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Sportler, Feuerwehrmann, Musiker und guter Ehemann: Das Isartal trauert um den verunglückten Hans K.

Dramatischer Unfalltod

Räumfahrzeug stürzte in Isar: Große Trauer um Schneepflugfahrer Hans K. (48)

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Der dramatische Unfalltod von Hans K. hat weit über das Isartal Bestürzung ausgelöst. Der 48-Jährige aus Schlegldorf (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) starb am Freitag unter tragischen Umständen.

Er war im Einsatz für andere, wollte als Schneepflug-Fahrer bei der Straßenmeisterei anderen Autofahrern den Weg frei machen. Doch mit seinem Räumfahrzeug kam er auf der B307 von der Fahrbahn ab, stürzte ins eisig kalte Wasser eines Isar-Seitenarmes und wurde im Fahrzeug eingeklemmt. Angehörige und Vereinskameraden behalten ihn als äußerst hilfsbereiten und zuverlässigen Menschen in Erinnerung.

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Bei Schnee-Unfall gestorben: Seit 2000 war Hans K. als Straßenwärter tätig

„Jeder konnte zu ihm kommen, er hat geholfen, wo es geht“, beschreibt Witwe Theresia K. (44) ihren verstorbenen Mann. Vor 28 Jahren hat sie ihn kennengelernt, heute hätten sie 21. Hochzeitstag gefeiert. Zusammen haben sie zwei Söhne (20 und 19). Bei der Straßenmeisterei – zunächst in Wolfratshausen – war der gelernte Maurer seit dem Jahr 2000 als Straßenwärter tätig.

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Der Gemeinschaftssinn wurde Hans K. in die Wiege gelegt. Auch der Vater war schon bei der Feuerwehr engagiert, fungierte dort jahrzehntelang als Gerätewart, wie Feuerwehr-Vorstand Jakob Ertl berichtet. Der Sohn setzte die Familientradition fort, trat der Feuerwehr mit 16 Jahren bei, war dort Fahrer und Maschinist. „Er ist immer ausgerückt, war immer zur Stelle, zuverlässig und gewissenhaft“, sagt Ertl. „Der Hans war bei den Einsätzen meistens als Erster da.“

Stundenlang kämpften Helfer um das Leben des Mitarbeiters der Straßenmeisterei 

Mit ihm, so Ertl, habe die Feuerwehr Schlegldorf eine „große Stütze“ verloren. Hans K. sei ein Mensch gewesen, „für den es selbstverständlich war, für die Gemeinschaft da zu sein“.

Ebenso einsatzbereit und zuverlässig zeigte sich Hans K. bei den Gebirgsschützen, wo er ebenfalls seit der Jugend, also über drei Jahrzehnte, Mitglied war und als Schwegelpfeifer dem Spielmannszug angehörte. „Er ist immer eisern mit ausgerückt, war bei jeder Probe dabei“, sagt Kaspar Reiser, Vorsitzender der Antlaßschützenkompanie Lenggries. Seine musikalische Ader lebte Hans K. ebenfalls schon seit der Jugend aus, hatte, bevor er als Pfeifer im Einsatz war, auch die Harmonika erlernt und zeitweise bei der Blechmusik mitgespielt.

Lesen Sie den Unfallbericht bei Merkur.de: Mitarbeiter der Straßenmeisterei Bad Tölz verunglückt tödlich

Darüber hinaus war er sportlich aktiv und erfolgreich. „Skifahren war sein Leben“, sagt Theresia K. Aus den internen Rennen der Feuerwehr „hat er wahrscheinlich die meisten Pokale auf unserem ewigen Taferl verzeichnet“, so Ertl.

Wie es zu dem Unfall am Freitag kam, wird weiter ermittelt. Hans K. hatte gerade eine Brücke auf der Ausweichstrecke zwischen Fall und Vorderriss mit dem Schneepflug passiert, als dieser nach links die Böschung runterkippte und in der eisigen Isar landete. K. war unter Wasser eingeklemmt, Retter beatmeten ihn bis zur Bergung – er starb im Krankenhaus.

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