Die Bergwacht Lenggries hatte in den vergangenen Tagen eine ganze Reihe von Einsätzen zu bewältigen.
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Die Bergwacht Lenggries hatte in den vergangenen Tagen eine ganze Reihe von Einsätzen zu bewältigen.

Bergwacht Lenggries

Nächtliche Suche nach verirrtem Radler und Alarm wegen abgestürzter Gleitschirmflieger

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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Die nächtliche Suche nach einem verirrten Trailfahrer, drei Alarmierungen wegen abgestürzter Gleitschirmflieger und ein Einsatz in schwierigem Gelände in der Nähe des Sylvensteinsees hielten zuletzt die Bergwacht auf Trab.

Lenggries – Zu einer Rad- beziehungsweise Trailtour hatte sich am vergangenen Samstag ein 53-Jähriger aus dem Landkreis Starnberg aufgemacht. Eigentlich hatte er geplant, dass ihn sein Weg von der Jachenau Richtung Wallgau führen sollte – doch der Tag endete spätnachts damit, dass ihn die Bergwacht suchen und ins Tal bringen musste.

Vielfach gefragt war die Hilfe der Lenggrieser Bergwacht in den vergangenen Tagen. Besonders aufwendig war die nächtliche Suche nach einem verirrten Trailfahrer im Bereich Staffel/Staffelgraben.

Denn im Bereich des Staffels/Staffelgrabens verlor der Radfahrer die Orientierung. Es wurde dunkel, und er kannte sich nicht mehr aus. In dieser Lage setzte der Mann eine Alarmierung über sein Garmin-Notrufgerät ab. Laut Bergwacht ging dieser Alarm zunächst in den USA ein. Von dort wurde die „Search and Rescue“ (SAR)-Einheit der Bundeswehr verständigt – und von da ging die Information wiederum gegen 23.30 Uhr weiter an die zuständige Rettungsleitstelle im Landkreis und zur Bergwacht Lenggries.

Verirrter Radler unterkühlt im Bereich Staffel aufgefunden

Nachdem sich die ehrenamtlichen Einsatzkräfte kurz abgesprochen hatten, machte sich eine Einheit auf den Weg in Richtung Jachenau, ein anderes Team hielt sich an der Rettungswache auf Abruf bereit. Da über das Notufgerät auch die präzisen Koordinaten des Aufenthaltsorts des Radlers abgesetzt wurden, konnte er zügig gefunden werden. Die ersten Einsatzkräfte erreichten den unterkühlten 53-Jährigen gegen 1 Uhr. Sie versorgten ihn mit Wärme und machten sich dann mit ihm gemeinsam auf den Weg zum Bergrettungsfahrzeug. Gegen 3 Uhr waren alle Einsatzkräfte wieder im Tal, der Einsatz war beendet.

Am Sonntag dann ging laut Bergwacht gegen 13.30 Uhr der erste Alarm ein, weil sich ein Paraglider im Sessellift am Garland verfangen hatte. Laut Einsatzleiter Kurt Strehler war ein Eingreifen der Bergretter aber letztlich nicht nötig. Bis zu ihrem Eintreffen hatte ein Bergbahn-Mitarbeiter den Lift so weit in Bewegung gesetzt, dass der Paraglider daran bis zu einer bodennahen Stelle transportiert werden konnte.

Zeugen glauben, Gleitschirmabsturz am Rechelkopf gesehen zu haben

Nachmittags gegen 16 Uhr meldeten Passanten, die im Ellbacher Moos spazieren gingen, die Beobachtung eines Gleitschirmflieger-Absturzes in Bereich südlich des Rechelkopfs. Da es sich um zwei unabhängig voneinander erfolgte Mitteilungen handelte, nahm die Bergwacht die Hinweise sehr ernst und zog den Rettungshubschrauber Christoph Murnau hinzu. Doch bei einem Überflug des Gebiets konnten die Retter niemanden entdecken. Danach hielten die Bergwachtkräfte auch Rücksprache mit dem Segelflugplatz in Greiling. Dort sahen sie, wie gerade ein Windenstart erfolgte, und kamen zu dem Schluss, dass die Spaziergänger vermutlich den herabfallenden Schlepphaken bei einem ähnlichen Start gesehen hatten.

Doch der Tag endete doch noch mit einem echten und ernsten Gleitschirmflieger-Unfall. Laut Bergwacht touchierte gegen 19.30 Uhr ein Sportler im Bereich der Schwaiger Alm zunächst Baumwipfel und schlug dann auf dem Boden auf. Er trug schwere Verletzungen davon.

Am gleichen Tag hatte die Bergwacht außerdem am Idealhang einen 26-Jährigen mit Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule sowie gegen 21.30 Uhr eine 27-Jährige, die sich am Brauneck am Fuß verletzt hatte, zu versorgen.

Bergwacht rettet Wanderin per Hubschrauber aus steilem Gelände

Aufwendig und anspruchsvoll war dann wieder die Rettungsaktion für eine Ebersbergerin am Dienstag. Hier musste ein Windenhubschrauber der Polizei hinzugezogen werden. Der Alarm ging laut Bergwacht gegen 10.40 Uhr ein. Die Mitteilung lautete: „verstiegene Person im Bereich Sylvenstein/Speibenkäs“. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine 60-Jährige, die in steilem Absturzgelände nicht mehr vor und nicht zurück kam. Drei Einsatzkräfte der Bergwacht, ein Einsatzleiter und ein Bergwachtnotarzt machten sich auf dem Weg nach Vorderriß. Da die Stelle schwer zu erreichen war und eine akute Absturzgefahr bestand, entschloss man sich zur Rettung aus der Luft. Die Frau konnte nach kurzer Suche lokalisiert werden, und ein Bergretter wurde zu der 60-Jährigen per Rettungswinde hinuntergelassen. Er sicherte sie mit Hilfe einer speziellen Rettungswindel, sodass sie schließlich ins Tal gebracht werden konnte.

Vom Hubschrauber aus gesichtet: Eine Wanderin hing in der Nähe des Sylvensteinsees in steilem Gelände fest.

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