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Gartelt künftig in Lenggries: Sebastian Girmann, Vorsitzender von Biotop Oberland, hier in einem Gewächshaus des Hofguts Letten in Bad Heilbrunn.

Regionale Landwirtschaft

„Biotop Oberland“ zieht nach Lenggries

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Die Gemüse-Genossenschaft „Biotop Oberland“ - aktuell noch in Bad Heilbrunn-Letten - baut in Lenggries eine eigene Gärtnerei auf. Der Standort-Wechsel bietet den Mitgliedern Vorteile - die meisten von ihnen wohnen im Isarwinkel.

Lenggries – Der „Lenggriesa Acker“ bekommt Nachbarn: Neben dem Gemeinschaftsgarten am Steinbach lässt sich das „Biotop Oberland“ nieder. Die Genossenschaft, die ihr Gemüse aktuell noch auf Flächen des Hofguts Letten in Bad Heilbrunn anbaut, will baldmöglichst umziehen. „Wenn alles glatt läuft, brechen wir die Fläche im Herbst um“, sagt Sebastian Girmann, der dem „Biotop“ gemeinsam mit Nick Fischer vorsteht.

Ihr Konzept: Die Mitglieder zahlen einen Festpreis und bekommen dafür jede Woche frisches Gemüse vom Acker. Die kleine Kiste kostet monatlich 42, die mittlere 68 und die große 105 Euro. Mit einer einmaligen Zahlung von 150 Euro ist man Teilhaber der Genossenschaft. Für viele Mitglieder dürfte der Umzug ein Vorteil sein. „Die meisten kommen aus Tölz oder Lenggries“, sagt Girmann. „Für sie ist es schon immer ein großer Aufwand, für Veranstaltungen oder Gärtnerkurse nach Letten zu fahren.“ Der Standortwechsel passe bestens in Konzept: „Wir wollen nah dran sein an unseren Leuten.“

Zwei Hektar „für mindestens 15 Jahre“

Rund zwei Hektar pachtet die Genossenschaft am Steinbach, „für mindestens 15 Jahre“, sagt Girmann. In Letten hatte man einen Hektar zur Verfügung und musste jeweils einjährige Pachtverträge unterschreiben. „Wir hatten dort einen super Start, aber auf Dauer fehlt die Perspektive“, sagt der Vorsitzende, der als Gartenbauingenieur die Beete maßgeblich pflegt. Im kommenden Jahr stelle man eine zweite Fachgärtnerin ein. „Da bin ich sehr froh darüber.“

In Lenggries will die Genossenschaft eine eigene Gärtnerei aufbauen. „Wir wollen demonstrieren, wie ein regionaler, ökologischer Betrieb funktionieren kann“, sagt Girmann. Dafür baut man nicht nur drei Gewächshäuser. Der verpachtende Landwirt habe ihnen ein „phänomenales Angebot“ gemacht: Er baut ihnen ein Gebäude zum Aufbereiten und Waschen des Gemüses – inklusive einem großen Keller zur Lagerung des Wintergemüses. Der Deal: Der Landwirt stemmt die Investition alleine und rechnet die Kosten mit der Pacht verteilt über die Jahre ab.

Die Maschinen und Gewächshäuser kosten Geld: Rund 240 000 Euro muss die Genossenschaft selbst in die Hand nehmen. Die Vorsitzenden haben die Mitgliederum den Kauf weiterer Anteile gebeten. „Die erste Finanzierungsrunde läuft gerade, und es schaut ziemlich gut aus“, sagt Girmann. Er weist darauf hin, dass man auch Fördermitglied sein kann, ohne die Gemüse-Kiste zu beziehen. „Das wird gut angenommen: Man kann das als Investition in die regionale Ökologie sehen.“

Derzeit beliefert das Biotop 180 Haushalte. Salat, Tomaten, Karotten und Co. aus Letten landen derzeit an neun Sammelstationen – drei davon in Bad Tölz –, von denen sie die Mitglieder holen können. Um wirtschaftlich zu arbeiten und den Mitarbeitern faire Löhne auszahlen zu können, muss die Genossenschaft weiter wachsen. „Dafür bräuchten wir schon 250 bis 350 Haushalte“, schätzt Girmann.

Mitglied werden

Wer sich der Genossenschaft Biotop anschließen möchte, findet alle Infos auf der Homepage biotop-oberland.de.

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