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Alles festhalten heißt es, wenn der Rettungshubschrauber landet. Auch auf solche Details achteten die Ausbilder bei der Lawinenübung im Tölzer Bergwacht-Zentrum, an der die Lenggrieser vergangenes Jahr teilnahmen.

Bilanz der Bergwacht Lenggries über das Jahr 2017

328 zum Teil spektakuläre Einsätze

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Der nächtliche Aufstieg zum Rotöhrsattel bildete nur den anstrengenden Auftakt zu einem der längsten Einsätze der Lenggrieser Bergwacht im vergangenen Jahr. Ein Wanderer hatte unterhalb des Ostanstieges zur Benediktenwand einen Herzinfarkt erlitten.

Lenggries– Wegen der Wetterlage konnte der Hubschrauber nicht starten. Acht Lenggrieser Bergretter und sechs Kollegen aus Benediktbeuern trugen den unterkühlten Mann abwechselnd zur Tutzinger Hütte. Nach einer Stärkung mit heißer Suppe brachten die Ehrenamtlichen den Patienten ins Tal.

Der neunstündige Einsatz in der Nacht auf den 28. Juli gehörte zu den spektakulärsten Fällen, auf den die Bergwacht Lenggries bei ihrer Jahreshauptversammlung zurückblickte. Es war aber bei Weitem nicht der einzige unter den 328 Alarmierungen.

„Letztes Jahr waren einige Einsätze dabei, wo ich sagte: ,Das war spektakulär‘“, sagt Christoph Brenninger auf Nachfrage. Als weiteres Beispiel nennt der Bereitschaftsleiter einen Canyoning-Zwischenfall in der Dürrach-Klamm. Drei Männer hatten im Juli dort eine Schluchtenwanderung unternommen, wobei sich einer davon bei einem Sprung in eine Gumpe eine Unterschenkelfraktur zuzog. Zehn Mann und der Rettungshubschrauber waren nötig, um den Verletzten und seine zwei Begleiter sicher aus der Klamm zu bringen. Insgesamt forderte die Lenggrieser Bergwacht im vergangenen Jahr 35 Mal einen Helikopter an.

Mit 198 Alarmierungen fanden die meisten Einsätze im Winter statt. Hinzu kamen laut Brenninger zahlreiche Vorsorgedienste bei Sport- und Wettkampfveranstaltungen wie beim Skijöring-Rennen am Fuße des Braunecks oder beim Lenggrieser Volksfest. „57 mal wurden die Lenggrieser von anderen Bereitschaften um Unterstützung gebeten“, heißt es in der Pressemitteilung.

Zu den vielen Einsätzen kamen zahlreiche Fortbildungen und rund 60 interne Ausbildungsstunden. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Praxis: Ausbildungsleiter Karl Strehler organisierte zahlreiche Übungsszenarien im Gelände und im Zentrum für Sicherheit und Ausbildung (ZSA) in Bad Tölz. Geübt wurde unter anderem die medizinische Versorgung auf engstem Raum.

Neben den vielen zum Teil spektakulären Einsätzen wartete Brenninger bei der Jahreshauptversammlung mit weiteren Superlativen auf: Mit derzeit 20 Männern und Frauen gibt es derzeit so viele Anwärter wie nie bei den Lenggrieser Bergrettern. Über die Gründe kann der Bereitschaftsleiter nur spekulieren: „Wir bemühen uns um die Nachwuchsförderung, und wir sind halt auch ein wirklich gutes Team“, sagt Brenninger und lacht. Mit neun weiblichen Anwärterinnen und vier aktiven Damen gibt es außerdem so viele Frauen bei der Bergwacht wie noch nie. Insgesamt gehören 105 Mitglieder der Bereitschaft an.

Besonders hervor hob Brenninger die Arbeit von Til Gudelius. Der Fahrzeugwart habe im vergangenen Jahr jede Menge zu tun gehabt, da die Einsatzwagen sehr in die Jahre gekommen seien. „Er opferte Feierabende und Mittagspausen, um zahlreiche Reparaturen durchzuführen, platte Reifen zu wechseln, Ersatzteile zu besorgen und die Fahrzeuge für die Rettungsdiensttauglichkeit weiter zu optimieren“, heißt es in der Pressemitteilung. Gudelius baute zum Beispiel im Einsatzwagen eine Heizplatte für den Rucksack des Bergwacht-Arztes ein – damit die Medikamente und Infusionen künftig nicht mehr einfrieren können.

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