegbaus an der B13 wurden Schutzzäune errichtet.
Zur Vorbereitung des Radwegbaus an der B13 wurden Schutzzäune errichtet. (Archivfoto) © Arndt Pröhl

Die Maßnahme bringt den klimaschonenden Radverkehr voran und ist dennoch bei Naturschützern nicht unumstritten. Jetzt beginnen die Bauarbeiten für den Radweg Tölz-Lenggries.

Bad Tölz/Lenggries – Die Bedingungen für Radfahrer zu verbessern, gilt als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Und doch ist der Bau eines Radwegs an der B13 gerade bei Naturschützern wegen des Flächenverbrauchs in sensiblem Gebiet nicht ganz unumstritten. Nun kündigt das Staatliche Bauamt für die Pfingstferien den Beginn der Arbeiten an.

Laut einer Mitteilung der Behörde, startet die Herstellung der neuen Verbindung von Bad Tölz nach Lenggries am Dienstag, 7. Juni. Insgesamt zwei Jahre sind für die Bauzeit veranschlagt. Was heuer noch fertig werden soll, ist der Streckenabschnitt zwischen Lenggries und Gaißach-Obergries.

Radweg an B13: Bauzeit von zwei Jahren veranschlagt

Als erstes wird nach Angaben des Staatlichen Bauamts im Bereich des Baggerweihers Tratenbach bei Lenggries gebaut. Im Bereich des Steinbachs – in der Nähe des Klärwerks – werden demzufolge in diesem Monat Gründungsarbeiten für den Bau einer Geh- und Radwegbrücke durchgeführt. Die bestehende Straßenbrücke sei für eine Mitnutzung durch den Radverkehr nämlich nicht breit genug und eine Erweiterung statisch nicht möglich. Bevor die neue Radlerbrücke voraussichtlich im Hernbst fertig gestellt werden kann, müssen die Arbeiten im Juli und August aufgrund der Hochwassergefahr aber zunächst einmal pausieren.

Im Zuge der Bauarbeiten, so das Staatliche Bauamt weiter, müsse außerdem ein Durchlass erneuert und weitere bestehende Durchlässe verlängert werden. Diese Baumaßnahme liege im Bereich des FFH-Gebiets Oberes Isartal und grenze an Biotopflächen. „In Abstimmung mit der zuständigen Naturschutzbehörde wurden bereits erste stationäre Schutzzäune errichtet, die im Bauablauf mit Mobilzäunen erweitert werden“, heißt es in der Mitteilung. „Zusätzlich sorgen Amphibienschutzzäune dafür, dass Zauneidechsen und andere Artgenossen nicht in die Bauflächen einwandern und dadurch gefährdet werden könnten.“

Radweg Tölz-Lenggries kostet 3 Millionen Euro

Für den Herbst seien darüber hinaus Erdbauarbeiten als Vorbereitung für den zweiten Bauabschnitt geplant: 2023 soll der Radwegbau im Bereich Gaißach-Obergries bis Gaißach-Anger voranschreiten.

Insgesamt wird die Radwegverbindung eine Länge von rund sechs Kilometern haben. Die Kosten belaufen sich auf circa drei Millionen Euro und werden von der Bundesrepublik Deutschland übernommen.

Neuer Radweg Tölz-Lenggries ist kein „Radschnellweg“

Ausdrücklich weist das Staatliche Bauamt Weilheim darauf hin, dass es sich bei dem neuen Radweg nicht um einen sogenannten „Radschnellweg“ handelt. Für einen solchen sei ein prognostiziertes Verkehrsaufkommen von mindestens 2000 Radlern pro Tag notwendig. In der Folge wären erhöhte Anforderungen unter anderem an die Breite, Trassierung und Ausstattung des Radwegs zu erfüllen. All das ist bei der Verbindung Tölz-Lenggries nicht der Fall.

Weil der Radweg unmittelbar neben der B13 gebaut wird, müssen sich auch die Autofahrer mitunter auf Einschränkungen einstellen. Während der Bauzeit werde es örtlich halbseitige Sperrungen der Bundesstraße mit Ampelregelung geben, kündigt das Bauamt an und bittet um Verständnis für die „unumgänglichen Verkehrsbeschränkungen“.

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