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Am ehemaligen Standort der Gärtnerei Epp entstehen fünf Häuser mit insgesamt 14 Wohneinheiten sowie 580 Quadratmetern Gewerbefläche.

Erste Wohneinheiten schon reserviert

Bebauung auf ehemaligen Epp-Areal in Lenggries: Wohnraum am Bergweg heiß begehrt

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Am früheren Standort der Gärtnerei Epp in Lenggries entstehen Gewerbe- und Wohnhäuser. In die Kategorie „günstiger Wohnraum“ fallen sie nicht gerade.

Lenggries – Das Areal am Lenggrieser Bergweg erlebt bewegte Zeiten: Bis Herbst vorigen Jahres florierte dort noch der Handel mit Pflanzen. Kaum war die Traditionsgärtnerei Epp an ihren neuen Standort bei Reichersbeuern umgezogen, zerstörte die Schneelast die verlassenen Gewächshäuser. Dort, wo zwischenzeitlich ein Trümmerfeld lag, entsteht nun etwas Neues: Das Lenggrieser Bauunternehmen Rolf errichtet hier Wohnhäuser. Die ersten sollen kommendes Jahr bezugsfertig sein.

Einer der Rohbauten steht schon, nämlich der hinterste von künftig drei parallel platzierten Dreispännern. Dazu kommen ein Doppelhaus sowie ein Gebäude, in dem im Erdgeschoss Platz für Gewerbe ist und darüber drei Wohnungen mit Dachgarten untergebracht sind.

Dreispänner und Doppelhaus am Bergweg sollen im Herbst 2020 bezugsfertig sein

Dreispänner und Doppelhaus sollen nach Auskunft von Elke Lukaschek, Kaufmännische Geschäftsführerin bei Rolf, im Rohbau noch vor dem Winter fertig werden, sodass über die kalte Jahreszeit der Innenausbau erfolgen kann. Die Bewohner könnten dann voraussichtlich im Spätsommer oder Herbst 2020 einziehen.

„Der Baubeginn für das letzte Gebäude mit Gewerbe und Wohnungen ist für das Frühjahr kommenden Jahres vorgesehen“, informiert Elke Lukaschek. Dieses Haus könne dann entsprechend ein Jahr später bezogen werden.

Erste Wohneinheiten auf dem ehemaligen Areal der Gärtnerei Epp sind schon reserviert

An Kaufinteressenten mangelt es offenbar nicht. „Es ist noch nichts notariell vollzogen, aber einige Einheiten sind schon vorreserviert“, sagt Lukaschek. Beim Doppelhaus und den Dreispännern seien es insbesondere einheimische Familien, die gerne einziehen möchten.

Die Gestaltung soll sich ins Ortsbild einfügen – rechts die Ansicht eines Dreispänners.

Für die Wohnungen gebe es ebenfalls Anfragen, etwa von Menschen, die an eine Wohnmöglichkeit fürs Alter denken und unter anderem den Vorteil schätzen, dass ein Aufzug sie von der Tiefgarage direkt in die Wohnung bringt. Insgesamt seien durch die verschiedenen Grundrissplanungen sämtliche Lebensstile und Altersgruppen angesprochen, betont Elke Lukaschek, etwa auch Singles oder Paare.

Bauvorhaben „Alte Gärtnerei“ ist seltene Gelegenheit, Wohnraum zu erwerben

Die geräumigen Wohnungen mit 125 bis 144 Quadratmetern Wohnfläche kosten 775.000 bis 795.000 Euro inklusive je zwei Tiefgaragenstellplätzen, Dachgartenanteil und überdachtem Freisitz. Mit 1.260.000 Euro schlägt eine Doppelhaushälfte (170 Quadratmeter Wohnfläche) mit Garage und Carport zu Buche. Die Reihenhäuser in den Dreispännern (Wohnfläche 139 bis 145 Quadratmeter, Grundstücksfläche 200 bis 337 Quadratmeter) kosten 855.000 bis 995.000 Euro. Das ist nicht unbedingt ein Schnäppchen. Zu einem Gutteil sei diese Summe auf die hohen Grundstückspreise in der Region zurückzuführen, erklärt dazu Lukascheck. Schon im Einkauf habe die Firma Rolf hier 1200 Euro pro Quadratmeter inklusive Nebenkosten bezahlt.

Dazu kommt, dass der Bauträger auf hochwertige Materialien setze. Auf so hochpreisigem Baugrund sei schließlich kein Haus denkbar, das man nach 20 Jahren schon wieder kernsanieren muss, „sondern die nächsten Generationen sollen auch noch was davon haben“. Außerdem gehöre es zur Philosophie der Firma Rolf, möglichst mit regionalen Firmen zusammenzuarbeiten. „Da wissen wir, dass es zuverlässige Leute sind, die qualitativ hochwertig arbeiten, und wir haben Ansprechpartner vor Ort.“ Auch dies sei mit höheren Kosten verbunden, gehört aber aus Sicht des Bauträgers zur Nachhaltigkeit, so Lukaschek.

Auch 580 Quadratmeter Gewerbefläche gehören zum Bauvorhaben am Bergweg in Lenggries

In diesem Zusammenhang seien der Firma auch eine energiesparende Massivbauweise, der Einsatz natürlicher Baumaterialien sowie Solarzellen beziehungsweise Wärmetauscher wichtig.

Das Bauvorhaben, das unter dem Namen „Alte Gärtnerei“ vermarktet wird, stellt aus Lukascheks Sicht eine seltene Gelegenheit dar, in Lenggries Wohnraum in so günstiger Lage zu erwerben. „Das Gebiet liegt superschön. Kindergarten, Schule, Supermarkt, Bank, Apotheke, Wirtschaften: Alles ist fußläufig zu erreichen.“ Die Lage sei sehr ruhig, trotzdem sei man schnell auf der B 13.

Etwas schwieriger dürfte es sich gestalten, die 580 Quadratmeter Gewerbefläche an den Mann zu bringen – zumal es in Lenggries auch einiges an Leerstand in zentralerer Lage gebe, so Lukaschek. Da sich darüber Wohnungen befinden, komme ein „stilles Gewerbe“ in Frage, sei es eine Arztpraxis, ein Versicherungsbüro oder ein Yogastudio. Die Fläche lasse sich auch auf zwei bis drei verschiedene Nutzer aufteilen.

Im Gemeinderat hatte das Projekt bei der Aufstellung des nötigen Bebauungsplans für Debatten gesorgt.

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