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Christoph Murnau holt die Lenggrieser Bergretter für den Einsatz am Schönberg ab.

Rettungshubschrauber fünf Mal im Einsatz

Münchner Burschen wollen Bergtour im Schnee machen - und rufen erschöpft die Bergwacht

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Die Bergwachten Lenggries Brauneck sind im Dauereinsatz. Fordernd war der Notruf von zwei Münchnern, die aber selbst nicht genau wussten, wo sie waren.

Lenggries - Nach dem schwierigen Rettungseinsatz am Freitagabend, bei dem zwei Schneeschuhwanderer gerettet werden mussten, ging das einsatzreiche Wochenende am  Samstagmorgen gegen 9.45 Uhr weiter. 

Der letzte Hubschraubereinsatz folgte am Samstagabend am Fockenstein. „Zwei junge Männer aus dem Raum München hatten sich bei Ihrer Bergtour im Schnee übernommen“, berichtet Frei. Die beiden etwa 25-jährigen Männer waren so erschöpft, dass sie nicht mehr weiter konnten und den Notruf wählten

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Das Problem: Die beiden konnten ihren Standort nicht genau angeben. Da es langsam dunkel wurde,  musste es schnell gehen. Der Lenggrieser Einsatzleiter entschied, einen Hubschrauber bei der Suche nach den  Männern einzusetzen. Heli 3 aus Kufstein machte sich mit zwei Lenggrieser Bergrettern auf die Suche nach den Bergwanderern. Die Helfer entdeckten die beiden auf dem Sattel zwischen Geierstein und Fockenstein. Unverletzt im Tal angekommen machten sich die beiden Männer mit dem Zug auf den Nachhauseweg.

Brauneck: Mädchen (13) hat nach Snowboardsturz innere Verletzungen

Der erste Einsatz am Samstag hatte sich gegen 9.45 Uhr ereignet. Ein 13-jähriges Mädchen aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen klagte nach einem Snowboardsturz am Lenggrieser Hang am Brauneck über starke Bauchschmerzen. Der Bergwachtnotarzt entschied nach der Untersuchung vor Ort, die Jugendliche vorsichtshalber so schnell wie möglich per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus bringen zu lassen, da der Verdacht auf innere Verletzungen bestand. „Im Unfallklinikum Murnau stellte sich diese Entscheidung später als richtig heraus“, so Sylvia Frei, Sprecherin der Lenggrieser Bergwacht.

Skifahrer prallt gegen Baum

Um 13.45 Uhr war der Rettungshubschrauber dann das  nächste Mal im Einsatz. Ziel war die Ochsensitzerbrücke in Vorderiß. Ein 77-jähriger Schneeschuhwanderer aus München hatte sich beim Sturz das Bein gebrochen und litt starke Schmerzen. Die Lenggrieser Bergwacht war mit dem Skidoo schnell vor Ort, versorgte den Verletzten und kümmerte sich darum, dass er nicht auskühlte. Da kurzfristig kein Rettungswagen zur Verfügung stand, brachte der Rettungshubschrauber Christoph 1 aus Harlaching den Verletzten in eine Klinik.

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Fast zeitgleich musste die Lenggrieser Bergwacht zum Schönberg ausrücken. Dort hatte sich eine Skitourengeherin am Knie verletzt. Die 52-Jährige war bei der Abfahrt Höhe Maria Eck gestürzt und konnte nicht mehr alleine ins Tal fahren.  Hubschrauber Christoph Murnau nahm zunächst einen Bergretter im Brauneck-Skigebiet auf und flog dann zum Schönberg. Mit der Winde wurde der Bergretter zu der verletzten Frau aus dem Landkreis Starnberg abgelassen. Dann zog der Hubschrauber beide an Bord.

Wieder im Skigebiet zog sich um 16.41 Uhr ein Skifahrer mehrere zum Teil schwere Verletzungen zu, ein sogenanntes Polytrauma. Der 29-jährige aus Nürnberg war beim Sturz am Stockhang von der Piste abgekommen und mit einem Baum kollidiert. Der junge Mann wurde aufgrund der schwere seiner Verletzungen mit dem Rettungshubschrauber Christoph Murnau ins Krankenhaus gebracht. 

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Unterdessen hatten die Bergwachten am Brauneck am Samstag noch neun weitere Einsätze meist mit dem Ackja zu bewältigen. Dabei mussten typische Wintersportverletzungen wie verdrehte Knie oder Schnittverletzungen nach Stürzen auf der Piste versorgt werden.

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Der Sonntag verlief für die Bergretter am Brauneck ruhiger. Bis zum Nachmittag zählte die Bergwacht sechs Einsätze bei denen es unter anderem Rücken-, Knie-, Fuß-, und Schnittverletzungen nach Stürzen zu versorgen galt. Inzwischen gab es auch einen problematischen Einsatz für die Bergwacht in Peiting: Ein Wanderer stürzte ab – und blieb schwerverletzt an einem Baum hängen.

Quelle: Bergwacht/Lenggries/Sylvia Frei

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