Bergwacht-Retter und Notarzt auf dem Skidoo.
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Bergwacht-Retter und Notarzt auf dem Skidoo.

Trotz geschlossener Skigebiete

Skitourengeher verunglückt am Schafreuter: Pilot rettet ihn durch „fliegerische Meisterleistung“

  • Veronika Ahn-Tauchnitz
    vonVeronika Ahn-Tauchnitz
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Trotz geschlossenen Skigebiets musste die Lenggrieser Bergwacht am Samstag viermal ausrücken und sich um verletzte Wintersportler kümmern.

Lenggries - Gegen 11 Uhr am Vormittag ereilte die Bergrettungswache die Meldung einer gestürzten Skifahrerin. Die Neunjährige hatte im Bereich der vorderen Abfahrt die Kontrolle über ihre Ski verloren. Nach dem Sturz klagte sie über starke Schmerzen im Bein. Nach kurzer Versorgung durch die Bergretter wurde sie ins Tal transportiert und ins Krankenhaus nach Bad Tölz gebracht.

Lenggries: Skitourengeher mit Hubschrauber am Schafreuter gerettet - auch Bergretter im Einsatz

Schon während des Abtransports des verletzten Mädchens wurde ein zweiter Einsatz gemeldet. Ein 21-jähriger Skitourengeher am Schafreuter habe sich verletzt und brauche nun Hilfe, lautete die Meldung. Aufgrund der schwierigen Lage im Gelände und einem Murenabgang, der die Zufahrt mit dem Skidoo unmöglich machte, wurde ein Rettungshubschrauber mit Winde angefordert.

Christoph Murnau nahm im Tal zwei Männer der Bergwacht Lenggries auf und versuchte unter den widrigen Bedingungen, die Unfallstelle zu erreichen. Zeitgleich machten sich zwei Bergretter im Tal bereit, für den Fall, dass eine Rettung aus der Luft doch nicht möglich wäre. In diesem Fall hätte eine aufwändige terrestrische Rettung stattfinden müssen, um den Patienten auf dem Fußweg abtransportieren zu können.

Verunglückter Wintersportler: „Fliegerische Meisterleistung“ des Piloten

Durch eine „fliegerische Meisterleistung“ des Piloten, so der Einsatzleiter, wurde aber schließlich ein Retter mittels Winde aus mehreren Metern Höhe zum Patienten heruntergelassen. Mit einer Kapprettung konnte der junge Skitourengeher aus dem unwegsamen Gelände geholt werden. Dabei bleibt der Retter am Seil unter dem in der Luft stehenden Hubschrauber gesichert, legt dem Patienten nur schnell einen Gurt an und wird dann gemeinsam mit ihm mit der Winde wieder nach oben gezogen. Nach einer medizinischen Versorgung durch die Hubschrauberbesatzung im Tal wurde der Patient ins Klinikum nach Murnau geflogen.

Nur Minuten nach dem Ende des zweiten Einsatzes folgte der nächste. Ein 26-Jähriger war im Bereich der vorderen Abfahrt gestürzt und hatte sich die Schulter ausgekugelt. Ehrenamtliche der Bergwacht Lenggries und ein ausgebildeter Bergwacht-Notarzt wurden mit dem Skidoo vom Tal zum Patienten gebracht. Mit dem Ackja wurde der Mann nach der Versorgung mit Schmerzmitteln abtransportiert. Im Tal wurde er an einen Rettungswagen übergeben, der den jungen Mann ins Krankenhaus nach Bad Tölz brachte.

Bergwacht im Dauereinsatz: Sturz auf der hinteren Abfahrt am Brauneck

Nahezu zur selben Zeit stürzte eine junge Frau auf der hinteren Abfahrt am Brauneck und verletzte sich leicht. Sie rief die Bergwacht, da sie sich die Abfahrt angesichts ihrer Verletzungen alleine nicht mehr zutraute. Zwei Retter der Bergwacht eilten ihr von der Bergwachthütte am Brauneck zur Hilfe und transportierten die Frau mittels Ackja ins Tal.

Gleich zwei vermisste Wintersportler gab es kürzlich am Seekar. In beiden Fällen gab es jedoch ein glückliches Ende. Und die Legende vom Waller im Walchensee war vor wenigen Tagen Thema bei „Terra X“ im ZDF. Bezug zum Isarwinkel hat die neue Folge aber auch durch ihren Moderator. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Bad-Tölz-Newsletter.

(Von Veronika Ahn-Tauchnitz)

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