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Nachdem die alte Isarbrücke unterhalb des Damms verschoben wurde, wird nun der neue Brückenschlag vorbereitet.

Baustellen in Lenggries

Neue Brücken über Isar und Jachen

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Lenggries - Sommer ist Bauzeit: Dementsprechend fleißig wird derzeit in Lenggries gearbeitet. Mit dem Hochwasserschutz am Lahnerbach geht es gut voran, mit dem Brückenbau über die Jachen wurde begonnen.

Die Tage der alten Jachenbrücke in Leger sind gezählt. Rund 60 Jahre ist sie alt, die jüngsten Hochwasser sind alles andere als spurlos an ihr vorübergegangen. Ursprünglich hatte die Gemeinde über eine Sanierung nachgedacht. Die wäre aber erstens teuer geworden, und zweitens hätte es keine öffentlichen Zuschüsse dafür gegeben. Seit 2009 wurde daher mit dem Neubau geplant.

Vor wenigen Tagen ging es nun mit den Bauarbeiten tatsächlich los. Im Vorfeld habe es noch eine Informationsveranstaltung für alle Anlieger gegeben, berichtet Karl Ertl vom Technischen Bauamt. „Die Zufahrt nach Leger ist immer gewährleistet.“ Die alte Brücke bleibt nämlich stehen, bis die neue fertig ist. Diese entsteht ein kleines Stück oberhalb der bestehenden Brücke.

Die neue Jachenbrücke soll bis zum Herbst fertig sein.

Im Moment wird an den Fundamenten und Widerlagern gearbeitet. Der Überbau erfolgt dann ab September, in der eher hochwasserarmen Zeit. „Noch im Herbst“, so Ertl, könnte der Neubau fertig sein. Dieser wird anders als die bestehende Brücke keinen Mittelpfeiler mehr haben. Das gewährleistet einen besseren Abfluss bei Hochwasser. Die alte Brücke wird dann im Frühjahr 2017 abgerissen – mit Rücksicht auf die Laichzeit.

„Danach legen wir noch die neue Busbucht an“, sagt Ertl. Diese entsteht auf der Jachen-nahen Seite der Staatsstraße und wird aus beiden Richtungen angefahren. „Dadurch müssen beispielsweise Schulkinder die Straße nicht mehr überqueren“, sagt Ertl.

Das gesamte Projekt kostet rund 1,1 Millionen Euro. Die Gemeinde rechnet mit einem staatlichen Zuschuss in Höhe von 482 000 Euro.

Erkennbar voran geht es auch mit der Hochwasserentlastung des Lahnerbachs. Das Auslaufbauwerk im Bereich des neuen Isararms ist fertig. Auch ein Teil der Rohrleitung – Durchmessser: zwei Meter – liegt bereits in der Bergbahnstraße. Auf den letzten 270 Metern hat diese Leitung kein Kreisprofil mehr, sondern ist rechteckig. Diese Elemente verlegt die Firma Kilian Willibald derzeit. „Der Übergang zur runden Rohrleitung ist etwa auf Höhe des Autohauses“, erklärt Ertl.

Hier entsteht die Hochwasserentlastung für den Lenggrieser Lahnerbach.

Die Verkehrsbehinderungen halten sich in Grenzen. Auf der Wegscheider Straße wird der Verkehr derzeit durch eine Ampelregelung einspurig an der Baustelle vorbeigeleitet. „Aber auch hier staut es sich nicht weit zurück“, sagt Bürgermeister Werner Weindl auf Anfrage.

Auf der Bergbahnstraße selbst versucht man weitestgehend, ohne Ampelregelungen auszukommen. Das klappt im Moment gut, obwohl im engen Kurvenbereich gearbeitet wird. Dort werden zurzeit der Kanal und andere Versorgungsleitungen an den Rand verlegt, um Platz für die Hochwasserentlastung zu schaffen. „Wir werden versuchen, den Verkehr so lange wie möglich an der Baustelle vorbeizuführen“, sagt Ertl. Die Umleitungsstrecken sind aber bereits ausgeschildert. „Die waren auch schon eine ganze Woche in Betrieb. Auch das hat gut funktioniert.“ Überhaupt laufe alles gut. „Von den Anliegern hört man so gut wie keine Beschwerde“, sagt Ertl.

Bis zur Alten Talstation soll die Rohrleitung heuer gebaut werden. „Dadurch hätten wir schon einen teilweisen Hochwasserschutz erreicht“, sagt Weindl. Im Ernstfall könnte dann nämlich schon das überschüssige Wasser aus dem Lahnerbach in Richtung Isar abgeleitet werden.

Im kommenden Jahr wird dann der zweite Abschnitt bis zum Eisplatz an der Talstation gebaut. Die gesamte Maßnahme kostet rund fünf Millionen Euro, die sich Gemeinde und Freistaat teilen.

Die dritte große Baustelle liegt in der Verantwortung des Bauamts Weilheim. Unterhalb des Sylvensteindamms wird die Isarbrücke teilerneuert. Dafür war im Juni zunächst der Überbau der alten Brücke ein paar Meter flussabwärts verschoben worden (wir berichteten). Sie dient nun als Umfahrung, bis der neue Überbau auf den alten Widerlagern fertig ist. Zu Behinderungen für die Autofahrer auf der B 13 führt das nicht. Lediglich das Tempo muss im Baustellenbereich gedrosselt werden.

Mit Einschränkungen müssen allerdings die Bootsfahrer leben: Bis zum Ende der Arbeiten im Frühjahr 2017 ist ein Bootseinstieg an dieser Stelle nicht möglich.

Der Bund investiert in die Brückensanierung am Sylvenstein rund 2,6 Millionen Euro.

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