Der neue Jagdkreisgruppen-Chef Wolfgang Morlang blickte bei der Eröffnung der Hegeschau im Lenggrieser Alpenfestsaal auf das Jagdjahr zurück. Foto: Krinner

Biker und Wildschweine machen Sorgen

Lenggries - Bei der Hegeschau in Lenggries wird deutlich, dass die Freizeitnutzung der Berge und Wälder Probleme bereitet. "Die Politik ist hier gefordert", sagt Vorsitzender Wolfgang Morlang.

Bilanz über das abgelaufene Jagdjahr zog der Kreisjagdverband Bad Tölz: Bei der Hegeschau im Lenggrieser Alpenfestsaal konnten sich interessierte Bürger am Wochenende ein Bild von der Jagdstrecke in den fünf zugehörigen Hegegemeinschaften machen. Bei der offiziellen Eröffnung am Samstagabend gab es darüber hinaus Zahlen sowie Berichte über positive und negative Entwicklungen im jagdlichen Wirkungsbereich.

Die Jagd sei witterungsbedingt schwierig gewesen im zurückliegenden Jagdjahr, berichtete Wolfgang Morlang, der als neuer Vorsitzender des Kreisverbandes erstmals in verantwortlicher Position die Hegeschau leitete. Mit fleißiger Arbeit habe die Jägerschaft aber letztlich doch noch die Abschusspläne im Sinne der Waldverjüngung in großen Teilen erfüllt. Beim Rehwild erreichte man mit 5720 Stück 91,4 Prozent des vorgegebenen Dreijahresplans. Beim Rotwild kam man immerhin auf 89 Prozent, wobei allerdings speziell bei den Alt- und Schmaltieren mit 77 Prozent das Soll deutlich verfehlt wurde.

Beim Gamswild schließlich wurden von im Plan stehenden 580 Stück 497 erlegt (85,7 Prozent).

Große Sorge bereite die anwachsende Schwarzwildpopulation, stellte der Vorsitzende fest. Gegenüber 31 Abschüssen im Jahr 2014 verzeichnete man im Gesamtlandkreis im vorigen Jahr 74 Abschüsse. „Das ist mehr als eine Verdoppelung.“ 18 Stück davon wurden im Bereich Nantesbuch/Karpfsee erlegt, 11 im Gebiet Schlehdorf. Der Kreisjagdverband unterstütze Bemühungen der Jäger, durch revierübergreifende Drückjagden einem Ausufern der Bestände Einhalt zu gebieten. Außerdem versuche der Verband auch, durch Bezuschussung die Anschaffung und Ausbildung von dringend benötigten sautauglichen Hunden zu forcieren.

Zufrieden sei man mit dem Ergebnis des Vegetationsgutachtens, das bei einer der fünf Hegegemeinschaften eine Erhöhung des Abschusses verlange.

Einfluss auf den Wildbestand und den Erfolg der Jagd nehme vor allem die zunehmende Freizeitnutzung der Wälder und Berge. Eine wesentliche Rolle dabei würden die Mountainbiker spielen – „ohne sie alle pauschal verurteilen zu wollen“, wie Morlang klarstellte. Doch würden hier oft unter dem Deckmantel des „freien Betretungsrechts der Natur“ Steige befahren, die dazu nicht geeignet sind, sowie Wildunterstände, Fütterungen und Kirrungen durchfahren und damit unbrauchbar gemacht. Die Folge: Das Wild wird beunruhigt und in Bereiche abgedrängt, die eigentlich geschont werden sollten. „Ich sehe da die Politik gefordert“, sagte Morlang. „Das Naturschutzgesetz weist ausdrücklich darauf hin, dass die Belange der Grundstückseigentümer und Nutzungsberechtigten berücksichtigt werden müssen und ausdrücklich auch für Radfahrer das Wegegebot gilt.“ Alle Beteiligten müssten zu einem gemeinsamen Verständnis finden.

Rosi Bauer

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